Sonntagsandacht zum 2. Advent                  

 

 

 

                         Sonntagsandacht für Zuhause

 

  • Ich zünde eine Kerze an und lade Christus ein:

Christus, komm dazu in diese Zeit der Andacht und des Betens.

Auf deine gnädige Nähe vertraue ich nun. Amen.

  • Ich erinnere mich an die Bedeutung dieses Sonntags im Jahreskreis und lese den Wochenvers:

Adventlich leben heißt, in Erwartung leben. Der zweite Advent schließt auch die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi ein. So lautet der Vers über diesem 2. Adventssonntag: …

 

Wochenvers:

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lukas 21,28

  • Ich halte einen Augenblick Stille und lasse die Worte innerlich nachklingen.

  • Ein Lied zum Sonntag:

1. O Heiland, reiß die Himmel auf, / herab, herab vom Himmel lauf. / Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, / reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

2. O Gott, ein' Tau vom Himmel gieß, / im Tau herab, o Heiland, fließ. / Ihr Wolken, brecht und regnet aus / den König über Jakobs Haus.

5. O klare Sonn, du schöner Stern, / dich wollten wir anschauen gern. / O Sonn, geh auf! Ohn deinen Schein / in Finsternis wir alle sein.

7. Da wollen wir all danken dir, / unserm Erlöser, für und für. / Da wollen wir all loben dich / zu aller Zeit und ewiglich.

T: Friedrich Spee 1622 (Str.1- 6); bei David Gregor Corner 1631 (Str. 7) // M: Köln 1638 / Augsburg 1666

 

  • Ich lese den Wochenpsalm (Wenn Sie zu zweit die Andacht feiern, können die Verse jeweils abwechselnd gelesen werden):

Singet dem Herrn ein neues Lied; singet dem Herrn, alle Welt!

Singet dem Herrn und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil!

Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern!

Ihr Völker, bringet dar dem Herrn, bringet dar dem Herrn Ehre und Macht!

Bringet dar dem Herrn die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!

Betet an den Herrn in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt!

Sagt unter den Heiden: Der Herr ist König. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt.

Er richtet die Völker recht.

Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist;

das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; es sollen jauchzen alle Bäume im Walde vor dem Herrn;

denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.

Psalm 96,1-3.7-13

  • Ich antworte mit einem Lobvers auf die Lesung. Dieser darf auch laut gesungen werden:

Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herren.

Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herren. Hosianna in der Höhe.

T: Psalm 118,26 und Matthäus 21,9 // M: Gerhard Trubel 1967

  • Ich nehme mir Zeit für das Bibelwort.

Jakobus 5, 7-8:

7 Haltet nun also geduldig aus, Geschwister, bis der Herr wiederkommt! Denkt an den Bauern, der darauf wartet, dass auf seinem Land die kostbare Ernte heranreift. Ihretwegen fasst er sich in Geduld, bis der Herbstregen und der Frühjahrsregen auf das Land gefallen sind.

8 Fasst auch ihr euch in Geduld und stärkt eure Herzen im Glauben, denn das Kommen des Herrn steht nahe bevor.

(Neue Genfer übersetzung)

 

Anmerkungen zum Text:

Geduld ist die Tugend, die zum adventlichen Leben dazugehört. Viele in der Gemeinde, an die Jakobus seinen Brief schickte, erwarteten die Wiederkunft Christi noch zu Lebzeiten. Jedes Gemeindemitglied, das starb, löste Fragen und Zweifel an dieser Überzeugung aus. Der Brief will die Hoffnung auf Jesu Wiederkunft bestärken, aber er betont gleichzeitig, dass nun die Zeit des Wartens ist, die viel Geduld braucht.

 

Viele kennen die Ungeduld in ihrem Engagement für mehr Schonung der Ressourcen dieser Welt. Im Angesicht eines sich weltweit verändernden Klimas fehlt das Verständnis für die trägen und langsamen Entscheidungen von Gremien und politisch Verantwortlichen. Diese Spannung zwischen dem Wunsch, eine erlöste Welt zu erleben, und dem Alltag mit seinen Sackgassen spiegelt die Fragen der Brieflesenden von damals wieder.

Wie kann man mutig weiter hoffen und doch mit sich und anderen dabei weiter Geduld üben?

  • Ich bete und spreche das VaterUnser.

  • Ich bitte Christus um den Segen für diesen Tag und die neue Woche.

  • Ich lösche die Kerze.

 

 

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              Sonntagsandacht zum 1. Advent                    

 

 

Sonntagsandacht für Zuhause

   

 

                           

  • Ich zünde eine Kerze an und lade Christus ein:

Christus, komm dazu in diese Zeit der Andacht und des Betens.

Auf deine gnädige Nähe vertraue ich nun. Amen.

  • Ich erinnere mich an die Bedeutung dieses Sonntags im Jahreskreis und lese den Wochenvers:

Mit dem 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Advent, das heißt Ankunft: die Adventszeit ist eine Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft Jesu in dieser Welt, eine Zeit der Vorfreude und der gespannten Erwartung: „Macht hoch, die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit!“

Wochenvers:

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sacharja 9, 9b)

  • Ich halte einen Augenblick Stille und lasse die Worte innerlich nachklingen.

  • Ein Lied zum Sonntag:

1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; / es kommt der Herr der Herrlichkeit, / ein König aller Königreich, / ein Heiland aller Welt zugleich, / der Heil und Leben mit sich bringt; / der halben jauchzt, mit Freuden singt: / Gelobet sei mein Gott, / mein Schöpfer reich von Rat!

2. Er ist gerecht, ein Helfer wert; / Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, / sein Königskron ist Heiligkeit, / sein Zepter ist Barmherzigkeit; / all unsre Not zum End er bringt, / derhalben jauchzt, mit Freuden singt: / Gelobet sei mein Gott, / mein Heiland groß von Tat!

3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, / so diesen König bei sich hat. / Wohl allen Herzen insgemein, / da dieser König ziehet ein. / Er ist die rechte Freudensonn, / bringt mit sich lauter Freud und Wonn. / Gelobet sei mein Gott, / mein Tröster früh und spat!

T. u. M.: Georg Weissel 1623

  • Ich lese den Wochenpsalm (Wenn Sie zu zweit die Andacht feiern, können die Verse jeweils abwechselnd gelesen werden):

Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.

Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet.

Wer darf auf des Herrn Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?

Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug und nicht falsche Eide schwört:

der wird den Segen vom Herrn empfangen

und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles.

Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt,

das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?

Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Streit.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.

Psalm 24,1-10

  • Ich antworte mit einem Lobvers auf die Lesung. Dieser darf auch laut gesungen werden:

Meine Hoffnung und meine Freude, / meine Stärke, mein Licht: / Christus, meine Zuversicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, / auf dich vertrau ich und fürcht´ mich nicht.

T: (Nach Jesaja 12,2) Taizé 1989 (deutsch) // M: Jacques Berthier, Taizé (Frankreich)1989 (GB Nr.361)

  • Ich nehme mir Zeit für das Bibelwort.

Sacharja 9, 9-10:

 

9 Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. 10 Denn ich will die Wagen vernichten in Ephraim und die Rosse in Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.

(Luther 2017)

 

Anmerkungen zum Text:

Ein König kommt in die Stadt, der den Krieg beendet und Frieden stiftet. Wir brauchen eine Übersetzung, die wir in demokratischen Regierungsformen heute leben, wer für uns dieser König sein kann. Dem König gebührte in alten Zeiten der Respekt der Untertanen und die unbedingte Treue. Dafür durfte man vom König Schutz und Hilfe bei Angriff, Terror oder Unterdrückung erwarten. Der König hatte die Macht, die gute Ordnung für alle in seinem Reich herzustellen.

Dieses Bild des guten Königs wird vom Propheten Sacharja auf Gott übertragen und in der neutestamentlichen Gemeinde später auf Christus. Nicht Gewalt und Willkür prägen diesen himmlischen Herrscher, sondern Gerechtigkeit, Hilfe und Demut. Christus kommt auf dem Esel reitend in die Stadt Jerusalem und schenkt denen, die sich in ihrer Armut nur einen Esel leisten konnten, seine besondere Aufmerksamkeit.

Im Advent erwarten wir, dass Christus denen neu Frieden bringt und ihnen hilft, die in dieser Welt an der Gewalt zu zerbrechen drohen.

  • Ich bete und spreche das VaterUnser

  • Ich bitte Christus um den Segen für diesen Tag und die neue Woche.

  • Ich lösche die Kerze.

 

 


     Sonntagsandacht für Zuhause zum Ewigkeitssonntag                

 

 

               

  • Ich zünde eine Kerze an und lade Christus ein:

Christus, komm dazu in diese Zeit der Andacht und des Betens. Auf deine gnädige Nähe vertraue ich nun. Amen.

  • Ich erinnere mich an die Bedeutung dieses Sonntags im Jahreskreis und lese den Wochenvers:

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist ver-gangen“. Diese gewaltige Vision aus dem letzten Buch der Bibel prägt den letzten Sonntag des Kirchenjahres. Der Blick geht hinaus über die Zeit hin zu Gottes Ewigkeit.

 

Wochenvers:

Lasst Eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. (Lukas 12,35)

  • Ich halte einen Augenblick Stille und lasse die Worte innerlich nachklingen.

  • Ein Lied zum Sonntag:

1. „Wachet auf“, ruft uns die Stimme / der Wächter sehr hoch auf der Zinne, / „wach auf, du Stadt Jerusalem! / Mitternacht heißt diese Stunde“; / sie rufen uns mit hellem Munde: / „Wo seid ihr klugen Jungfrauen? / Wohlauf, der Bräut'gam kommt, / steht auf, die Lampen nehmt! / Halleluja! / Macht euch bereit zu der Hochzeit, / ihr müsset ihm entgegengehn.“

2. Zion hört die Wächter singen, / das Herz tut ihr vor Freude springen, / sie wachet und steht eilend auf. / Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, / von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, / ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. / Nun komm, du werte Kron, / Herr Jesu, Gottes Sohn. / Hosianna! / Wir folgen all zum Freudensaal / und halten mit das Abendmahl.

3. Gloria sei dir gesungen / mit Menschen– und mit Engelzungen, / mit Harfen und mit Zimbeln schön. / Von zwölf Perlen sind die Tore / an deiner Stadt; wir stehn im Chore / der Engel hoch um deinen Thron. / Kein Aug hat je gespürt, / kein Ohr hat mehr gehört / solche Freude. / Des jauchzen wir und singen dir / das Halleluja für und für.

T: Philipp Nicolai 1597/98 // M: Philipp Nicolai 1597/98

  • Ich lese den Wochenpsalm (Wenn Sie zu zweit die Andacht feiern, können die Verse jeweils abwechselnd gelesen werden):

Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.

Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein.

Dann wird man sagen unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen getan!

Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.

Herr, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland.

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.

Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen

und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

Psalm 126, 1-6.

  • Ich antworte mit einem Lobvers auf die Lesung. Dieser darf auch laut gesungen werden:

Meine Hoffnung und meine Freude, / meine Stärke, mein Licht: / Christus, meine Zuversicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, / auf dich vertrau ich und fürcht´ mich nicht.

T: (Nach Jesaja 12,2) Taizé 1989 (deutsch) // M: Jacques Berthier, Taizé (Frankreich)1989 (GB Nr.361)

  • Ich nehme mir Zeit für das Bibelwort.

Offenbarung 21, 1-7:

1 Danach sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen; auch das Meer gab es nicht mehr. 2 Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, schön wie eine Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat.

3 Und vom Thron her hörte ich eine mächtige Stimme rufen: »Seht, die Wohnung Gottes ist jetzt bei den Menschen! Gott wird in ihrer Mitte wohnen; sie werden sein Volk sein – ein Volk aus vielen Völkern, und er selbst, ihr Gott, wird ´immer` bei ihnen sein.

4 Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen.« 5 Daraufhin sagte der, der auf dem Thron saß: »Seht, ich mache alles neu.« Und er befahl mir: »Schreibe die Worte auf, die du eben gehört hast! Denn sie sind wahr und zuverlässig.« 6 Dann sagte er zu mir: »Nun ist alles erfüllt. Ich bin das A und das O, der Ursprung und das Ziel aller Dinge. Wer Durst hat, dem werde ich umsonst von dem Wasser zu trinken geben, das aus der Quelle des Lebens fließt. (Neue Genfer Übersetzung)

 

Anmerkungen zum Text:

In diesem Text braucht jeder einzelne Vers Zeit, für sich gelesen zu werden. Die Bilder, die hier gezeichnet werden, sind voller Trost und Hoffnung. Dem neuen Himmel und der neuen Erde fehlt die Gebrochenheit, die ein Leben in der Trennung von Gott oft prägt. Der Tod ist überwunden und hier erfüllt sich die Osterverheißung, dass wir mit Christus am Ende der Zeit auferstehen werden. Für jeden ist genug zu Essen und zu Trinken da.

Was wir heute oft nur erahnen können und glauben müssen, wird in diesem Text mit wenigen Sätzen als neue Wirklichkeit ausgemalt.

  • Ich bete und spreche das VaterUnser.

  • Ich bitte Christus um den Segen für diesen Tag und die neue Woche.

  • Ich lösche die Kerze.

 

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      Sonntagsandacht für Zuhause                                             

               ... für den 15.11.2020                                 

  • Ich zünde eine Kerze an und lade Christus ein:

Christus, komm dazu in diese Zeit der Andacht und des Betens. Auf deine gnädige Nähe vertraue ich nun. Amen.

  • Ich erinnere mich an die Bedeutung dieses Sonntags im Jahreskreis und lese den Wochenvers:

Wochenvers:

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

(2.Korinther 5, 10a)

 

Dem Horizont des Gerichts stellt der Wochenspruch die bleibende Verbindung mit Christus an die Seite: „Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn“. Der vorletzte Sonntag des Kirchenjahres wird in der Regel als Friedenssonntag oder Volkstrauertag gefeiert.

  • Ich halte einen Augenblick Stille und lasse die Worte innerlich nachklingen.

  • Ich lese den Wochenpsalm (Wenn Sie zu zweit die Andacht feiern, können die Verse jeweils abwechselnd gelesen werden):

Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.

Unser Gott kommt und schweiget nicht. Fressendes Feuer geht vor ihm her und um ihn her ein gewaltiges Wetter.

Er ruft Himmel und Erde zu, dass er sein Volk richten wolle:

»Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.«

Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden; denn Gott selbst ist Richter.

»Höre, mein Volk, lass mich reden; / Israel, ich will wider dich zeugen: Ich, Gott, bin dein Gott. Nicht deiner Opfer wegen klage ich dich an – sind doch deine Brandopfer immer vor mir. «

» Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde, 15 und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.«

Psalm 50, 1-6.14

  • Ich antworte mit einem Lobvers auf die Lesung. Dieser darf auch laut gesungen werden:

Meine Hoffnung und meine Freude, / meine Stärke, mein Licht: / Christus, meine Zuversicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, / auf dich vertrau ich und fürcht´ mich nicht.

T: (Nach Jesaja 12,2) Taizé 1989 (deutsch) // M: Jacques Berthier, Taizé (Frankreich)1989 (GB Nr.361)

 

  • Ich nehme mir Zeit für das Bibelwort.

 

Lukas 16, 1-9:

1 Jetzt wandte sich Jesus an seine Jünger und erzählte folgende Geschichte: »Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Als er erfuhr, dass dieser seinen Besitz verschleuderte, 2 stellte er ihn zur Rede: ›Was muss ich von dir hören? Bring mir deine Abrechnung! Du bist entlassen!‹

3 Der Verwalter überlegte: ›Was mache ich jetzt? Meinen Posten bin ich los. Die schwere Feldarbeit liegt mir nicht, und zum Betteln bin ich zu stolz.

4 Aber ich weiß, was ich tue. Ich mache mir Freunde, die mich in ihren Häusern aufnehmen, wenn ich arbeitslos bin.‹ 5 Er ließ nacheinander alle Männer zu sich rufen, die bei seinem Herrn Schulden hatten. Den ersten fragte er: ›Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?‹

6 Der Mann antwortete: ›Hundert Fässer Olivenöl.‹ ›Hier ist dein Schuldschein‹, erklärte ihm der Verwalter. ›Trag fünfzig ein!‹

7 ›Und du?‹, fragte er einen anderen. ›Hundert Säcke Weizen.‹ ›Hier, nimm den Schuldschein und schreib stattdessen achtzig!‹, forderte er ihn auf.«

8 Der Herr lobte den betrügerischen Verwalter dafür, dass er so vorausschauend gehandelt hatte. Denn wenn es darum geht, sich seine Zukunft zu sichern, sind die Menschen dieser Welt klüger und geschickter als die Menschen, die im Licht Gottes leben. 9 Jesus erklärte seinen Jüngern: »Ich sage euch: So klug wie dieser ungerechte Verwalter sollt auch ihr das Geld einsetzen. Macht euch Freunde damit! Dann werdet ihr, wenn euch das Geld nichts mehr nützen kann, einen Platz im Himmel bekommen.

(Hoffnung für Alle)

 

Anmerkungen zum Text:

Dieses Gleichnis Jesu wirbt dafür, klug und verantwortlich mit den Lebensmöglichkeiten umzugehen, die sich einem bieten. So moralisch fragwürdig die Taten des Verwalters sind, sie öffnen ihm die Tür für Gnade und Achtung bei denen, auf die dieser Mensch in Zukunft angewiesen sein wird.

Die Fähigkeit, gütig sein zu können und anderen ihre Schuld auch vergebend zu erlassen, sind ein wichtiger Schlüssel dafür, wie am Ende ein Leben und ein Mensch beurteilt werden wird.

  • Ich bete und spreche das VaterUnser.

  • Ich bitte Christus um den Segen für diesen Tag und die neue Woche.

  • Ich lösche die Kerze.

 

 

 

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Sonntagsandacht für Zuhause    .. 08.11.2020              

 

  • Ich zünde eine Kerze an und lade Christus ein:

Christus, komm dazu in diese Zeit der Andacht und des Betens. Auf deine gnädige Nähe vertraue ich nun. Amen.

  • Ich erinnere mich an die Bedeutung dieses Sonntags im Jahreskreis und lese den Wochenvers:

Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen“, heißt es im Wochenspruch für diesen Sonntag. Die Erneuerung des Lebens beginnt schon jetzt – und steht noch aus. In dieser Spannung leben wir. Das, was wir schon erleben, und das, was wir noch erwarten, aber noch nicht sehen können, steht an diesem Sonntag im Mittelpunkt der Worte und Gedanken.

 

Wochenvers:

Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

(Matthäus 5,9)

  • Ich halte einen Augenblick Stille und lasse die Worte innerlich nachklingen.

  • Ich lese den Wochenpsalm (Wenn Sie zu zweit die Andacht feiern, können die Verse jeweils abwechselnd gelesen werden):

Könnte ich doch hören, was Gott der HERR redet, dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf dass sie nicht in Torheit geraten.

Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Lande Ehre wohne;

dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen;

dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;

dass uns auch der HERR Gutes tue und unser Land seine Frucht gebe;

dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge.

Psalm 85, 9-14

  • Ich antworte mit einem Lobvers auf die Lesung. Dieser darf auch laut gesungen werden:

Meine Hoffnung und meine Freude, / meine Stärke, mein Licht: / Christus, meine Zuversicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, / auf dich vertrau ich und fürcht´ mich nicht.

T: (Nach Jesaja 12,2) Taizé 1989 (deutsch) // M: Jacques Berthier, Taizé (Frankreich)1989 (GB Nr.361)

  • Ich nehme mir Zeit für das Bibelwort.

 

1. Thessalonicherbrief 5, 1-6:

 

1 Zur Frage nach dem Zeitpunkt und den näheren Umständen dieser Ereignisse braucht man euch nichts zu schreiben, Geschwister. 2 Ihr selbst wisst ganz genau, dass jener große Tag, der Tag des Herrn, so unerwartet kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.

3 Wenn die Leute meinen, es herrsche Frieden und Sicherheit, wird plötzlich das Unheil über sie hereinbrechen wie Wehen, die eine schwangere Frau überfallen, und es wird kein Entrinnen geben.

4 Ihr aber, Geschwister, lebt nicht in der Finsternis, und deshalb wird euch jener Tag nicht wie ein Dieb überraschen.

5 Ihr alle seid ja Menschen des Lichts, und euer Leben wird von jenem kommenden Tag bestimmt. Weil wir also nicht zur Nacht gehören und nichts mit der Finsternis zu tun haben,6 dürfen wir auch nicht schlafen wie die anderen, sondern sollen wach und besonnen sein.

(Neue Genfer Übersetzung)

 

Anmerkungen zum Text:

Die junge christliche Gemeinde in Thessaloniki lag Paulus besonders am Herzen. Ihm ist daran gelegen, dass die Gemeindeglieder ein gutes und gesundes Wachstum ihres Glauben erleben.

Dunkelheit und Licht beschreibt Paulus wie die entgegengesetzten Pole eines Magneten. Die positiven Emotionen gehören zur Lichtseite, die negativen Dinge ordnet er der Dunkelheit zu. Wo Menschen überrascht werden, wie von dem Einbruch eines Diebes, erleben sie die Begegnung mit dunklen Mächten. Diese Kräfte und Mächte gehören nicht zu einem Leben in der Christusnachfolge.

Im Glauben unterwegs zu sein, stellt ein Leben auf die dem Tag, dem Licht und der Zukunft zugewandten Seite der Existenz. Wachheit und Besonnenheit sind die beiden Tugenden, die damals und heute unser Leben im Glauben weitertragen. Sie warnen vor den Anfechtungen und Angriffen von lebensverneinenden Kräften und helfen, diese Kräfte zu überwinden.

  • Ich bete und spreche das VaterUnser.

  • Ich bitte Christus um den Segen für diesen Tag und die neue Woche.

  • Ich lösche die Kerze.

 

 

Sonntagsandacht für Zuhause      ..... für den 1.11.2020                           

 

  • Ich zünde eine Kerze an und lade Christus ein:

Christus, komm dazu in diese Zeit der Andacht und des Betens. Auf deine gnädige Nähe vertraue ich nun. Amen.

  • Ich erinnere mich an die Bedeutung dieses Sonntags im Jahreskreis und lese den Wochenvers:

Christlicher Glaube bewährt sich in der Welt. „Suchet der Stadt Bestes“, „Überwindet das Böse mit Gutem“ – solche Sätze fordern zum Handeln heraus. Das steht im Mittelpunkt dieses Sonntags

 

Wochenvers:

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten. (Römer 12,21)

  • Ich halte einen Augenblick Stille und lasse die Worte innerlich nachklingen.

  • Ich lese den Wochenpsalm (Wenn Sie zu zweit die Andacht feiern, können die Verse jeweils abwechselnd gelesen werden):

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele. Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Unverständigen weise.

Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen.

Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des HERRN sind wahrhaftig, allesamt gerecht.

Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim.

Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen; und wer sie hält, der hat großen Lohn.

Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden!

Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, dass sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Tadel sein und unschuldig bleiben von großer Missetat.

Psalm 19, 8-14

  • Ich antworte mit einem Lobvers auf die Lesung. Dieser darf auch laut gesungen werden:

Meine Hoffnung und meine Freude, / meine Stärke, mein Licht: / Christus, meine Zuversicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, / auf dich vertrau ich und fürcht´ mich nicht.

T: (Nach Jesaja 12,2) Taizé 1989 (deutsch) // M: Jacques Berthier, Taizé (Frankreich)1989 (GB Nr.361)

  • Ich nehme mir Zeit für das Bibelwort.

Jeremia 29 (in Auszügen):

1 Der Prophet Jeremia schickte aus Jerusalem einen Brief an die Sippenoberhäupter, die Priester, die Propheten und alle anderen, die den Angriff der Babylonier überlebt hatten und von Nebukadnezar nach Babylonien verschleppt worden waren. …

4 Jeremia schrieb: „So spricht der HERR, der allmächtige Gott Israels, zu allen Verbannten, die er von Jerusalem nach Babylonien wegführen ließ:

5 Baut euch Häuser und wohnt darin! Legt Gärten an und erntet ihre Früchte!

6 Heiratet und zeugt Kinder! Wählt für eure Söhne Frauen aus, und lasst eure Töchter heiraten, damit auch sie Kinder zur Welt bringen. Euer Volk soll wachsen und nicht kleiner werden.

7 Bemüht euch um das Wohl der Stadt, in die ich euch wegführen ließ, und betet für sie. Wenn es ihr gut geht, wird es auch euch gut gehen.“

(Hoffnung für alle)

 

Anmerkungen zum Text:

Aus dem vom Krieg gezeichneten Jerusalem, wo viele Schäden nach der Schlacht mit den Babylonischen Truppen nicht repariert werden konnten und viele Bewohner große Not leiden, schreibt Jeremia an die Deportierten nach Babylon.

Er sieht kein schnelles Ende der Not und der Deportation vor sich. Der Prophet schwört die Brieflesenden auf eine lange Zeit in der Fremde ein. Nicht die Rückkehr und der Aufbau in der Heimat sind das Gebot der Zeit, sondern das sesshaft werden in der Fremde und die Sorge um Dörfer und Städte, in denen man lebt.

Menschen haben dieses Wort immer als Ermutigung gelesen, nicht den Zukunftsträumen nach einem anderen Leben an einem anderen Ort nachzuhängen, sondern dort sich zu engagieren und zu helfen, wo man nun von Gott hingestellt ist.

 

  • Ich bete und spreche das VaterUnser.

  • Ich bitte Christus um den Segen für diesen Tag und die neue Woche.

  • Ich lösche die Kerze.

 

 

 

 

Sonntagsandacht für Zuhause

 

für den 25.10.2020

 

 

  

*Ich zünde eine Kerze an und lade Christus ein:

Christus, komm dazu in diese Zeit der Andacht und des Betens.

Auf deine gnädige Nähe vertraue ich nun. Amen.

 

  • Ich erinnere mich an die Bedeutung dieses Sonntags im Jahreskreis und lese den Wochenvers:

Der heutige Sonntag fragt nach dem Sinn von Ordnungen – und spart auch unbequeme Themen nicht aus.

 

Wochenvers:

Es ist Dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6,8)

  • Ich halte einen Augenblick Stille und lasse die Worte innerlich nachklingen.

  • Ich lese den Wochenpsalm (Wenn Sie zu zweit die Andacht feiern, können die Verse jeweils abwechselnd gelesen werden):

Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des Herrn wandeln!

Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten, die ihn von ganzem Herzen suchen, die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun.

Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden.

Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen, dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit.

Deine Gebote will ich halten; verlass mich nimmermehr!

Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.

Zeige mir, Herr, den Weg deiner Gebote, dass ich sie bewahre bis ans Ende.

Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.

Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich?

Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe,

und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.

Stärke mich, dass ich gerettet werde, so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

(aus Psalm 119)

  • Ich antworte mit einem Lobvers auf die Lesung. Dieser darf auch laut gesungen werden:

Meine Hoffnung und meine Freude, / meine Stärke, mein Licht: / Christus, meine Zuversicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, / auf dich vertrau ich und fürcht´ mich nicht.

T: (Nach Jesaja 12,2) Taizé 1989 (deutsch) // M: Jacques Berthier, Taizé (Frankreich)1989 (GB Nr.361)

  • Ich nehme mir Zeit für das Bibelwort.

Markus 2, 23-28:

 

23 An einem Sabbat ging Jesus durch die Felder. Seine Jünger fingen an, am Weg entlang Ähren abzureißen und die Körner zu essen. 24 Da sagten die Pharisäer zu ihm: »Hast du gesehen, was sie da tun? Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt!« 25 Jesus entgegnete: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter nichts zu essen hatten und Hunger litten? 26 Wie er damals – zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar – ins Haus Gottes ging und von den geweihten Broten aß, von denen doch nur die Priester essen dürfen, und wie er auch seinen Begleitern davon gab?« 27 Und Jesus fügte hinzu: »Der Sabbat ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat. 28 Darum ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.« (Luther 2017)

 

Anmerkungen zum Text:

Weil am Sabbat nicht geerntet und gearbeitet werden durfte, kommen die Freunde Jesu mit den Pharisäern in Konflikt. Das Sammeln von Weizenkörnern am Rand des abgeernteten Feldes gab den Armen im Dorf die Möglichkeit, auch ohne eigene Felder von der Ernte zu profitieren. Der Konflikt entzündet sich daran, ob die Jünger arbeiten oder nur ihr Essen für diesen Tag sammeln.

Gebote und Gesetze, die Menschen das Lebensnotwendige verweigern, sind in der jesuanischen Auslegung der Situation nicht im Sinne Gottes. Gott gab seine Gebote und Gesetze, damit alle in der menschlichen Gemeinschaft Gerechtigkeit erfahren und sie das für sie „Not-Wendende“ bekommen können.

  • Ich bete und spreche das VaterUnser.

  • Ich bitte Christus um den Segen für diesen Tag und die neue Woche.

  • Ich lösche die Kerze.

  •  

     

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  • für den 18.10.2020

  • Ich zünde eine Kerze an und lade Christus ein:

Christus, komm dazu in diese Zeit der Andacht und des Betens.

Auf deine gnädige Nähe vertraue ich nun. Amen.

  • Ich erinnere mich an die Bedeutung dieses Sonntags im Jahreskreis und lese den Wochenvers:

Am heutigen Sonntag erinnern wir uns daran, dass der Mensch nicht allein aus dem Leib besteht, der krank werden und sterben kann. Wenn Jesus heilt, so heilt er immer den ganzen Menschen.

Wochenvers:

Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen . (Jeremia 17,14)

  • Ich halte einen Augenblick Stille und lasse die Worte innerlich nachklingen.

  • Ich lese den Wochenpsalm (Wenn Sie zu zweit die Andacht feiern, können die Verse jeweils abwechselnd gelesen werden):

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist!

Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist!

Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.

Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird.

Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht.

Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen.

Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.

Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.

Freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, und jauchzet, alle ihr Frommen. (aus Psalm 32)

  • Ich antworte mit einem Lobvers auf die Lesung. Dieser darf auch laut gesungen werden:

Meine Hoffnung und meine Freude, / meine Stärke, mein Licht: / Christus, meine Zuversicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, / auf dich vertrau ich und fürcht´ mich nicht.

T: (Nach Jesaja 12,2) Taizé 1989 (deutsch) // M: Jacques Berthier, Taizé (Frankreich)1989 (GB Nr.361)

  • Ich nehme mir Zeit für das Bibelwort.

 Epheser 4, 22-32:

 

22 Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. 23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

 

25 Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. 26 Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen 27 und gebt nicht Raum dem Teufel. 28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. 29 Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören. 30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. 31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. 32 Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus. (Luther 2017)

 

Anmerkungen zum Text:

 

Christus verändert uns, wenn wir uns im Glauben auf ein Leben mit ihn einlassen. In der jungen Christenheit sprach man von dem neuen Menschen, der im Glauben und durch die Taufe geboren wird und in uns wächst. Im Epheserbrief wird diese Überzeugung in den ersten Versen erklärt und in den folgenden Sätzen übersetzt man die Erfahrung des neuen Mensch-seins in alltägliche Beispiele. John Wesley sprach davon, dass durch Gottes Geist eine neue Schöpfung in uns entsteht, die uns persönlich erneuert und auch die Erlösung aller anderen Menschen und Kreaturen im Blick hat.

  • Ich bete und spreche das VaterUnser.

  • Ich bitte Christus um den Segen für diesen Tag und die neue Woche.

  • Ich lösche die Kerze.

 

 

 

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                     +++ Sonntagsbrief +++   

 

                     ... zu Pfingsten 2020                        

 

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

wir gehen auf Pfingsten zu in dieser Woche und auch ohne Corona-Nachrichten spielt für viele dieser Feiertag nur in Hinblick auf das lange Ferienwochenende eine Rolle. Dieses Jahr ist auch hier alles anders: es gibt keine großen Musik-Events an Pfingsten, die Zeltlager und Jugendtreffen sind abgesagt oder ins Internet verlegt worden (siehe dazu den Bericht vom virtuellen Pfingstjugendtreffen der EmK!). Urlaubsreisen werden sich auf die nähere Umgebung beschränken und vielleicht gibt es am Freitag mal keinen unendlichen Stau auf der A1 und A2 Richtung Westen und Osten.

Haben Sie pfingstliche Pläne für dieses Wochenende? Schon Ostern haben wir nach neuen Formen gesucht, um einen christlichen Feiertag auch in anderer Form bewusst und engagiert zu feiern. Ich freue mich darauf, dass wir am Sonntag einen Gottesdienst in der Lagenser Erlöserkirche planen können, in dem wir Pfingsten feiern. Die Erinnerung an die Geistausgießung beim 1. Pfingstfest ist die Erinnerung an den Geburtstag der Kirche. Darum eine Idee, wie man in diesem Jahr auch im Privaten das Pfingstfest gestalten kann: ich zünde meine Pfingst-Geburtstagskerze für mein Leben in der Kirche und mit der Gemeinde an und stelle ein Symbol dazu, was mir an dieser Gemeinschaft wichtig ist. Vielleicht ist das für Sie eine Bastelarbeit oder ein Heft aus der Sonntagschule oder das Gesangbuch.

 

Ich wünsche Ihnen und uns ein gesegnetes Pfingstfest, ob in der Gottesdienstfeier oder in der privaten Andacht.

 

Predigtgedanken zu Apostelgeschichte 2,1-21 für Pfingsten 2020

 

1 Schließlich kam das Pfingstfest. Auch an diesem Tag waren sie alle wieder am selben Ort versammelt. 2 Plötzlich setzte vom Himmel her ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm; das ganze Haus, in dem sie sich befanden, war von diesem Brausen erfüllt. 3 Gleichzeitig sahen sie so etwas wie Flammenzungen, die sich verteilten und sich auf jeden Einzelnen von ihnen niederließen.4 Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie begannen, in fremden Sprachen zu reden; jeder sprach so, wie der Geist es ihm eingab.

5 Wegen des Pfingstfestes hielten sich damals fromme Juden aus aller Welt in Jerusalem auf.

6 Als nun jenes mächtige Brausen vom Himmel einsetzte, strömten sie in Scharen zusammen. Sie waren zutiefst verwirrt, denn jeder hörte die Apostel und die, die bei ihnen waren, in seiner eigenen Sprache reden.

7 Fassungslos riefen sie: »Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? 8 Wie kommt es dann, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört? 9 Wir sind Parther, Meder und Elamiter; wir kommen aus Mesopotamien und aus Judäa, aus Kappadozien, aus Pontus und aus der Provinz Asien, 10 aus Phrygien und Pamphylien, aus Ägypten und aus der Gegend von Zyrene in Libyen. Sogar aus Rom sind Besucher hier, 11 sowohl solche, die von Geburt Juden sind, als auch Nichtjuden, die den jüdischen Glauben angenommen haben. Auch Kreter und Araber befinden sich unter uns. Und wir alle hören sie in unseren eigenen Sprachen von den wunderbaren Dingen reden, die Gott getan hat!«

12 Alle waren außer sich vor Staunen. »Was hat das zu bedeuten?«, fragte einer den anderen, aber keiner hatte eine Erklärung dafür. 13 Es gab allerdings auch einige, die sich darüber lustig machten. »Die haben zu viel süßen Wein getrunken!«, spotteten sie. (Neue Genfer Übersetzung)

 

Pfingsten ist auch für kirchliche Insider immer etwas schwerer zu erklären, als Weihnachten oder Ostern. Der Evangelist Lukas hat in der Missionsgeschichte der frühen Christenheit, in der Apostelgeschichte, ganz am Anfang dieses Pfingstwunder beschrieben. Gottes Geist ergießt sich in einem Windbrausen und in Feuerflammen über die Menschen. Die Freunde und Anhängerinnen Jesu hatten sich nach Ostern versteckt, weil sie fürchteten, wie Jesu hingerichtet zu werden. Doch als das jüdische Schawuot-Fest in Jerusalem gefeiert wird und viele Besucher aus allen möglichen Ländern in der Stadt sind, da verändert Gottes Geist die Menschen und alle, die von ihm berührt werden. Hier beginnt die Geschichte der christlichen Kirchen und Gemeinden.

 

Drei markante Veränderungen gehören zu dieser Geistbegegnung:

  • Die Nachfolgenden Jesu treten aus den geschützten vier Wänden in die Öffentlichkeit und alle hören, was sie zu sagen haben.

  • Der Geist überwindet die Sprachbarrieren. Jeder kann jede und jeden in seiner eigenen Sprache wieder verstehen.

  • Vom Geist Berührte reden davon, was ihnen Gottes Geist zeigt und offenbart.

Das sind die zentralen Merkmale der kirchlichen Bewegung seit diesem 1. Pfingstfest geblieben: Kirche und Gemeinde redet öffentlich vom Glauben und Gottes liebender Gegenwart.

Kirche durchbricht Kultur- und Sprachbarrieren und kann nie allein national oder Monoethnisch sein.

Die Botschaft der Kirche hat ihren Ursprung im Wort Gottes, bei aller menschlicher Gestalt, in der diese Botschaft daher kommt.

Unser Kirchenlogo hat darum bewusst zum Kreuzsymbol auch die roten Pfingstflammen dazu gezeichnet, weil erst dieser verändernde Gottesgeist die christliche Gemeinschaft lebendig macht und ihr die Dynamik für alle politischen und diakonischen Aufgaben gibt.

 

Der Schritt nach draußen, das Wunder des Verstehens und der Fokus auf das göttliche Wort – was steht in diesem Jahr im Mittelpunkt?

 

Kein Teil der Pfingstbotschaft ist wichtiger als ein anderer, aber nicht jeder Gedankenkreis trifft vielleicht in diesem Jahr für uns den sensiblen Punkt. Die Berichte aus der weltweiten Kirche auch in unseren Gemeindebriefen in den letzten Wochen haben gezeigt, wie sehr uns die Pandemiezeiten als Menschen in den vielen verschiedenen Regionen und Kulturen eher zusammen gebracht hat und auch Trennungen überwunden werden konnten. Keiner kann allein den Kampf gegen diese Geisel der Menschheit gewinnen. Wir werden in dieser Zeit von weltweiten Corona-Statistiken daran erinnert, wie man überall gefährdet ist und wie doch diese Krankheit überall sehr unterschiedliche Bilder bekommt und sich ganz eigene Herausforderungen vor Ort ergeben. Der Nase-Mund-Schutz wird zum globalen Symbol dieser Wochen.

Aber wie steht es um den Schritt der geistbewegten Christen in diesem Jahr in die Öffentlichkeit hinein? Sichtbar gibt es auch bei uns wieder Gottesdienste und ich möchte mit Ihnen dafür beten, dass unsere ökumenischen Freunde und Nachbarn in der EFG, in den römisch-katholischen Gemeinden, in den reformierten und lutherischen Gemeinden und in den freien evangelischen Gemeinden erleben mit uns erleben, dass Gott diese wiedergeöffneten Kirchen und Gemeindehäuser wieder zu einem Segen für unsere Städte und Kommunen werden lässt.

Die pfingstliche Herausforderung in dieser Zeit ist, das Private soweit zu öffnen, dass wir einander weiter schützen, aber auch entdecken können, was das persönliche Leben Anderer trägt. Kirche fing zur Zeit der Apostelgeschichte ihre Arbeit in Privatwohnungen und Häusern an und über die vielen „unorganisierten“ Begegnungen breitet sich die christliche Idee überall aus. Ob uns das in diesen Wochen gelingen wird, das Private für andere zu öffnen, weil so Gottes Liebe und Jesu Wort des Lebens neu unter uns Dynamik entwickeln kann?

Ganz sichtbar dürfen wir für einander die Türen öffnen – unter Einhaltung von Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen – und darauf hoffen, dass Gottes Geist immer noch die Dinge verändern wird.

 

Pfingsten wirkt durch geteiltes Leben

 

Für eine Freizeit hatte sich ein Mädchen angemeldet, weil sie mit ihrer Freundin nach Südfrankreich fahren wollte. Dass diese Fahrt von der Kirche organisiert war, störte sie zwar, aber die Urlaubssonne zog am Ende dann mehr. Auf dieser Fahrt überhitzten die Motoren, brachen Benzinleitungen und Campingplätze konnten vor Ort nicht gebucht werden. Jeder Tag auf der Reise war in der Regel wenig berechenbar und brauchte viel Gottvertrauen. Aber es wurde viel gebetet, gesungen und diskutiert. Am letzten Abend sagte dieses Mädchen: „Am Anfang waren Eure Lieder und was ihr da diskutiert habt überhaupt nichts für mich, aber nun nach 14 Tagen singe ich auch innerlich jedes Eurer Lieder mit!“

So funktioniert Pfingsten immer wieder: wir teilen etwas von unserem Alltag und Glauben und am Ende wandert da etwas von Gottes Geist in ein anderes Leben weiter und schreibt hier seine eigene Geschichte des Glaubens und des Lebens. Denn nicht wir überzeugen einander, sondern Gottes Geist berührt Menschen und verändert sie.

Amen.

 

Gottesdienst in der EmK- Lage: Pfingstsonntag, 10:30 Uhr

 

Am vergangenen Sonntag traf sich ein überschaubarer Kreis zum Gottesdienstfeiern in der Detmolder Immanuelkirche. Auch wenn vieles anders gestaltetet werden musste als gewohnt, freuten sich doch die, die dabei sein konnten, über das Wiedersehen und die gemeinsame Andachtszeit.

In Lage ist nun auch die Erlöserkirche für den 1. Gottesdienst nach der Coronapause vorbereitet und wir laden dort zum Pfingstgottesdienst ein. Die Feier wird um 10:30 Uhr in der Hindenburgstraße in Lage beginnen.

 

Pfingstival goes online…

 

Das ist etwas Neues: obwohl das Jugendpfingsttreffen „Pfingstival“ in Hamburg abgesagt werden musste, gibt es trotzdem ein Pfingstival. Über den Link https://medium.com/@pfingstival kommt man zu Ideen, Impulsen, interaktiven Spielen und Chats, die das Pfingstival in diesem Jahr zu Euch nach Hause holen.

Am Sonntagmorgen wird es per Live-Stream auch eine Predigt von Lars Weinknecht und Andreas Fahnert geben. Auch auf Distanz hoffen die Mitarbeitenden, dass Ihr in diesem Jahr etwas vom Pfingstival-Feeling erleben könnt. Einfach anmelden und immer wieder über Pfingsten sich einklinken!

 

Stadtradeln – wer ist dabei?

 

Im vergangenen Jahr gab es die Premiere und auch in 2020 wollen wir zum Stadtradeln einladen. Birgit Braeske hat ein Ev.-meth. Kirchenteam auch für dieses Jahr in Lage angemeldet. Nun braucht dieses Team MitgliederInnen, die mit in die Pedale treten. Über die e-mail-Adresse der Gemeinde leiten wir den Interessierten dann die Daten und wie man seine Fahrten richtig in die Team-Statistik einträgt weiter. Sind sie mit dabei, dann unter lage@emk.de Kontakt aufnehmen.

 

Keine Norddeutsche Jährliche Konferenz, aber ein bischöflicher Sendungsgottesdienst!

 

In diesem Jahr wurde für alle drei deutschen jährlichen Konferenzen beschlossen, kein Treffen als Mitgliederversammlung und Kirchenparlament zu organisieren. In 2021 wird zu den nächsten Plenartagungen der Konferenzen eingeladen werden.

Doch zur Praxis der methodistischen Kirche gehört es, dass der Bischof jedes Jahr neu Pastoren und Pastorinnen in die Gemeindebezirke und kirchlichen Dienstaufgaben entsendet. Dies wird in diesem Jahr am 21.Juni bei einem zentralen Gottesdienst in der Erfurter Ägidienkirche geschehen und auf YouTube im Live-Stream übertragen werden. Der Link und die konkreten Daten werden noch veröffentlicht. Auch ich werde dann für die Arbeit in Detmold und Lage für ein weiteres Jahr eine Dienstzuweisung ausgesprochen bekommen.

 

Von Personen

 

Heinz Wiesekopsieker spürt, dass die fortschreitende Krankheit weiter dem Körper die Kraft nimmt, aber er kann ohne Schmerzen die schönen Frühlings- und Sommertage erleben und auch genießen. Wir bitten um Fürbitte für ihn.

 

 

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen,

Ihr / Dein Günter Loos!

 

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   ... zum Sonntag Rogate 2020                                      

 

 

Freitag, den 15. Mai 2020

 

Liebe Lesende,

liebe Geschwister, Glieder und Freunde der Immanuelgemeinde,

 

seit Mitte März leben wir in der „Corona-Krise“. Wir wurden in vielen Dingen eingeschränkt, durften uns nicht mehr mit jedem treffen, nicht mehr zur Schule oder zur Arbeit, nicht mal in die Kirche. Restaurants, Cafès, Eisdielen, Geschäfte – alles war geschlossen. Veranstaltungen jeder Art wurden abgesagt. Sport ging auch nur noch alleine und draußen… Jeder hat diese Zeit der Einschränkungen anders erlebt. Viele fühlten sich eingesperrt und überfordert mit Home-office und Home-schooling und Kleinkindbetreuung gleichzeitig. Viele machten sich große Sorgen – um ihre Gesundheit und die ihrer Lieben, um ihre Arbeitsstelle, um die finanzielle Situation, um die Bildung der Kinder. Viele waren einfach furchtbar einsam so ohne soziale Kontakte... Einige aber haben es vielleicht auch genossen mehr Zeit zu haben für die Familie, für alte Hobbys, die neu belebt wurden, für Spaziergänge in der Natur mitten in der Woche. Sie genossen es, weniger Stress zu haben, weil man nirgendwo hinmuss. So sang in dieser Zeit jeder sein eigenes Lied (…wenn wir an das anknüpfen, was Volker uns letzte Woche geschrieben hat).

Und nun gibt es immer mehr Lockerungen. Plötzlich darf man wieder ganz viel (wenn auch nicht alles). Und auch jetzt ist es wieder so, dass es jeder anders erlebt und auffasst. Manchen kann es nicht schnell genug gehen, wieder in das „normale“ Leben zurückzukehren, manch anderen geht dagegen alles viel zu schnell und sie bauen neue Ängste auf.

Wie gut ist es gerade in dieser Zeit, sich einmal zurückzuziehen und in der Stille einmal über alles nachzudenken und mit Jesus, unserem besten Freund, der immer und auch jetzt bei uns ist, ins Gespräch zu kommen.

 

In der Stille angekommen, werd ich ruhig zum Gebet. Große Worte sind nicht nötig, denn Gott weiß ja, wie’s mir geht. In der Stille angekommen, leg ich meine Masken ab und ich sage Gott ganz ehrlich, was ich auf dem Herzen hab. Danken und loben, bitten und fleh’n, Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen seh’n, reden, hören, fragen versteh’n. Zeit mit Gott verbringen – die Welt mit seinen Augen seh’n.

Dieses Lied von Christoph Zehender bringt es auf den Punkt. Egal, wie es mir geht – Gott weiß es schon. Er hört mir zu. Ich kann ihm alles sagen, meine Freuden und meine Ängste und Sorgen. Jesus versteht mich. Und wenn ich Zeit mit ihm verbringe, im Gebet oder beim Lesen in der Bibel, gelingt es mir immer mehr, die Welt auch mit seinen Augen zu sehen, von mir selber wegzublicken. Vielleicht ändert sich gar nichts direkt an meiner Situation ( ich bin immer noch in der Risikogruppe, es fehlt vielleicht immer noch Geld und die Kinder dürfen immer noch nicht täglich in die Schule), aber mein von Jesus geleiteter Blick lässt mich die Situation anders einschätzen.

Möglicherweise kann ich Gutes in der Situation entdecken: Ich muss nicht weg, dadurch habe ich Zeit, längere Telefonate mit Freunden oder Verwandten zu führen, mit denen ich schon lange mal wieder reden wollte. Ich kann endlich mal wieder ein Buch lesen, ein Puzzle machen, ein Bild malen, Briefmarken sortieren, nähen oder anderes. Ich kann an einem ganz gewöhnlichen Wochentag bei einem Spaziergang oder im Garten Gottes schöne Natur erleben – und sie wird immer wunderbarer, da es im Moment weniger Abgase gibt, die sie zerstören. (Im Bosporus gibt es wieder Delfine, ist das nicht ein Wunder?) Ich kann wahrnehmen, dass die Einschränkungen in Deutschland wirklich was gebracht haben (man schaue sich nur den Unterschied zu Italien und Spanien an!!), selbst wenn ich mich persönlich sehr zurücknehmen musste. Ich verstehe, dass sie nötig waren – und vielleicht noch sind.

Wenn ich mich bemühe, die Welt mit Gottes Augen zu sehen, dann gilt das auch für meine Mitmenschen. „Liebe deinen nächsten wie dich selbst“, sagt Jesus. Als jüngerer, gesunder Mensch kann ich vielleicht für ältere einkaufen gehen, so dass sie sich dem Virus nicht aussetzen müssen. Jeder kann die Einsamen anrufen, inzwischen sogar einzeln besuchen oder sich mit ihnen im Café oder zu einem Spaziergang treffen. Die finanziell Bessergestellten könnten weniger Begüterte mit einem Einkauf oder einer Mietstundung helfen und es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, einander zu helfen und „Nächster“ zu sein.

Und was ist nun mit all den Lockerungen?

Da möchte ich euch Paulus‘ Worte aus dem 1. Korintherbrief mitgeben:

Es ist alles erlaubt, aber nicht alles ist hilfreich. Es ist alles erlaubt, aber nicht alles ist gut. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern an die anderen und an das, was für sie am besten ist. (1.Kor.10, 23-24)

Wenn ich die Welt und meine Mitmenschen mit Gottes Augen sehe, halte ich die Sicherheitsabstände ein, trage ich eine Maske, halte mich von Menschen-ansammlungen fern, weil das für die anderen am besten ist! Und für mich hat es auch Vorteile, wenn wir auf diese Weise das Virus irgendwann besiegt haben und es keine neuen Ausfälle gibt.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gesegnete Woche,

Eure Gloria Gandolfo!

 

 

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       ... zum Sonntag Cantate 2020                              

 

 

Freitag, den 08.April 2020

Liebe Lesende,

liebe Geschwister, Glieder und Freunde der Immanuelgemeinde,

 

Jetzt ist Kantate – Sonntag - der Sonntag, der zum Singen einlädt! Ist Euch nach Singen zumute? In diesen gekrönten (Corona = Krone) Zeiten? Ohne Gemeinde? Ohne Chor? Selbst wenn wir mit nur einem Dutzend Leuten in der Kirche säßen, jeweils auf 1,5 m Abstand – wir dürften nicht singen, weil das den Virus verbreiten könnte!

Passen da die für Kantate vertrauten Bibelworte, die uns zum Singen und zum Loben auffordern? Z.B. der Wochenspruch „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“ (Psalm 98)? Mich spricht da eher ein anderer Psalm an:

Psalm 137

1 An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten. 2  Unsere Harfen hängten wir an die Weiden im Lande. 3 Denn dort hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserm Heulen fröhlich sein: »Singet uns ein Lied von Zion!«

4 Wie könnten wir des Herrn Lied singen in fremdem Lande? 5 Vergesse ich dein, Jerusalem, so werde meine Rechte vergessen. 6 Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.

Wie können wir am Sonntag Kantate Gotteslob erklingen lassen, wo uns doch so vieles fremd ist? Wo wir nicht mehr in vertrauter Umgebung der Kirche zusammen sein können, um gemeinsam Gottes Wort zu hören, einander zu begegnen, miteinander zu sprechen beim Kirchenkaffee, einander wahrzunehmen? Wie können wir des Herrn Lied singen? Zwar noch im eigenen Land, aber doch mit so vielem, das uns fremd ist: Gefangen in notwendigen Einschränkungen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Die gelten besonders für die, die wie ich zur Risikogruppe gehören: Keine Besuche empfangen als Kranke und Senioren, Kinder und Enkelkinder nur über die neuen Medien zu sehen. Viele machen sich Sorgen um den Arbeitsplatz und das Einkommen. Aufatmen können manche, weil es Lockerungen gibt. Die Frage bleibt: Kann, ja soll es wieder so werden wie früher?

Was uns an Nachrichten aus aller Welt erreicht, macht zugleich deutlich, wie privilegiert wir in Deutschland im Verhältnis zu anderen Ländern sind. Das ist Grund zur Dankbarkeit. Und was mich erstaunt und freut: Es wird gesungen. Es wird gemeinsam gesungen gegen die Quarantäne, gegen das Alleinsein, gegen Not und Verzweiflung. Das hat mich an den Bildern aus Italien auf der Höhe der Krise fasziniert, wo Menschen aus der Isolation heraus von den Balkonen gemeinsam gesungen haben. Hierzulande versuchen Künstler, mit ihrer Musik Senioren Freude zu bringen. Hier entwickeln Singen und Musik ganz neue Kraft mitten im begrenzten und bedrohten Leben.

Was lehrt mich der Psalm 137, der wohl aus der Zeit stammt, als Israel in babylonischer Gefangenschaft war?

1. Einfach nur fröhlich singen gegen alle Trauer, Verzweiflung und Not, das geht nicht. Weder auf Kommando noch mit vermeintlich gutem Zureden. Die Situation will ernst genommen sein und auch so zur Sprache kommen. Nicht nur in unseren alltäglichen Beziehungen, sondern auch in der Beziehung zu Gott.

2. Es ist wichtig, sich an das Gute und Schöne zu erinnern. Für Israel in babylonischer Gefangenschaft war das nicht nur die Heimat in und um Jerusalem, sondern zugleich die Erinnerung an Gottes Geschichte mit seinem Volk. Erinnerung an seine Verheißung, an seine Führung, an seine guten Weisungen. Auch davon kann und muss erzählt werden. Davon kann man dann auch singen: zum Trotz, aber auch zur Ermutigung.

3. Dabei geht es um mehr als um Verklärung der Vergangenheit. Nostalgie ist hier nicht gefragt. Zu biblischer Überlieferung gehört nicht nur Gottes großartige und verheißungs-volle Geschichte mit den Menschen. Es gehört dazu auch die Erzählung von eigenem Versagen, weil Gottes Weisung und Mahnung nicht ernst genommen wurden. Es gibt gute Gründe, diese Pandemie nicht einfach als Gottes Strafe anzusehen. Bedenkenswert finde ich aber, dass es im Hebräischen einen Begriff für Schuld und Strafe gibt. Strafe ist damit nicht ein zusätzlicher richterlicher Akt, sondern die Konsequenz schuldhaften Verhaltens. Statt von Strafe Gottes zu reden, ist es wichtig, mich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob die Auswirkungen des Virus nicht auch Konsequenz unserer einseitig ökonomisch orientierten Lebensart in globaler Vernetzung sind. Wie kann sich dann notwendige Umkehr oder Buße in unserem Verhalten umsetzen?

4. Jerusalem ist in biblischer Überlieferung nicht nur Ort der großen vergangenen Taten Gottes, sondern es wird auch Ort der Verheißung für Gottes kommendes Heil. Für uns Christen ist es der Ort, an dem Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. In der Offenbarung verbindet sich mit Jerusalem, dass Gottes Herrschaft sich endlich gegen alles Lebensbedrohliche durchsetzt und Tod und Verderben besiegt werden.

So sind wir eingeladen,

- in Erinnerung an Jerusalem diese Hoffnung wachhalten.

- von dieser Hoffnung her gegen die Todesmächte uns für das Leben der Menschen in Gerechtigkeit und für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

- von dieser Hoffnung her auch unter entfremdeten Bedingungen Gottes Lob laut werden zu lassen und seinen Heilswillen zu besingen.

Nachwort: Vor mehr als 40 Jahren war der Psalm 137 in englischer Sprache in den Pop-Charts. Nicht nur mit Boney M mit: By the rivers of Babylon...

Der Amerikaner Don McLean hat in einer modernen Fassung einen Kanon des englischen Komponisten Philip Hayes aus dem Jahr 1786 aufgenommen: By the waters of Babylon, we lay down and wept, and wept for Thee, Zion. We remeber thee, remember thee, remember thee, Zion. Wir haben den Kanon in der Jugendarbeit viel gesungen. Auf diese Melodie gab es dann auch einen deutschen Text (keine Übersetzung!): „Nach dieser Erde wäre da keine, die eines Menschen Wohnung wär. Darum, Menschen, achtet und trachtet, dass die es bleibt. Wem denn wäre sie ein Denkmal, wenn sie still die Sonn‘ umtreibt?“ Beide Texte fordern mich in diesen Zeiten heraus! (Beide Versionen finden sich zum Mit- und Nachsingen auf Youtube).

Euer Volker Bruckart, Pastor i. R.

 

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       ... zum Sonntag  Jubilate 2020                           

 

Samstag, den 02.Mai 2020

Liebe Lesende,

liebe Geschwister, Glieder und Freunde der Immanuelgemeinde,

 

merken Sie in den Voten der verantwortlichen Politiker und in den sichtbaren Dingen, die sich um uns her nun verändern: es kommt in Sachen Schutz vor Ansteckung nun vor allem auf uns an. Die äußeren Einschränkungen werden Stück für Stück zurückgenommen, immer mehr Alltag umgibt uns wieder, aber die gefährlichen Viren können auch in den nächsten Monaten nur unzureichend von den Ärzten therapiert werden bei einer Erkrankung, weil es noch dauern wird, bis ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht oder ein Medikament wirksam hilft. Wenn wir in vielen kleinen Alltagssituationen immer wieder neu entscheiden, was ist verantwortbar und was ist leichtsinnig riskant, dann kann die Öffnung hin zu mehr Gemeinschaft klappen.

Ich wünsche mir und Ihnen, dass wir die Disziplin beim persönlichen Schutz und die Sensibilität, was erlaubt, aber auch was weiter verboten bleibt, nicht verlieren. Wie viele Glaubenserfahrungen Zeit gebraucht haben, bevor man sie erleben durfte, so werden wir in diesen Wochen und Monaten nun auch im Zusammenleben lernen müssen, uns Zeit und Geduld schenken zu lassen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und grüße Sie ganz herzlich,

Ihr Günter Loos!

 

Predigtimpulse zu Johannes 15, 1-8

 

In unserem neuen Zuhause in Wissentrup wachsen zwei Weinstöcke auf der Veranda. Im ersten Jahr haben wir diese beiden Pflanzen nur durch Zufall entdeckt. Kräftiger, grüner Efeu hat die Weintrieben überwuchert. In diesem Frühjahr wurde der Efeu zurückgeschnitten, die Zweige des Weins sind gekürzt und ausgelichtet worden und nun sprießen neue Triebe an der Hauswand. Ich war verblüfft, dass die Gleichnisserzählung aus dem Alltag der Weinbauern immer noch funktioniert:

 

1 »Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weinbauer.

2 Jede Rebe an mir, die nicht Frucht trägt, schneidet er ab; eine Rebe aber, die Frucht trägt, schneidet er zurück; so reinigt er sie, damit sie noch mehr Frucht hervorbringt.

3 Ihr seid schon rein; ihr seid es aufgrund des Wortes, das ich euch verkündet habe.

4 Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben. Eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Frucht hervorbringen; sie muss am Weinstock bleiben. Genauso wenig könnt ihr Frucht hervorbringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wenn jemand in mir bleibt und ich in ihm bleibe, trägt er reiche Frucht; ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wenn jemand nicht in mir bleibt, geht es ihm wie der ´unfruchtbaren` Rebe: Er wird weggeworfen und verdorrt. Die verdorrten Reben werden zusammengelesen und ins Feuer geworfen, wo sie verbrennen.

7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, könnt ihr bitten, um was ihr wollt: Eure Bitte wird erfüllt werden.

8 Dadurch, dass ihr reiche Frucht tragt und euch als meine Jünger erweist, wird die Herrlichkeit meines Vaters offenbart.« (Neue Genfer Übersetzung)

 

  1. Gleichnisse öffnen uns den Blick auf den Himmel

Am Sonntag Jubilate steckt die Einladung, sich zu freuen und das Froh-machende wieder in den Blick zu nehmen, als Aufforderung schon im lateinischen Namen des Sonntags drin. Die belastenden Gedanken und die Sorgen, die Sie und mich auch an diesem Sonntag nicht allein lassen, verlieren ihre Kraft, wenn die Freude über die Auferstehung und das Geschenk des neuen Lebens der Grundton bleiben, der alles bestimmt.

 

Jesus setzt diesen Grundton in seinen Worten immer dann am deutlichsten, wenn er in Alltagsgeschichten vom Himmelreich redet. Gottes neue Welt und der andere Himmel sind keine Zukunftsträumereien, sondern wer genau hinschaut, entdeckt sie schon in der Gegenwart seines eigenen Lebens.

In dem Gleichnis von Rebe und Weinstock verbinden sich nun Ostererfahrung und die Erfahrung der himmlischen Gegenwart bei uns mit einander. Der Wurzelstamm, der Menschen als Jünger und Jüngerinnen im persönlichen und geistlichen Leben wachsen lässt und sie mit Lebensnotwendigem ernährt, hat einen Namen: Jesus.

Diese Beobachtung, dass wir als Individuen einen stabilen Halt haben, wo wir die Beziehung mit Jesus Christus leben, verändert diese Welt. Nicht Theorien oder große Ideologien erneuern diese Welt, sondern viele einzelne Persönlichkeiten, die anders leben, die der Hoffnung und dem Frieden in Christus viel zutrauen und die ihre inneren Quellen im betenden Gespräch mit dem Schöpfer des Himmels und der Erde immer neu anzapfen werden zum Sauerteig für die neue Zeit mitten in der Gegenwart.

 

Wir Menschen am Weinstock des Lebens in Christus transformieren die gefallene Welt hin zu einem Ort des Lebens für alle Kreatur. So groß ist die Perspektive, die sich in diesem oft sehr individualistisch gehörten Wort von Rebe und Weinstock versteckt.

  1. Gemeinschaft gehört zum neuen Himmel und zur neuen Erde

Der markante Punkt an dem Bild, das Jesus gebraucht, ist der, dass noch so schöne Reben und Trauben nur durch Verbindung und Beziehung zum Wurzelstamm wachsen können. Wir haben in unserer kirchlichen Tradition diese Bibelwort immer wieder als die Einladung in die Gemeinschaft gelesen, gemeinsam in Christus und miteinander den Glauben leben. Wenn die Gemeinschaft gekappt wird oder einschläft, dann mögen die Früchte noch eine Weile glänzen und gut schmecken, aber es wächst nichts mehr nach.

Mich fasziniert an Jesu Bildwort immer wieder, dass es dieses doppelte Beziehungsnetzwerk braucht: ein Miteinander der Zweige und Früchte am Weinstock, die sich neue Wege suchen, um genug Sonne zu bekommen und durch die Früchte die Samen für neue Pflanzen säen; ein Miteinander von Wurzelstock und Reben, die durch die Wurzeln alles Notwendige bekommen. Wie können wir als Menschen ohne die konkrete Gemeinschaft mit anderen in unserem Glauben lebendig bleiben und wie soll unser Glauben wachsen können, wenn da keine Christusbeziehung lebt?

In diesen Wochen ist die Gemeinschaft zum komplizierten Thema für uns alle geworden. Die Form der Gemeinschaft mit anderen musste verändert werden. Viele treffen ihre Eltern nur noch per Telefon oder Videokonferenz. Kinder wollen endlich wieder mal mit ihren Freunden spielen dürfen oder mit den Kumpels irgendwo abhängen.

Unser Bibelwort lässt sich auch so lesen, dass mit Gemeinschaft im Sinne Jesu mehr nur als eine „Geist-Verwandschaft“ gemeint ist, sondern konkrete Begegnung. Wir brauchen persönlich und im Miteinander nun viele Ideen und Weisheit, wie diese Begegnungen, trotz dem Gebot, den nötigen Sicherheitsabstand zu wahren, nun wieder mehr ermöglicht werden können.

Doch es geht hier um die Beziehung zum lebendigen Herrn des Lebens und ich bin gespannt, wie viel Freude, Ermutigung und Bestärkung uns auch in neuen Formen für unseren Glauben und als Gemeinde in dieser besonderen Zeit durch Christus geschenkt wird.

Amen.

 

Pastor im Urlaub, aber die Gemeindearbeit macht keinen Urlaub

 

In den kommenden 2 ½ Wochen freue ich mich auf die Urlaubszeit. Doch das Engagement in den Gemeinden hängt nicht am Pastor und so werden verschiedene Dienste von Anderen aufgenommen und weitergeführt.

Die für die Sonntage Kantate (10. Mai) und Rogate (17.Mai) eingeplanten predigenden Menschen haben sich bereit erklärt, ihre Gedanken zu diesen Sonntagen auch schriftlich weiter zugeben und so dürfen Sie sich auch an den kommenden Sonntagen auf einen Brief aus der Gemeinde freuen.

Bei Nachfragen zur Gemeinde oder bei Kasualien bitte ich Sie, sich in Lage an Helmut Behnisch zu wenden und in Detmold an Heinrich Schüring. Sie können Sie dann an die pastoralen Kollegen oder Kollegin weiter vermitteln, die für die Vertretungsdienste sich bereit erklärt haben:

Tel. Heinrich Schüring: 05231.26567 , mobil: 0176.41495546 

Tel. Helmut Behnisch: 05232. 615 85 , mobil: 0160.90237877

 

Desinfektionsmittel gesucht…

 

Wer hat Kontakt zu Leuten, die Desinfektionsmittel abgeben oder wer hat Erfahrung mit der richtigen Mischung für Desinfektionsmittel? Noch fehlen uns hier die Quellen, über die wir zu einem verträglichen Preis diese Mittel zum Hände-reinigen im Gemeindezentrum zur Verfügung stellen können.

Wer hier eine gute Ideen hat, bitte in Detmold an Sabine Traphöner wenden (mobil +49.1511.5602122) oder in Lage an Angelika Neugebauer (tel. 05232.89604).

 

Von Personen

 

In dieser Woche freuen sich Helen Mager-Osborne am Dienstag und Petra Hölscher auf ihren Geburtstag. Wir wünschen Euch beiden als Gemeinde Gottes Segen und Bewahrung für diesen Tag und das neue Lebensjahr.

 

Bitte denken Sie in Fürbitte weiter an Annegret Blänkner, die in Bad Rothenberge in der Klinik ist, und an Norbert.

 

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    ... zum Sonntag Misericordias domini                          

 

Samstag, den 25.April 2020

Liebe Lesende,

liebe Geschwister, Glieder und Freunde der Immanuelgemeinde,

 

in dieser Woche kreiste die öffentliche Diskussion im Land um die Frage, wie lange wir mit der Coroma-Pandemie noch leben werden. Angela Merkel betonte neu, dass es gilt, um im Bild zu sprechen, die Langstrecke zu schaffen und nicht nach den gelungenen Einschränkungen der Ansteckungen wieder leichtsinnig zu werden.

Am Hirtensonntag, so ist landläufig der Name des zweiten Sonntags im Osterkreis, erinnern uns die Texte vom guten Hirten oder der Psalm 23 daran, dass auch Glaubenswege keine Tageswanderungen sind, sondern den langen Atem brauchen. Dafür werden uns Andere an die Seite gestellt werden, die uns auf diesen Wegen helfen und ermutigen. Gott, der gute Hirte unserer Seelen segne Sie in dieser Woche auf Ihren ganz eigenen Wegstrecken des Glaubens.

 

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen,

Ihr Günter Loos!

 

Predigtimpulse zu 1.Petrus 2, 21b-25

 

Der Hirte der Gemeinde braucht nun Begleitung und einen Anderen an seiner Seite. In der Adventszeit wurde der Befund Gewissheit, dass der Krebs neu aufgebrochen ist. Der Kollege ließ sich von der Superintendentin beurlauben und betreut und pflegt nun seit vielen Wochen seine Frau. Im Kollegialen Gespräch sagte er vor einigen Tagen: „Ich will nach Ostern wieder Dienste tun, aber man muss sehen, wie das möglich ist.“

Mitten in der Osterfreude bekommt das Traurige und Tragische nicht nur bei ihm seinen Raum. Der Text für diesen Sonntag erinnerte immer schon Christen an diese Gegenwart des Kreuzes auch im Licht der Auferstehung:

21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.

25 Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. (Lutherbibel 2017)

 

  1. Alte Glaubensbilder werden neu entdeckt

Die jüdische Überlieferung und die Gemeinden in den Synagogen kannten gut dieTexte aus dem mittleren Teil des Jesajabuchs, wo sich der Prophet mit einem zum Tode Verurteilten identifiziert und sein Leiden in schrecklichen und abstoßenden Bildern beschreibt. Dieser Gottesknecht bei Jesaja beschrieb für die Christen in den ersten Gemeinden genau dass, was sie bei Christus erlebt und durchlebt hatten. Die zitierten Verse geben ein damals vertrautes Lied in der Gemeinde wieder. Jesus wird hier als dieser Gottesknecht des Jesaja neu besungen. Jesus erträgt das Leiden und trägt darin für andere mit an dem, was ihnen auf die Schultern gelegt wird.

Doch diese Erinnerung an den leidenden Gottesknecht löst sich auf in den Zuspruch des nun möglichen erlösten Lebens. Es sind nicht mehr nur die Bilder des Schreckens, die man noch aushalten muss, es ist auch die Veränderung, die diese Schockbilder in ein anderes Licht rücken. Aus Verurteilung zum Tod ist die Auferstehung des Lebens geworden, aus Krankheit wird heilende Gnade und in die Verlassenheit des einsamen Leidens kommt der Bischof – der Hirte! – der Seelen an Krankenbetten, in Gefängnisse und zu den Verlorenen. Die Osterbotschaft bricht sich an der Gegenwart der Trauer und des Abgebens, die auch nach Ostern zum Leben gehört, aber sie bleibt dabei lebendig und wirksam.

  1. Bilder der Not auch heute wieder

Bei Pfarrerin Christiane Thiel aus Leipzig fand ich ein Bild und einige Gedanken, die die Erfahrung hinter den Versen im Petrusbrief in unsere Tage weiter beschreibt.

Sie erinnert an einen Jungen, der bei den immer häufiger werdenden Überschwemmung in seiner Heimat Bangladesch sein Zicklein verloren hat und nun verzweifelt ist. Christiane Thiel deutet dieses Bild so: „Das Kind mit dem toten Zicklein ist ein guter Hirte. Er ist ein Zeichen, ein Fingerzeig Gottes, auf das, was zählt: Leben in Würde.

Die Hirten und Hirtinnen hüten in unserem Glauben nicht nur die Tiere, sie hüten auch die Wahrheit. Sie hüten die Liebe. Sie hüten die Hoffnung. Sie hüten die Kraft und den Mut zum Widerstand, sie sind Hüterinnen der Widerstandskraft. Sie sind unsere Hirten und Hirtinnen, sie hüten für uns die Wahrheit.

Denn wir leben in einer verdunkelten Welt: wir haben uns umstellen lassen von Lügen und Werbung, wir gieren dem Sinn des Lebens nach, den wir im Kaufhaus und im Supermarkt zu stillen hoffen. Wir blenden den Preis unseres Lebensstils aus. Wir verdrängen die Produktionsbedingungen unserer Blusen und Hosen in Bangladesch. Die Mutter unseres Hirtenjungen arbeitet in einer Textilfabrik, die im Akkord die billigen Blusen zusammennäht, die wir zweimal in der Saison tragen, um sie dann weg zu schmeißen. Er hütet die Ziegen. Und er hütet Gott in unserer Welt.1

In den Pandemiewochen ist das tiefe Leiden an vielen Orten in dieser Welt auch uns sehr nahe gekommen. Wir haben die Dinge nicht mehr im Griff und müssen Gott um Hilfe bitten, dass uns

die Sorge über das, was kommt und kommen könnte, nicht auffrisst. Die Selbstsicherheit und auch Überheblichkeit zerbrechen an der Wirklichkeit einer Krankheit, an der viele zwar genesen, die aber überall auch Trauernde Freunde und Familienangehörige zurücklässt. Der junge Hirte muss Abschied nehmen von seinem Tier, für das er verantwortlich war, und wir merken, dass wir denen, denen wir mit unserer Fürsorge zur Seite stehen wollen, nicht beistehen können. Besuche in den Pflegeheimen sind zu gefährlich und das Treffen mit den Enkeln muss nun verschoben werden. Wir hüten für andere und hüten darin Gott in unserer Welt, schreibt Christiane Thiel. Wir können nur hüten, weil auch in dieser Zeit der Hüter Israels nicht schläft (Psalm 121,4).

Wir bleiben in der Verantwortung für Andere und diese Schöpfung, die uns Gott anvertraut hat, aber wir pflegen nicht allein, wir trauern nicht allein und wir sorgen uns dabei nicht allein. Der Herr des Lebens umfängt unsere ganze Existenz und die Tage in der neuen Woche, ob wir einander mit Mundschutz begegnen oder über Entfernung nur zuwinken können, mit seiner liebenden Fürsorge.

Lassen Sie uns in dieser Woche gemeinsam dieses Trostwort aus dem Petrusbrief in unserem inneren Gepäck immer dabei haben. Wir werden schweren Dingen begegnen, es werden uns Nachrichten vielleicht mehr zu Herzen gehen, als uns das lieb ist, aber der Bischof unserer Seelen trägt mit, was wir allein nicht tragen können. Amen.

 

Gottesdienste medial

 

Viele erzählen mir, wie bereichernd in diesen Wochen die Vielfalt an geistlichen Worten, an Predigten und Auslegungen im Fernsehen oder im Internetstream sind.

Brauchen Sie hier noch Empfehlungen?

Die Sonntagsgottesdienste in ZDF und ARD bekommen mit Recht viel Zustimmung. Sie sind technisch ausgereift produziert und zeigen, wie kreativ Gottesdienste immer wieder gestaltet werden können.

Bibel TV bietet Gottesdienste weltweit an und ein Höhepunkt sind dabei wöchentlich die aufgezeichneten Predigten von Bobby Schuller aus der Christal Cathedral in Los Angeles (Hour of Power, So.17:00 Uhr).

Unter https://www.kirche.plus finden Sie Impulse, Andachten und Gottesdienste aus den Gemeinden der lippischen Landeskirche.

Und auch das ist möglich: wer die Tel.nr. 0711-8600658 anruft, kann bei Radio-m am Wochenende jeweils einen neuen Kurzgottesdienst anhören.

 

Keine Jährliche Konferenz in diesem Jahr

 

Bei der Videokonferenz des Verwaltungsrats wurde gestern Abend deutlich, dass es aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll ist, wenn Bischof Harald Rückert in diesem Jahr eine Konferenz in Norddeutschland einberuft.

Die nötigen Debatten und Entscheidungen könnten nur unter Einschränkungen stattfinden und sind den zu behandelnden Themen nicht angemessen. Die laufenden Geschäfte werden durch den Konferenzverwaltungsrat bearbeitet und die wegweisenden Entscheidungen, z.B. für ein neues Umlagemodell der Gemeinden, werden auf das nächste Konferenztreffen vertagt.

 

Von Personen

 

Am Montag freut sich Heinz Wiesekopsieker auf seinen Geburtstag. Viele Monate war nicht zu hoffen, dass er diesen Tag noch erlebt, und nun wurden ihm Ruhe und neue Kraft geschenkt.

Im Herzen feiern wir uns mit Euch, lieber Heinz und liebe Ursula!

 

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1 Christiane Thiel, Leipzig, in: Gottesdienstpraxis Serie A, 2.Reihe, Bd.2 // 2020, S. 170

 

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         Brief zum Sonntag Quasimodogeniti 2020

 

Samstag, den 18.April 2020

Liebe Lesende,

liebe Geschwister, Glieder und Freunde der Immanuelgemeinde,

 

in dieser Woche wurde ich an den Besuch der Athosklöster in Griechenland erinnert, bei dem die Glocken der Klöster in den Tagen nach Ostern immer wieder einfach läuteten und an die Osterfreude erinnerten.

Es ist Osterzeit und nun brauchen wir Zeichen und Symbole, damit uns in den kommenden Wochen nicht die Freude über das Wunder der Auferstehung verloren geht. Die volle Pracht der blühenden Bäume und Pflanzen, die wärmere Witterung und vielleicht die ersten Nachrichten, dass die Corona-Pandemie an einigen Stellen in dieser Welt eingeschränkt werden kann, können solche Ostererinnerungen sein. Ich wünsche Ihnen mit diesem Brief zum 1.Sonntag im Osterkreis, dass sie diese Osterzeichen entdecken können.

 

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen,

Ihr Günter Loos!

 

Predigtimpulse zu Jesaja 40, 26-31

 

Aus dem Bibelwort zu diesem Sonntag kennen viele vor allem den letzten Vers: „Die auf Gott vertrauen, werden neue Kraft bekommen, damit sie sich wie mit Flügeln von Adlern neu erheben können. …“ Aber dies ist nur der letzte Satz einer Ermutigungsrede, die sich an müde gewordene Menschen richtet:

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.

27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? 28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.

29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.

30 Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen;

31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Lutherbibel 2017)

 

  1. Müde, weil der Blick nicht mehr frei ist

Hoffnung und Mut hatten auch in biblischen Zeiten viel mit dem eigenen Blickwinkel auf Dinge zu tun. Wer nur die Summe der Hindernisse sieht, die auf der Wanderung überwunden werden müssen, wird bald überlegen, umzudrehen und zurückzugehen. Wer es schafft, trotz der schwierigen Wegstrecke, immer mal den Blick auf die Bergspitze zu richten oder dem Gedanken Raum gibt, was am Ende des Weges stehen wird, der sucht und findet hoffentlich Lösungen, um die Probleme auf der Wegstrecke zu lösen.

Der biblische Text empfiehlt mit viel Alltagsweisheit im Gepäck drei Dinge, die uns mutig werden lassen können und Kraft zum Weiter-gehen schenken:

  • Schau mal auf! Wag den Blick auf das Ziel, das Du ersehnst! Lass Dich nicht länger von den Steinen und dem Schlamm zu Deinen Füssen entmutigen. (v.26)

  • Und: Mach das, was Gott möglich ist, nicht so klein! Gott hat alles geschaffen und er ist uns hilfreich und gnädig auch jetzt immer noch einen Schritt vor raus. (V.27)

  • Daraus folgt: In Gott finden wir in unserer Müdigkeit eine neue Kraftquelle (V.29).

Diese geistliche Ermutigungstherapie beginnt mit dem Blickwechsel.

Die, die mit ihrer Depressionserkrankung leben, berichten, wie stark und gefährlich die Kräfte sind, die den Blick immer wieder zum Dunklen und Belastenden lenken. In der inneren Müdigkeit begegnen wir Situationen, die wir nicht einfach mit etwas gutem Willen selbst schnell verändern können, sondern die uns an Grenzen bringen. Auch bei denen, die zuerst das Jesajawort gehört haben, scheint sich die Müdigkeit festgesetzt zu haben. Sie war keine punktuelle Tagesstimmung, die bald wieder verschwindet

Doch dieser wichtige therapeutische Blickwechsel braucht das Gegenüber in Gott, der dem oder der müde Leidenden entgegenkommt. Einigen begegnet dieser entgegenkommende Gott in dem liebevoll getragen durch Andere. Einige finden in der Stille und dem für-sich-sein wieder Zugang zur geistlichen Kraftquelle im Schöpfer des Lebens. Gespräche und gezieltes Nachfragen können für andere die Brocken zu Seite räumen, die die Lebensfreude erdrücken. Medizin und Therapie haben inzwischen, Gott sei es gedankt, ein breites Spektrum an Hilfen zur Verfügung, damit einem Menschen in Schwermut und mit der Erfahrung der Müdigkeit zu diesem Blickwechsel auf das Leben verholfen werden kann. Diese Hilfen zu erfragen und anzunehmen ist kein Zeichen von geistlicher Schwäche. Wir trauen es Gott zu, wenn wir in unserer Schwäche fachliche Hilfe erfragen, das der Herr des Lebens alle Möglichkeiten dieser Welt nutzen kann, um uns mit seiner Kraft und gnädiger Liebe neu gesund zu machen.

 

  1. Die Adler und das neue Leben

Wenn ich von den Adlern in der Bibel lese muss ich inzwischen immer an die Experten in unserer Adlerwarte in Berlebek denken und ihr Fachwissen über diese Tiere. Beim Besuch im letzten Jahr war es windstill und es gab keine Thermik, damit die großen Greifvögel sich in die Höhe schrauben konnten. Also gehörte das Showprogramm für die Besucher dann den kleinen Greifvögeln, die zwischen den Beinen der Gäste spazieren gingen, oder den Falken, die ihre Angriffe auch in Bodennähe fliegen konnten.

Wenn ich diese Beobachtungen mit unserem Bibeltext verbinde, dann fällt auf, dass auch bei der Heilung und Überwindung der Müdigkeit und Schwäche vielleicht längst die von Gott geschenkten neuen Möglichkeiten da sind (V.29 Gott gibt dem Müden Kraft und Stärke…), aber man kann es noch gar nicht richtig erleben. Die geistliche Thermik fehlt, um neu abheben zu können und fröhlich, mutig die Dinge wieder anzugehen.

An Ostern feiern wir die Auferstehung des neuen Lebens in Christus, aber in diesem Jahr leiden wir daran, dass dieses Leben öffentlich nur mit Sicherheitsabständen und unter strengen Hygienebestimmungen gelebt werden kann. Trotzdem spricht uns der Auferstandene auch in dieser Zeit zu „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ (Joh. 14,19) zu. Wir brauchen, so betonten es Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten in der vergangenen Woche, noch einige Wochen und vielleicht auch Monate Geduld, bis das gewohnte Leben mit seinen vielen Freiheiten wieder unter uns möglich ist. Wie gehen da Ostern und die Tagesnachrichten zusammen?

Mit unserem Bibelwort im Ohr und den Erfahrungen der Adlerexperten in Erinnerung lässt sich diese Zeit so deuten: Da passiert in dieser Osterzeit etwas, was jetzt noch nicht sichtbar wird, aber dann uns neue Möglichkeiten schenken wird. Noch merkt man vielleicht gar nicht, welche österlichen Adlerschwingen einem gewachsen sind, aber wenn in den kommenden Wochen Alltag und Normalität langsam wieder zurückkehren werden, dann trägt uns neues Gottesvertrauen und die Gewissheit der erlösenden Christusliebe auch lange nach der Osterzeit durch diese Welt.

Ich wünsche Ihnen mit diesem Bibeltext und der Perspektive, die sich mit diesem Wort für heute auftut, ermutigende Erfahrungen. Amen.

 

Leider nur in Englisch: Erfahrungen in Coronazeiten in der weltweiten EmK

Seit einigen Tagen veröffentlicht das Missionsbüro der weltweiten EmK Interviews mit Mitarbeitenden der Kirche aus vielen Teilen dieser Welt und fragt nach, wie im Umgang mit der Corona-Pandemie der Alltag in den Gemeinden nun konkret aussieht.

In dieser Woche berichtete Pastor Andrew Lee aus Kambodscha davon, wie man mit dem Smartphone und der Gruppenfunktion in der „WhatsApp“ Ostergottesdienste gefeiert hat. Leider sind diese sehr ermutigenden und interessanten Interviews, die Thomas Kemper mit seinen Gesprächspartnern führt nur in englischer Sprache verfügbar. Klicken sie einfach den Link an:

 

https://www.facebook.com/watch/GlobalMinistries/1093277711047826/

 

Terminplan für die kirchlichen Veranstaltungen noch offen

Gestern informierte die Kirchenkanzlei in Frankfurt am Main und das Kirchenkabinett über den Stand der Diskussion in Hinblick auf die Öffnung der Kirchen der EmK und die Einladung zu Gottesdiensten und Veranstaltungen.

In enger Absprache mit den Regierungsstellen und in ökumenischer Verbundenheit werden in der kommenden Woche konkrete und realistische Überlegungen der Kirchenleitung zum Wiedereinstieg in die öffentliche Gemeindearbeit vor Ort entwickelt und bekanntgegeben.

Danach kann dann auch in den Bezirksvorständen in Detmold und Lage über Termine und Feiern geredet werden.

 

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            ... zu Ostern     

 

Samstag, den 11. April 2020

Ein frohes und gesegnetes Osterfest, wünsche Ich Ihnen und Dir!

 

Das fühlt sich ganz anders an, Ostern 2020. Aber ich frage mich: wie soll sich den Ostern richtig anfühlen?

 

Ich bin im Markusevangelium mit vielen anderen in diesem Jahr fündig geworden in Hinblick auf meine zwiespältigen Ostergefühle.1 Im Markusevangelium fehlt der ungestüme Osterjubel und wir lesen von einer Gemeinde, die noch nicht weiß, was sie von den Ereignissen halten soll:

Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. 10 Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weinten. 11 Und als diese hörten, dass er lebe und ihr erschienen sei, glaubten sie nicht. 12 Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie aufs Feld gingen. 13 Und die gingen auch hin und verkündeten es den andern. Aber auch denen glaubten sie nicht. (Markus 16, 9-13 nach Luther 2017)

 

Soviel Unglaube gibt es bei denen, die es doch als Freunde Jesu viel besser wissen müssten. Solange bin ich schon dabei in der Kirche und in diesem Jahr fühle ich mich wie in der Anfängerklasse in Sachen Ostern.

Liebe Freunde und liebe Geschwister, wir haben in der Gemeinde des Markus, die so konkrete ihren Unglauben betont, nachdem sie zum ersten Mal die Osterbotschaft gehört hatten, vielleicht die richtigen Ansprechpartner in unserem eigenen gläubigen Zweifeln in diesen Tagen. Vieles war immer „unglaublich“ an der Osterbotschaft und wird es für uns auch in diesem Jahr bleiben.

 

Aber bei meiner Lektüre in der Passionszeit fand ich bei Richard Rohr2 eine Anmerkung, die mich noch mal genauer den V.12 lesen ließ. Bei der Erscheinung des Auferstandenen bemerkten die Jünger an Christus eine Veränderung. Christus kommt in einer anderen Gestalt zu seiner Gemeinde an Ostern. Was wir gewohnt sind, wird durch Christus seit dem ersten Osterfest immer wieder anders und verändert sich. Darauf hoffe ich auch in diesem Jahr und freue mich darauf, mit unserem Herrn in anderer Gestalt Ostern zu feiern.

 

Darum Ihnen und Dir ein fröhliches Osterfest in aller Ungewissheit,

Ihr Günter Loos!

 

Ostern in der Immanuelkirche via Video

 

Ostern in der Immanuelkirche kann man in diesem Jahr bei YouTube miterleben. Mit Hilfe von Ulrike Althöfer-Lübke, Birgit Braeske und Lukas Braeske ist ein kleiner Film entstanden, der Sie mitnehmen für einige Minuten in die Kirche.

Klicken Sie einfach auf folgenden Link und erleben den Einzug der Osterkerze in die Kirche mit:

https://youtu.be/GGZVKVTuwI8

(Klicken sie entweder direkt auf den Link oder kopieren Sie die Adresse in ihre Browserleiste und öffnen so den Film!)

 

Ostereier mit Bibelworten

 

Von Helmut Behnisch habe ich gehört, dass man Ostereier mit Bibelworten gestalten kann und diese dann zwischen den Familien hin und her wandern. Sie finden hier auf der Seite einige dieser Ostereier, die sich auf den Weg von Haus zu Haus gemacht haben.

 

Ostergrüße der lippischen Kirchen und Gemeinden

 

In meiner Funktion als Vorsitzender des Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Lippe habe ich mich mit dem Büro des Landessuperintendenten abgesprochen und so fanden Sie schon in der Ausgabe der Lippischen Zeitung zum Karfreitag Grüße und Impulse der Kirchen und Gemeinden, mit denen wir verbunden sind, zum Osterfest. Auch wenn wir nun keine gemeinsamen Feiern für einige Wochen gestalten können, so bleiben wir auch in dieser Zeit gemeinsame Zeugen und Zeuginnen für die gute Nachricht vom neuen Leben in Christus in unserer Region.

 

Dank und Grüße aus dem Weltmissionsbüro zu Ostern

 

Frank Aichele, der Leiter des Weltmissionsbüro lässt uns zu Ostern ganz herzlich grüßen und bedankt sich für die Spenden aus der Gemeinde. Er weist darauf hin, wie schon jetzt die Dinge vorbereitet und geplant werden, die auf viele Regionen und Gemeinden weltweit zukommen, um mit der Corona-Pandemie vor Ort umgehen zu können. Seinen ausführlichen Brief finden sie im Anhang.

 

Osteropfer nicht vergessen

 

Ich erinnere Sie noch einmal an unser Osteropfer.

Mit dem Stichwort „Ostern 2020“ können Sie ihre Spende auch von Zuhause aus auf das Gemeindekonto überweisen:

Ev.-methodistische Kirche – Bezirk Detmold,

bei: Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold //

IBAN: DE85 4726 0121 0001 0655 00

 

Von Personen

Ursula und Heinz Wiesekopsieker geht es den besonderen Umständen geschuldet gut und sie lassen alle ganz herzlich grüßen und wünschen frohe Ostern.

 

1 Wer hierzu gerne weiterüberlegen möchte, sei auf den Kommentar von Heribert Prantl hingewiesen. Siehe: https://www.sueddeutsche.de/politik/ostern-corona-glaube-gesellschaft-1.4871843

2 Siehe Richard Rohr, Alles trägt den einen Namen, Güterloh 2019, Seite 42oben

 

 

 

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Gottesdienst und Predigt von Bischof Harald Rückert

Durchkreuzt –

Gottesdienst zu Karfreitag, 10. April 2020


Anlässlich der Corona-Pandemie finden in der Evangelisch-methodistischen Kirche und in anderen Kirchen seit Mitte März 2020 deutschlandweit keine gottesdienstlichen Veranstaltungen statt. Dies gilt bis auf weiteres und betrifft damit auch die Gottesdienste an Karfreitag und Ostern. Für den Karfreitag bietet die Evangelisch-methodistische Kirche deshalb eine deutschlandweite Internetübertragung
eines Gottesdienstes mit Bischof Harald Rückert an. Dieser Gottesdienst kann am 10. April 2020 ab 10 Uhr über www.youtube.com/user/emkde aufgerufen und mitgefeiert werden.
Die vorliegende Handreichung bietet vor Ort die Möglich-keit, Haushalte von Gemeindegliedern ohne Internet- zugang mit der ausgedruckten Gottesdienstvorlage und dem Vorabdruck der Predigt zu versorgen. Damit kann der Gottesdienst auch im persönlichen Rahmen „mitgefeiert“ werden.
Darüber freuen wir uns sehr und wünschen den Menschen in der „gottesdienstlichen Zerstreuung“ eine Erfahrung der Verbundenheit und den Segen Gottes.
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Hinweise:
Zum Singen oder Lesen der Lieder wird das Gesangbuch
der Evangelisch-methodistischen Kirche (EM) benötigt.
Für eine Aktion während der Predigt ist es hilfreich,
sich vorab einige kleine Zettel und einen Stift bereitzulegen.
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Eröffnung
Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)
Amen.
Gebet
Gemeindelied – EM 662,1-4
Brich herein, süßer Schein selger Ewigkeit! …
Lesung aus dem Alten Testament – Jesaja 53,2b-6
Hinführung: Im Buch des Propheten Jesaja gibt es Passagen, die in besonderer Weise von einem
„Knecht Gottes“ sprechen. Die dort verwendeten Worte und Bilder entsprechen in eindrücklicher Weise dem Leben und Sterben des Jesus von Nazareth. Eine Botschaft aus dem Alten Testament, die am heutigen Karfreitag tief berührend die von Jesus auf sich genommene Last beschreibt:
Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts
geachtet. Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.
(Luther 2017)
Musik
Lesung aus dem Neuen Testament – 2. Kor 5,17-21
Hinführung: Paulus schreibt an die Gemeinde im griechi-schen Korinth einen Brief. Darin versucht er den dortigen Gemeindegliedern zu erklären, was der Tod Jesu am Kreuz für sie bedeutet: eine völlig neue Lebenswirklichkeit, die Gott den Menschen – auch uns – durch Jesus eröffnet:
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Aber das alles ist von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Ver-söhnung predigt. Denn Gott war in Christus und versöhnte
die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt,
denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.
(Luther 2017)
Musik
Lesung eines Textes von Dietrich Bonhoeffer – Aus: Widerstand und Ergebung
Hinführung: Gott will uns in jeder Notlage so viel Widerstandkraft geben, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus. Wir sollen uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn – auf Gott – verlassen. Dietrich Bonhoeffer hat dies persönlich bezeugt und aufop-ferungsvoll gelebt.
Sogar seine Gefängniswärter waren davon tief beeindruckt. Gestern jährte sich sein Todestag zum 75. Mal.

1 Wir hören ein Glaubenszeugnis Dietrich Bonhoeffers aus „Widerstand und Ergebung“2. In solchem Glauben müssten auch wir die Angst vor der Zukunft überwinden können:
Ich glaube, daß Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandkraft geben will, wie wir brauchen. Aber er
gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müßte alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und daß es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, daß Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.
Gemeindelied – EM 213,1-3
Kreuz, auf das ich schaue, steht als Zeichen da …
1 Dietrich Bonhoeffer, geboren am 4. Februar 1906 in Breslau, am 9. April 1945 im  Konzentrationslager
Flossenbürg hingerichtet. Flossenbürg liegt etwa auf halber Strecke zwischen Nürnberg und Prag.
2 Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft; hrsg. v. Eberhard Bethge, München 1962 (Chr. Kaiser Verlag), Seite 22.


Predigt zu Johannesevangelium 16,33 von Bischof Harald Rückert     "Durchkreuzt"

1. Karfreitag und Ostern
Schon immer war der Karfreitagsgottesdienst von einer besonderen Atmosphäre geprägt. Einerseits ernst, fast traurig: Es geht um das grausame Leiden und Sterben Jesu. Erwartungsvoll, fast fröhlich andererseits: Es geht um den Kern unserer Erlösung. Eine eigenartige Spannung. In diesem Jahr erlebe ich diese Atmosphäre noch intensiver als sonst. Rund um den Globus hat uns die
Corona-Pandemie im Griff. Ausgangsbeschränkungen. Keine Kontakte mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts. Keine Enkelbesuche. Kein Osterurlaub, nicht einmal der Verwandtenbesuch oder ein Familientreffen. Stattdessen viele Fragen, viel Unsicherheit, viele Sorgen. Menschen an ihren Grenzen in Krankenhäusern und Pflegeheimen, in Arztpraxen und Supermärkten, in Familien auf engstem Raum. Kurzarbeit. Einsamkeit. Existenzängste. Eine ernste, niedergedrückte Stimmung
an vielen Stellen. Große und kleine Lebenspläne: durchkreuzt. Vertraute Alltäglichkeiten: durchkreuzt. Berufliche und private Terminkalender: durchkreuzt. Tatsächliche und vermeintliche Sicherheiten: durchkreuzt. Und dann auch noch: Keine Gottesdienste, zu denen wir zusammenkommen können. Selbst die Feier des Abendmals ist in der gewohnten Weise nicht möglich.
Der Kelch, aus dem wir trinken ist leer.
Der Teller, von dem wir das Brot empfangen ist ebenfalls leer. Abendmahl in gewohnter Weise: durchkreuzt.
Dies alles ist schmerzlich, manches ist kaum auszuhalten. Umso größer ist die Sehnsucht nach einem Wort, das die Düsternis verscheucht und aufbaut. Wenn doch jemand sagen würde, wann dies alles vorüber ist. Wenn doch jemand glaubhaft versichern könnte: „Alles wird gut! Noch ein bisschen durchhalten, dann ist alles wieder, wie es vorher war.“ Eine erwartungsvolle, sich nach Vergewis-serung sehnende Stimmung an vielen Stellen. Das ist nur zu verständlich.
In diesem großen Spannungsbogen feiern wir heute Gottesdienst.
Könnt ihr gut Spannungen aushalten? – Mir fällt es schwer; vielen von euch auch. Das weiß ich aus Zuschriften und Telefongesprächen der vergangenen Tage: Widerstrebende Empfindungen müssen doch rasch irgendwie aufgelöst werden! Unübersichtliche Situation rufen doch nach rascher Klarheit! Dinge, die uns aus der Hand genommen sind, müssen wir doch rasch wieder in den Griff bekom-men!
Für das, was wir derzeit nicht tun können, muss es doch etwas anderes geben, das wir mit umso mehr Aktivität betreiben können! Für all das Durchgestrichene, für all die entstandenen Leerstellen muss es doch rasch eine neue Füllung geben! Nicht so viel „Karfreitag“, lieber rasch zu
„Ostern“!
Die Idee, in diesem Jahr gewissermaßen zweimal Ostern zu feiern – bereits heute an Karfreitag und dann am Ostersonntag nochmals – war irgendwie verlockend. Diese Verlockung wurde mir allerdings gründlich durchkreuzt. Mir fiel dieser Tage ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer in die Hände, in dem es heißt: „Nicht von Unsterblichkeit ist Ostern die Rede, sondern von Auferstehung, Auferstehung
vom Tode.“3 Daran bin ich hängengeblieben. Im Nachden-ken darüber ist mir neu aufgegangen: Keine Auferstehung ohne vorheriges Sterben. Kein Ostern ohne Karfreitag. Die Verlockung zu einer „Osterpredigt an Karfreitag“ wurde mir durchkreuzt. Das muss ich aushalten. Ich will es anneh-men.
Damit Ostern werden kann, will ich mit euch zusammen am Kreuz stehen.
Hier – unter dem Kreuz – können wir gemeinsam auf unsere durchkreuzten Pläne und Träume, unsere Angst und Verunsicherung blicken.
2. Unter dem Kreuz
„In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33) Das sagt Jesus kurz vor seinem Abschied und seinem Weg hinein in die Passion. Ein Satz, der von Jesus gewissermaßen „im Schatten des Kreuzes“ gesprochen wird. Nüchtern hält er fest: „Ja, in der Welt habt ihr Angst.“ Da gibt es nichts schönzureden. Sorgen, Befürchtungen und Ängste sind da. Das gilt für die Zeit, in der das Corona-Virus scheinbar alles im Griff hat. Das gilt aber auch für die Zeiten davor und danach. Angst wird nicht angstvoll geleugnet. Ihr wird ein wirksames Wort entgegengesetzt, ein Wort des Trostes und des Friedens, ein Wort der Hoffnung und der Gewissheit. „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Diese Feststellung setzt
Jesus ganz schlicht unserer Angst entgegen. Wir leben in dieser Welt. Noch gehört die Angst zu unserem Leben dazu. Aber Christus hat überwunden, was in unserer Welt Schrecken und Angst verbreitet.
Das eröffnet die entscheidende Perspektive für uns.
Sicher, Jesus hat keine Steine in Brot verwandelt. Er hat keine himmlischen Armeen antreten lassen, um sich aus der brenzligen Lage herausschlagen zu lassen. Er hat Unrecht und Angstmachendes nicht zur Seite geräumt und niedergeknüppelt. Er ist vielmehr mitten hindurchgegan-gen, durch Schmerzen und Folter, durch Unrecht und sogar durch den Tod. Jesus hat Angst durchlitten, dort im Garten Gethsemane, kurz vor seinem grausamen Tod an einem Kreuz: „Meine Seele ist betrübt bis an den Tod“. (Matthäus 26,38; Markus 14,34) Er hat erfahren, wie sehr Angst einsam macht. „Wacht doch mit mir zusammen!“ hat er seine Jünger eindringlich gebeten – und ist dann doch allein geblieben. (Markus 14,34+37+40-41) Und das Bitterste von allem: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!?“ Von Gott verlassen zu sein, ist wohl die abgründigste und schrecklichste Angst! (Matthäus 27,46; Markus 15,34)
„In der Welt habt ihr Angst.“ – Jesus weiß, wovon er redet. Er ist mitten hindurchgegangen durch Folter und Angst, durch Unrecht und Tod.
Liebe Schwestern und Brüder, wir brauchen unsere Angst nicht verbergen. Wir müssen unsere Angst nicht verdrängen oder betäuben. Die Überwindung der Angst beginnt damit, dass wir alles Bedrängende, Durchkreuzte, Furchteinflößende und Ungewisse gelten lassen und anschauen. Und dann? Wohin mit all dem? Wohin mit meiner Angst? – Ans Kreuz mit ihr! Dort gehört sie hin. Dort wartet Christus, der uns zuspricht: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwun-den.“
Blickt auf dieses Kreuz!
Formuliert im Stillen (oder auch gegenüber der Person, mit der Ihr an diesem Gottesdienst teilnehmt) Eure Sorge oder Angst. Schreibt diese – jetzt oder später – auf einen Zettel. Legt das, was Euch beschwert und bedrängt am Kreuz ab. (Bei der Übertragung des Gottesdienstes werden mit Ängsten beschriftete Zettel auf dem Brotteller abgelegt. Zuhause können diese Zettel in der persönlichen
Bibel abgelegt werden.) Legt den Zettel in Eure Bibel zum Zeichen dafür, dass Ihr dies alles ans Kreuz bringt.
Wohin mit meiner Angst? – Ans Kreuz mit ihr! Am Kreuz wartet Jesus auf uns. Jesus, der mitten hindurchgegangen ist durch Folter und Angst, durch Unrecht und Tod. Der Tod wird sich an Jesus erfolglos abrackern und totlaufen. Jesus stirbt und wird auferstehen. Die Angst wird sich zu Tode
ängstigen. Die Finsternis der Gottverlassenheit und der angstvolle Schrei „Warum hast du mich verlassen?“ werden einmünden in die Herrlichkeit bei Gott, dem Vater. Dem Unrecht wird das Recht bestritten. Jesus, unschuldig zum Tod verurteilt und hingerichtet, wird von Gott ins Recht gesetzt.
Dann hat der Hass ausgehasst. Gottes Liebe hat ihn überwunden. Dann hat das Leid ausgelitten. Gott selbst trocknet die Tränen. So hat Jesus die Welt überwunden. Er hat sie überwunden, nicht: besiegt und zertrümmert. Er hat neuen Trost geschaffen, nicht indem er die Angst weggefegt oder geleugnet hätte, sondern indem er mitten hindurchging.
Der „Ort“ an dem dies geschehen ist, ist das Kreuz. Das Kreuz, ein furchteinflößendes Zeichen des Todes und der Angst, des Unrechts und des Hasses wird zum Ort, an dem Tod, Angst, Unrecht und Hass überwunden sind. Wohin mit meiner Angst? – Ans Kreuz mit ihr! Ans Kreuz! Dort hat Jesus die Welt überwunden. Am Kreuz begegnet uns Jesus. Und am Kreuz treffen wir andere Menschen, die sich ebenfalls dort hinbegeben haben, um ihre Angst abzulegen und Frieden zu finden. Beides tut unendlich gut: die Gemeinschaft mit Jesus und die Gemeinschaft mit denen, die sich bei ihm sammeln.
Derzeit ist diese Gemeinschaft äußerlich eingeschränkt. Zugleich ist sie vielerorts lebendiger denn je: Telefonanrufe, Briefe und E-Mails, praktische Hilfen bei Einkäufen und Besorgungen, Gebetspartnerschaften
und das vielfältige Angebot von Seelsorge in kreativer Weise … Welch ein Segen!
Am Kreuz begegnet uns Jesus, und es begegnen uns Menschen, die sich ebenfalls bei ihm sammeln.
3. Wird alles gut?
Ob wir alle unbeschadet aus der gegenwärtigen Situation davonkommen werden? Ob alles einfach irgendwie gut wird? Ob alles wieder so wird wie vorher? – Alles, was wird, dürfen wir aus den Händen Jesu nehmen. Bei allem, was wird, dürfen wir gewiss sein: Er ist bei uns. Bei allem, was uns bleibend aus den Händen genommen ist, bleibt felsenfest bestehen, dass Jesus uns nahe ist, der mitten durch Bosheit, Leid und Tod hindurch die Angst der Welt überwunden hat. Bosheit und Schuld hat er an sich totlaufen lassen Der Tod ist tödlich blamiert. Darum, liebe Schwestern und Brüder: Seid getrost! Jesus hat die Welt überwunden.
Lied: „Meine engen Grenzen“4
1. Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor dich.
|: Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich. :|
2. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor dich.
|: Wandle sie in Stärke: Herr, erbarme dich. :|
3. Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich.
|: Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich. :|
(Bei der Übertragung des Gottesdienstes werden die am Abendmahlstisch stehenden Abendmahlsgefäße,
das Kreuz und die Kerze eingeblendet.)

Zuhause habt Ihr Eure Sorgen-Zettel zunächst in Eurer Bibel abgelegt. Darauf habt Ihr Eure engen Grenzen und die verengte Sicht aufgeschrieben, was Euch niederdrückt und lähmt, Eure Ohnmacht und Eure Sehnsucht. Schlagt noch einmal die Bibel dort auf, wo diese Zettel eingelegt sind – und sprecht darüber mit tiefer Sehnsucht: „Herr, erbarme dich!“ Am Ostersonntag nehmt Ihr diese Zettel
erneut hervor. Dann durchkreuzt Ihr ganz dick, was darauf geschrieben steht. Euer Anliegen ist bei Jesus abgegeben, er hat es für euch überwunden.
Das Licht von Ostern strahlt also doch schon herein in diesen Karfreitag. Der leere Kelch und der Teller, auf dem heute nicht Brot liegt, sondern unsere Sorgen, tragen die große Verheißung in  sich: Jesus ist und bleibt gegenwär-tig! Diese Gefäße, die uns sonst an einem Karfreitag zum Tisch des Herrn einladen und mit dem Empfang des Mahls der Zuwendung Jesu vergewissern, halten das Versprechen neuer Lebensfülle aus Christus bereit. Sie nähren unsere Sehnsucht, dieses Mahl bald wieder im Kreis der Gemeinde mit Brüdern und Schwestern am Tisch des Herrn zu feiern.
Darum, Ihr Lieben, hört und glaubt und lebt von dem, was Christus euch allen zuspricht: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“
Amen.
Liedvortrag
Gebet und Vaterunser
(…)
Vater unser im Himmel / Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme,
dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Sendewort und Segen
(…)
Möge der lebendige Gott unser Leben anrühren.
Er verwandle unsre Bedürfnisse in Sehnsucht nach ihm,
unsre Probleme in Herausforderungen, uns auf den Weg zu machen,
unsre Angst in Vertrauen,
unsre Wunden in Quellen des Lebens,
unsre Zerrissenheit in Ganzheit,
und unsre Schuld in einen Einfallsort seiner Gnade.
So segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
Gemeindelied – EM 658,1-3
Noch ehe die Sonne am Himmel stand, die Nacht ein Ende fand …
           © 2020 – Bischof Harald Rückert
           Hrsg. von der Evangelisch-methodistischen Kirche
              Referat für Öffentlichkeitsarbeit
              Dielmannstraße 26
              60599 Frankfurt am Main
              oeffentlichkeitsarbeit@emk.de

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Samstag, den 04. April 2020

Liebe Mitglieder und liebe Freunde der Immanuelkirche,

diese Woche könnte geprägt sein von den „…was jetzt nicht geht“. Heute am Palm-Sonntag werden keine grünen Zweige in den Kirchen an alle verteilt, wir feiern in Detmold und in Lage in dieser Woche kein Abendmahl zur Erinnerung an das 1. Abendmahl Jesu als Gemeinden, am Karfreitag wird das Kreuz in unseren Kirchen nicht schwarz verhängt und weder die Familienbesuche noch die geplanten Urlaubswochen können so stattfinden, wie viele es einfach gewohnt sind und worauf man sich gefreut hat.

Vor uns liegen Tage, an denen man schnell ins Trauern und Klagen kommen könnte über diese Coronazeit. Doch da ist auch ein anderer Blick möglich: wie leben, gestalten und feiern wir nun – ob in der kleinen Hausgemeinschaft und Familie oder auch allein – die Dinge, die von vielen „das war schon immer so“ geprägt waren? Ich möchte Ihnen Mut machen und werde mich selbst auch dazu stellen: suchen wir bewusst danach, was Passion und Glaube in diesem Jahr bedeutet, wofür wir Zeit zu Andacht und Gebet brauchen, worüber wir miteinander reden müssen und wo uns Christus mitnimmt, ganz neu seinen Weg vom Jubel am Palmsonntag, über die Feiern hin zum Verrat und seinem Tod am Kreuz in dieser Karwoche zu buchstabieren.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende und einen gesunden Start in die neue Woche,

Ihr Günter Loos!

 

1. Gedanken zum Predigttext des Sonntags Palmarum

 

Die Episode, über die wir an diesem Sonntag nachdenken, spielt bei einem Abendessen von angesehenen Leuten. Jesus besucht Simon. Vielleicht hatte er ihn geheilt und man genießt nun neben dem guten Essen, die Geschichten davon, wie das damals war und was nun alles passiert ist. Doch mitten in diese private Runde kommt eine störende fremde Frau dazu. Sie redet nicht, sie handelt einfach. Sie bricht die Sitten des Hauses und aus einem gemütlichen Essen wird eine erhitzte Diskussion über den richtigen Weg, wie Jesus unter uns zu ehren ist. Lesen Sie mit, wie dies im Markusevangelium beschrieben wird (Markus 14, 3-9):

 

3 Jesus war in Bethanien bei Simon dem Aussätzigen zu Gast. Während der Mahlzeit kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echtem, kostbarem Nardenöl. Sie zerbrach das Gefäß und goss Jesus das Öl über den Kopf.

4 Einige der Anwesenden waren empört. »Was soll das, dieses Öl so zu verschwenden?«, sagten sie zueinander. 5 »Man hätte es für mehr als dreihundert Denare verkaufen und das Geld den Armen geben können!« Und sie machten der Frau heftige Vorwürfe.

6 Aber Jesus sagte: »Lasst sie! Warum macht ihr es der Frau so schwer? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Arme wird es immer bei euch geben, und ihr könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt. Mich aber habt ihr nicht mehr lange bei euch.

8 Sie hat getan, was sie konnte: Sie hat meinen Körper im Voraus für mein Begräbnis gesalbt. 9 Ich sage euch: Überall in der Welt, wo man das Evangelium verkünden wird, wird man sich auch an sie erinnern und von dem reden, was sie getan hat.« (Neue Genfer Übersetzung)

.

a. Es geht nicht um das Nardenöl…

 

Mich hat an dieser Geschichte immer die Frage beschäftigt, was das für ein besonderes Öl gewesen sein muss, das die Frau da zur Salbung benutzt. Im letzten Jahr habe ich in einem Klosterladen eine kleine Flasche Narden-Öl kaufen können und kann Ihnen nun mehr dazu sagen. Narde duftet nicht wie eines unserer modernen Parfums und ein Chanel No 5 ist sicher raffinierter und interessanter zu riechen, als Narde. Dieses Öl ist sehr blumig in seinem Geruch und es sind Noten dabei, die an einen Spaziergang in einem Olivenhain oder am Ufer eines Sees im südlichen Italien erinnern. Heute bezahlt man mit unter 10€ aber kein Vermögen mehr für ein Flakon dieses Öls.

Vielleicht war auch schon damals nicht das Parfüm selbst der Punkt, um den es beim Streit der Tischgemeinschaft ging. Einen betörenden Duft hätte es an diesem Abend nicht gebraucht, um den Wert der erlebten Gemeinschaft zu betonen. Dass da einfach jemand reinplatzt, das hat sicher den meisten Ärger ausgelöst. Wenn jemand aus dem Freundeskreis Jesu so eine Salbung vollzogen hätte, dann kann man sich gut vorstellen, wie alle in der Runde dieses Ritual wohlwollend kommentiert hätten. Aber eine fremde Frau tat es.

Ob man Luxusgüter tatsächlich einfach verbrauchen soll und sie nicht für die ganz besonderen Gelegenheiten aufbewahren muss, darüber könnten wir bis heute immer noch in Diskussionen geraten.

Hier entdecken wir den Punkt, über den am Ende tatsächlich gestritten werden muss: ist dies ein normales Abendessen unter Freunden und Nachbarn oder erleben alle, ohne es so bewusst zu merken, einen ganz besonderen Augenblick? Jesus stellt sich auf die Seite der Frau und sagt: „Ja, dies ist ein besonderer Augenblick. Ihr habt mich nicht mehr lange bei Euch und die Zeit miteinander ist kostbare – teure! – Zeit.“ Die Frau zeigt mit ihrem wertvollen Öl, wie sehr ihr nun die Anwesenheit Jesu ein Geschenk ist. Sie gibt ihm in dieser Salbung etwas von dem zurück, was ihr durch seine Heilungen oder seine Predigt geschenkt wurde und für das sie ihm nun danken muss.

 

b. Die, die uns ohne Namen als Menschen des Glaubens in Erinnerung bleiben…

 

Jesus öffnet eine weite Perspektive, wenn er diese Frau lobt: „Überall, wo man vom Evangelium redet, wird man auch über sie reden“ (V. 9) Das ist bis heute so geblieben. Im Kindergottesdienst / Sonntagschule und in Auslegungen hören wir immer noch von dieser salbenden Frau damals in Bethanien. Inzwischen sind für mich viele Menschen dazugekommen, die auf ihre Weise und mit ihren Mitteln anderen gezeigt haben und zeigen: hier geht es nicht um etwas alltägliches, hier feiern wir Gottes Gnade unter uns in der Gegenwart unseres Herrn Jesu Christi.

Zwei dieser Menschen, die auf ihre ganz eigene Weise gezeigt haben, wie wertvoll und wichtig ihnen dieser Glaube und das „…bei Christus sein“ ist, sind mir in diesen Tagen begegnet.

Die eine ist mir wieder-begegnet. Sie war ein Gemeindeglied der zentralen methodistischen Gemeinde in Brooklyn / New York. Sie bemühte sich, immer im Gottesdienst und bei den Versammlungen ihrer Gemeinde dabei zu sein, doch dafür musste sie mit dem Ruderboot über den Hudson-Fluss rudern. Sie tat es wohl unzählige Male und in den wunderbaren Glasbildern dieser neugotischen Kirche in Brooklyn sieht man sie in einer Ecke des Bildes bis heute auf dem Hudson rudern. Ich bin dabei, wenn die Gemeinde in das Lob Gottes einstimmt, auch wenn es mir viel Mühe kostet.

Von einem anderen Zeugen des Glaubens las man in der vergangenen Woche in der Zeitung. Auf einer Krankenstation bei Bergamo in Norditalien bat ein älterer Priester darum, dass sein Behandlungsplatz an einem Beatmungsgerät einem anderen Patienten zur Verfügung gestellt wird. Er selbst vertrug die Behandlung an dem Gerät nicht, aber er war auch bekannt dafür, dass für ihn immer das Wohl Anderer in seinem Engagement an 1.Stelle stand. Der Priester starb vor einigen Tagen, wie viele andere Priester in der Region, die sich bei ihren Seelsorgebesuchen mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Nach dem Dienst fragen, der nun notwendig ist, und Christus um Weisheit und Hilfe dafür bitten.

 

c. Ein Vorbild

 

Die Geschichte der salbenden Frau bleibt auch jetzt eine Erinnerung daran, die Zeit des Glaubens richtig zu beurteilen und wertzuschätzen. Es ist nichts alltägliches, wenn uns die Nähe Gottes bewusst wird.

Dass der Glaube und die Liebe Christi zu uns und unserem eigenen Leben auch gefeiert und mit überraschenden Diensten gelebt werden muss, dafür ist die Frau ohne Namen im Evangelium bis heute ein Vorbild geblieben. Ob Sie oder ich in dieser Woche zu so einem überraschenden Glaubensdienst für jemand anderes berufen werden? Wir wären dann nicht die Ersten, denen das passiert.

 

2. Aus dem Gemeindeleben

 

Aus dem Freundeskreis der Lagenser Gemeinde gibt es eine Initiative, die bekannt gemacht werden sollte: Chalil Horo hat über den Sprachkurs seit 2015 Kontakt zur Ev.-meth. Kirche bekommen und nutzt die Zeit seiner Kurzarbeit nun zum Nähen. Er fertigt in Heimarbeit Gesichtsschutz-Masken. Gegen eine Spende von 2 € für die Materialkosten gibt er die Masken gerne weiter. Interessierte bitte bei mir melden mit Angaben wie viele Schutzmasken gewünscht werden und ich leite dies dann an Herrn Horo weiter (e-mail an: guenter.loos@emk.de ).

Gestern schrieb Gloria Gandolfo, dass auch sie gerne Schutzmasken näht. Bitte wenden Sie sich direkt an Sie: gloria@gandolfo.de .

 

In diesen Tagen erreicht Sie, wenn Sie zum Verteilerkreis der digitalen Fassung der Immanuelpost gehören, der Brief, der gerade fertig layoutet war, als die offizielle Absage aller kirchlichen Termine bekannt gemacht wurde. Wir möchten diesen Brief nun nur als E-Mail verschicken und hoffen, dass es trotzdem dort noch einige gute Informationen gibt, die neben allem, was sich seit der Schlussredaktion verändert hat, lesenswert sind. Wann die nächste gedruckte Fassung der IP erscheint, kann der Redaktionskreis noch nicht verbindlich sagen. Vermutlich wird dies aber erst ab Mai möglich sein.

Wenn Sie die Immanuelpost auch als E-Mail erhalten wollten, geben Sie ihre Adresse bitte an Udo Hollmann weiter unter emk@hollmann-dt.de .

 

Ich erinnere Sie noch einmal an unser Osteropfer. Vielleicht erleben Sie es in diesen Tagen auch so, dass wir in unserem eingeschränkten Leben sensibler werden für die Dinge, die wir in der Alltagsroutine vorher leicht übersehen haben. Mit unseren Gaben zu Ostern geben wir etwas an den zurück, der uns mit seiner Liebe und Zuwendung auch dann umsorgt und trägt, wenn wir unsere geistlichen Antennen im Alltag wieder auf einige wenige Kontaktzeiten reduzieren müssen. Doch Gott ist trotz immer ganz bei uns.

Geben Sie bei ihrer Spende das Stichwort „Ostern 2020“ an und nutzen Sie die Kontonummer der Gemeinde: Ev.-methodistische Kirche – Bezirk Detmold, bei: Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold // IBAN: DE85 4726 0121 0001 0655 00

 

In der Kirchenzeitung der EmK „unterwegs“ fand ich einen sehr hilfreichen Artikel des Paderborner Theologen Rolf Wischnath zur Frage, ob die aktuelle Corona Pandemie als Strafe Gottes gedeutet werden kann. Sie finden diese Überlegungen als Anlage zu diesem Brief.

Bei den Telefonaten dieser Tage fiel mir auf, wie viel Energie, Herzblut und Arbeit nun für viele auch im Gemeindebereich mit dem Schulunterricht verbunden ist. In einigen Schulen in der Region waren die technischen Mittel soweit vorbereitet, dass die Klassen gut mit der Schule zu Hause anfangen konnten, doch woanders war z.B. für jüngere Schüler oder in Hinblick auf die technischen Möglichkeiten zu Hause vieles nicht gut lösbar. Danke, ihr lieben Lehrer und Lehrerinnen, die ihr in den letzten zwei Wochen so viel Kraft und Liebe in Eure Arbeit mit den Kids investiert habt.

Von zwei unserer Teens in der Gemeinde habe ich ein direktes Statement bekommen, wie sie diese Tage erleben:

Lea (EmK-Lage):Wie ist es für mich in der Corona-Zeit? Die Corona-Zeit erlebe ich als Schüler im Moment als sehr chaotische aber auch aufregende Zeit. Die Zeit verbringe ich mit Schulaufgaben, Hausarbeiten, erledige Einkäufe für ältere Leute, spiele mit unserem Hund und telefoniere auch öfters mal per Videoanruf mit meinen Freunden.“

Gianna (EmK-Detmold): „…Unsere Abi-Vorklausuren wurden erst mal nach vorne verlegt und dann ganz abgeblasen. Dann war nicht ganz sicher, ob wir unsere Zulassung pünktlich kriegen und alle in die Nachprüfung müssen. Dann standen die ersten Ersatztermine, danach hat das Land beschlossen, das Abitur zur verschieben. Jetzt stehen erst mal die nächsten Ersatztermine und wir hoffen alle, dass das jetzt erst mal so bleibt. Dementsprechend verschiebt sich auch die ganze Planung. Es ist seeeehr schwer irgendwie zu wissen, was man lernen soll und in welcher Reihenfolge die Klausuren geschrieben werden. … Mottowoche fällt aus, Abi-Abschluss wird nach hinten verschoben und wir sind alle ein bisschen gestresst.“

Lassen Sie uns in dieser Woche besonders unsere Lernenden und Lehrenden zum Gebetsanliegen machen.

 

3. Von Personen

 

In der Karwoche feiert Reinhard Nolting am Mittwoch seinen Geburtstag und am Freitag Heike Dreimeier-Lennart. Wir wünschen Euch als Geburtstagskindern Gottes Segen für ein neues Lebensjahr und einen schönen Festtag.

 

Alice Hildebrandt lässt die Gemeinde ganz herzlich grüßen

 

Mit diesem Gruß aus unserem Garten in Wissentrup wünsche ich Ihnen eine gesegnete Karwoche!

Ihr/ Euer Günter Loos

 

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Samstag, den 28. März 2020

Liebe Mitglieder und liebe Freunde der Immanuelkirche,

 

für heute hatte ich viele Wochen lang geplant, Pastor Fillipe A.Hoguane aus Cambine/Mosambik bei uns als Gast zu begrüßen. Er sollte in den Gottesdiensten der Gemeinden predigen und als Direktor des theologischen Seminars etwas aus der aktuellen Arbeit in Mosambik berichten. In Corona-Zeiten ist auch diese Reise verschoben worden und mir wird beim Blick in die geplanten Termine dieser Woche klar, was alles nun anders ist, als man es selbst vorbereiten wollte. Diese Zeit ist auch eine Einladung, neu demütig zu werden vor dem, was uns trotzdem (noch?) uns von Gott geschenkt wird, und das Lob über die immer noch möglichen Dinge nicht zu vergessen.

Ich grüße Sie ganz herzlich nach dieser zweiten Woche im verlangsamten Lebensrhythmus und wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende und ein gesunden Start in die neue Woche,

Ihr Günter Loos!

 

1. Gedanken zum Predigttext des Sonntags Judika

 

Der Predigttext für diesen Sonntag steht im letzten Kapitel des Briefs, der von alters her mit „An die Hebräer“ über schrieben wurde. Hier lesen sie den Textabschnitt, in den ich Sie mit meinen Gedanken hinein nehmen möchte (Hebräer 13,12-14):

Mit dem Opfer Jesu ist es wie mit diesen Tieropfern: Weil Jesus gekommen war, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, musste auch er außerhalb der Stadtmauern sterben.13 Lasst uns daher zu Jesus vor das Lager hinausgehen und die Schmach auf uns nehmen, die auch er getragen hat.

14 Denn hier auf der Erde gibt es keinen Ort, der wirklich unsere Heimat wäre und wo wir für immer bleiben könnten. Unsere ganze Sehnsucht gilt jener zukünftigen Stadt, ´zu der wir unterwegs sind. (Neue Genfer Übersetzung)

Damit keine Missverständnisse aufkommen: der Satz „…lass uns hinausgehen“ (V.13) ist in dieser Woche nur unter den öffentlichen Bedingungen der Corona-Pandemie wörtlich zu nehmen. Doch damit sind wir schon auf der Spur dieses Textes, der uns eben keine direkten Handlungs- anweisungen geben will, sondern in der Symbol- und Bilderwelt der damaligen jüdischen Kult- und Gottesdienstpraxis Kernfragen des Glaubens beantworten will.

Der Autor und die ersten Lesenden dieses Briefes sind als Juden großgeworden und fanden dann später zum Glauben an Christus als ihrem Messias, oder wie es der Brief immer wieder schreibt, dem Hohepriester des Glaubens. Diese Gemeinde der Judenchristen saßen in ihrer Zeit zwischen vielen Stühlen: sie waren in ihrem Lebensstil wohl weiter verbunden mit der jüdischen Tradition, aber durch ihren neuen Glauben an Christus wurden ihnen die Synagogengottesdienste verboten und es gab sicher auch in den Familien und im Bekanntenkreis heftige Konflikte über ihren neuen Glauben. Die Gemeinde, die diesen Brief las, fühlte sich ganz ihrem alten Glauben verbunden und erlebten eine tiefe neue Gewissheit und Freude durch das, was ihnen in Christus offenbart wurde.

Darum hat dieser Halbsatz vom „herausgehen“ vermutlich eine sehr weitreichende Bedeutung für die, die dies lasen: sie wurden aus ihrem vertrauten Gottesdienst und ihrem alten Glauben heraus gedrängt und gingen sicher irgendwann selbst diesen Weg aus den alten gewohnten Synagogengemeinden hinaus.

Christus, so entdeckt unser Briefschreiber, ist auch diesen Weg gegangen. Er wurde zum Foltertod am Kreuz vor die Stadt außerhalb der Stadtmauern gebracht und starb „draußen“, auf dem Schädelhügel Golgatha. Die Gemeinde, die nun aus den schützenden und begrenzenden Mauern hinaustritt, hat nicht mehr die Sicherheit von Tradition und geprägten Strukturen der jüdischen Religionsgemeinschaft um sich her, aber sie ist bei ihrem Herrn.

Diese Entdeckung besitzt noch eine viel weiterreichende Konsequenz: Menschen, die mit Christus unterwegs sind, sind immer wieder in ihren Kulturen Fremde ( = Ausländer), die erst in der Ewigkeit in Gottes neuem Himmel und der neuen Erde ihre Heimat finden werden. Christ-sein bedeutet im Sinne des Hebräerbriefs ein Unterwegs-sein in dieser Welt mit dem, der uns vorangeht und uns eine ganz andere Zukunft schenken wird, als sie in den Möglichkeiten dieser Welt liegt.

 

A. Ausprobieren, wie diese andere Zukunft sein wird…

 

Ich brauche etwas, um diese ganz andere Welt, die sich hier biblisch auftut, mit dem Alltag in diesen Tagen zusammen zu bringen. Dass wir keine realen Gottesdienste mit einander feiern, einander nur mit Einschränkungen treffen können und viel Zeit ohne fest geplante Aufgaben und Termine verbringen, stößt uns aus dem gewohnten Alltag – auch dem Alltag unseres Glaubens. Aber es könnte ja auch die Zeit sein, in der wir persönlich und als Gemeinde entdecken, was anders auch gut funktionieren kann und dem eigenen Glauben sehr zuträglich ist.

Vielleicht sind diese Wochen eine Chance, das Andere und die Zukunft, die sich mit diesem Ander-sein als Christ verbindet, einfach wieder bewusst zu leben.

Ich habe von Heinrich Schüring den Hinweis auf einen bewegenden Text von Juliane Assmann bekommen. Sie arbeitet in Dresden als Referentin für Gemeindeberatung in der Ev. Kirche und wirbt für ein anderes Wachsen in Gemeinden. Wir buchstabieren, schreibt sie, unser Leben auch in der Gemeinde oft mit Maßstäben, die aus der Wirtschaft kommen, und achten zu oft auf das, was wir nicht haben, wo es einen Mangel gibt. Dann sucht man nach Wegen, wie man das mit Gewinn bekommen kann, was scheinbar noch fehlt.

Frau Assmann betont, dass der Gott der Bibel zuerst die Fülle und das neue Leben schenkt. Gemeinden sind reich, auch unsere Gemeinschaften in Lage und in Detmold, durch die, die hier mit dabei sind und ihre Gaben einbringen. Uns wird im Gebet, im Singen und im Bibelstudium nicht das gezeigt, was alles nicht funktioniert, sondern das, was uns in Christus als seinen Freunden in der Nachfolge geschenkt wird. Das Lob, das vor dem Klagen steht, macht das andere Wachsen im christlichen Glauben aus. Dieses Wachsen lässt am Ende aller Kreatur in Gottes Schöpfung Raum zum Leben.

 

B. Den Schritt hinaus gehen…

 

Jetzt, wo uns für einige Zeit die eigenen vier Wände als Ort unseres Lebensmittelpunkts öffentlich verordnet wurden, könnten wir einfach mal die Gedanken wandern lassen: wo wäre ich den lieber, als Zuhause? Und: was hätte ich denn dort, wo ich jetzt nicht sein darf?

Auch die Reise des Glaubens fängt damit an, dass wir die Sehnsucht nach dem, was wir in Christus empfangen, spüren. Wenn aus dieser Sehnsucht heraus unsere Gedanken in Bewegung kommen, dann fängt die spirituelle Reise an, die uns in der Stille, im Hören und im Fragen für das aufschließt, was Christus uns heute schon schenkt, und auch, wohin er uns mit allen unseren Möglichkeiten hinführen will.

Vielleicht klingt das für Sie zu abgehoben und idealistisch.

Aber das verordnete Abstand-halten in diesen Tagen ist eine Einladung, spirituelle und geistliche Wege neu zu erkunden. Wie heißt es im Bibeltext: „Lasst uns zu Jesus ... hinausgehen und … auf uns nehmen, was auch er getragen hat.“ Ich wünsche Ihnen wertvolle Entdeckungen in diesen Tagen auf diesen immer wieder neu zu entdeckenden Wegen des Glaubens.

 

2. Aus dem Gemeindeleben

 

Sie konnten am Freitag in der Lippischen Zeitung lesen, was der aktuelle Stand in der Versorgung derjenigen in Lippe ist, die ohne ein eigenes Zuhause leben. Die Herberge zur Heimat verteilt nun, auch nach Gesprächen mit uns, regelmäßig Abends ein Lunchpaket an Außenstehende. An zwei Tagen ist geplant, dass dies auch eine warme Mahlzeit sein kann. Bitte beten Sie mit dafür, dass diese Hilfe ankommt und angenommen wird.

Im Gemeinderaum hat sich Andreas Pehl die ausstehenden Arbeiten nun vorgenommen und in dieser veranstaltungsfreien Zeit werden nun auch neue LED-Paneele an Stelle der alten Leuchtstoffröhren in die Decke eingebaut.

 

 

3. Von Personen

 

Ich darf Ihnen herzliche Grüße von Ursula und Heinz Wiesekopsieker weitergeben. Bruder Wiesekopsieker freut sich darüber, dass sich sein körperlicher Zustand stabilisiert hat. Die Frühlingssonne in dieser Woche tat das ihre, dass ihm eine gute Woche geschenkt wurde.

 

Auch Rudolf Remenij lässt uns herzlich grüßen. Er wird z.Zt. noch in seinem bekannten Zuhause versorgt und gepflegt. Mit Hilfe einer neuen Einstufung seines Grades der Pflegebedürftigkeit darf er nun auf einen Umzug in das Diakonishaus in der Elisabethstraße warten. D die Zeit, die seine Frau dort verbracht hat, ist er gut mit dem Haus vertraut und freut sich auf den Umzug.

 

Drei Geschwister freuen sich in der kommenden Woche auf Ihren Geburtstag: Volker Bruckart und Fritz Eichmann feiern am Mittwoch ihren Geburtstag und Daniel Dittert begeht seinen Festtag am kommenden Sonntag, dem 4. April. Wir wünschen Euch, liebe Brüder, Gottes reichen Segen und Gesundheit für euren Feiertag und die Tage des neuen Lebensjahres.

 

 

 

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Liebe Glieder und liebe Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe mit der Erlöserkirche in Lage Verbundene,

in dieser Woche kehrt für viele nun langsam der Alltag in der Ausnahmesituation ein. Der Tagesrhythmus organisiert sich hoffentlich auch bei Ihnen zu Hause neu und wir entdecken bei dem Beschwerlichen in diesen Tagen auch die Chancen, die diese entschleunigte Zeit uns bietet. Bleiben Sie auf Abstand in der Öffentlichkeit, aber innerlich mit denen verbunden, die ein Wort per Brief oder Telefon brauchen.

Dieser Brief ist wieder eine Einladung, nicht nur Neues zu lesen, sondern für die eigene Gebetszeit Anliegen aufzunehmen, die in den Berichten angesprochen werden. Denken Sie im Gebet mit an die Freiwilligen und ihre Familien, von denen Birgit Braeske berichtet, oder an die Verantwortlichen, die nun Wege suchen, wie die Dinge, von denen Heinrich Schüring schreibt, in unserem kirchlichen und gemeindlichen Alltag selbstverständlicher werden können.

Und noch ein Hinweis zu unseren Gemeindebriefen in Lage und Detmold: geben Sie diesen Brief gerne an die weiter, die über keinen Internetzugang verfügen. Ich freue mich mit den verantwortlichen Geschwistern in der Gemeinde, wenn wir über diese Nachrichten miteinander verbunden bleiben und einander fürbittend begleiten.

 

Von Personen

 

Meine Frau Birgit Braeske ist inzwischen wieder gut in Lippe angekommen und sie schreibt:

Liebe Gemeinde,

nun ist es schon eine Woche her, dass ich wieder auf deutschem Boden gelandet bin. Meine Reise nach Uruguay war natürlich von den rasanten Entwicklungen der Corona-Krise geprägt. So wurde der eigentliche Grund der Reise, die weltwärts-Partnerkonferenz, am Tag nach meiner Ankunft abgesagt. Dennoch konnte ich alle Einsatzstellen unserer Freiwilligen sehen, auch wenn zwei davon geschlossen waren. Auch Gottesdienste waren abgesagt, doch ich habe die Grüße der Lagenser Gemeinde im kleinen Kreis geteilt und bringe Euch von der „Gemeinde unterwegs“ herzliche Grüße zurück. Ich bin sehr dankbar für die Begegnungen mit Geschwistern im Glauben und für die Bewahrung auf der Reise. Gerne kann ich im Rahmen einer Gemeindeveranstaltung ausführlicher berichten, sobald das wieder möglich ist.

Seit meiner Rückkehr beschäftigt mich die Rückholung der Freiwilligen, von denen zwei noch in Namibia ausharren, da ihr gebuchter Flug kurzfristig gestrichen wurde.

Herzliche Grüße, Birgit Braeske

 

Die Kirche sucht nach Wegen für einen klimafreundlichen Alltag

 

Heinrich Schüring, Laienmitglied der Jährlichen Konferenz für den Bezirk Detmold erläutert einen Themenkreis, der ihm selbst sehr am Herzen liegt und der nun als Antrag in der Konferenz diskutiert werden wird:

Leben für Morgen – ein Antrag zur Klimakrise .

Hier in einem Auszug das wichtigste für Sie in der Gemeinde aus diesem Antrag:

  • Wir bitten die Jährlichen Konferenzen, folgende Beschlüsse zu treffen: Wir wissen um die katastrophale Klimabilanz von (Braun)Kohle. Deshalb verpflichten wir uns als EmK, nur noch Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

  • Die Bauausschüsse beschäftigen sich in Zukunft regelmäßig mit der Energiebilanz der Gebäude und schlagen Einsparmöglichkeiten vor. Um das Ziel einer klimaneutralen Kirche zu erreichen, verzichten wir bei Heizungserneuerungen auf den Einbau fossiler Energieträger (Öl und Gas).

  • Nach dem Verbrauch von Restbeständen wird kein Einweggeschirr mehr verwendet.

  • Jede Gemeinde beschließt einen autofreien Sonntag nach ihrer Wahl. Im Beschluss, in der Ankündigung und im Weg zum Beschluss werden die Folgen des Klimawandels in Gottesdiensten, Bibelstunden, Hauskreisen, etc. thematisiert.

  • Dienstfahrten für Hauptamtliche im Gemeindedienst werden auf das Notwendige reduziert.Wo möglich und sinnvoll empfehlen wir, Hauptamtliche auf Bezirkskosten mit einem Jahresabonnement im ÖPNV auszustatten.

Wir können als Einzelne und als Gemeinden überlegen, wie und ob wir diese vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen können, auch wenn wir manches als große Zumutung empfinden. Die Klimakrise erfordert ebenso viele Anstrengungen für die Zukunft der Menschheit wie die Coronakrise.

In dem Antrag Leben für Morgen – Antrag zur Klimakrise sind auch weitere Absichtserklärungen für die Bereiche Lebensmittel und Nahrung (z.B. vorrangig vegetarisches Essen bei Gemeindefesten), sowie Politik und Gesellschaft enthalten.

Das sich im Aufbau befindende Repaircafe in Lage ist für mich die konkreteste Antwort einer Gemeinde auf diesen Antrag. Es kann ein Ort werden, wo eine Kultur der Nachhaltigkeit als Ausdruck unserer kirchlichen Botschaft konkret wird. Gleichzeitig kann es ein Ort werden, wo unsere Gemeinden mit den Menschen diakonisch-missionarisch ins Gespräch kommen und die Nachbarschaft sich begegnen und vernetzen kann. …

Heinrich Schüring

 

Per Brief Kontakt mit Leuten in der Nachbarschaft suchen

 

Pastor i.R. Walter Berchter gibt eine Anregung weiter, die er z.Zt. für seine private Nachbarschaft ausprobiert. Er verteilt kleine Grußkarten und Briefe, um in Kontakt zu bleiben, nun, wo der Schwatz über den Gartenzaun nicht mehr so einfach ist. Vielleicht schließen Sie sich Herrn Berchter an und werden auch in ihrer Nahbarschaft zu einem Netzwerker / einer Netzwerkerin für Beziehungen, die auch ohne direkten Kontakt und Begegnung funktionieren können.

 

Die ökumenische Bibellese in dieser Woche: Kap.13 im Markusevangelium

 

Ich lade Sie auch in dieser Woche ein, zuerst mal für sich, aber dann doch auch verbunden mit Anderen, die Texte der ökumenischen Bibellese zu bedenken.

Seit heute lesen wir Texte, wo Jesu Reden zur „letzten Zeit“ bei Markus zitiert werden: Mi – 13,1-13; Do – 13,14-23; Fr – 13,24-27; Sa – 13,28-37. Bei vielen macht sich in diesen Tagen eine vermeintliche Endzeitstimmung breit, wenn sie weltweit von steigenden Infektionszahlen und Todesfällen durch den Corona-Virus lesen oder die leeren Straßen der lippischen Innenstädte erleben.

Lassen wir uns helfen, mit diesen Texten der Bibel zu entdecken, das Zeiten der Angst und des Leids immer auch Zeiten waren, wo Glaube neu seine Kraft offenbart hat: „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen,“ spricht Christus (Mark. 13,31)

  • Ob es uns gelingt, in einen Austausch über diese Texte zu kommen? Wenn Sie mir Ihre Gedanken zu einem der Verse per Mail zukommen lassen, will ich mich bemühen, diese über den nächsten Brief auch anderen, die hier persönlich im Studium sind, weiterzugeben.

 

Habe ich etwas vergessen oder möchten Sie etwas weitergeben an Andere in der Gemeinde? Schreiben Sie mir und ich suche einen Platz dafür im nächsten Brief, dem Brief zum Sonntag Judika.

 

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr / Dein Günter Loos!

 

 

 

 --Worte an die Gemeinde -- Worte an die Gemeinde

Samstag, den 21. März 2020

Liebe Mitglieder und liebe Freunde der Immanuelkirche,

 

eine Woche liegt hinter Ihnen und mir, wo vieles ganz anders war, und in der wir uns gefreut haben, wenn etwas mal so sein konnte, wie immer. Ich möchte Sie mit diesem zweiten Sonntagsbrief mit hineinnehmen in die Frage nach Glauben und Gemeinde in diesen ganz anderen Zeiten. Wieder gebe ich Ihnen eine kurze Auslegung zum Sonntagsevangelium weiter und sie finden im Anschluss daran einige Infos aus der Gemeinde und der Kirchenwelt.

Ich hoffe, diese Zeilen sind Ihnen Trost in auch sehr bedrückenden Tagen und Ermutigung, nicht das nun einfach aufzugeben, was uns Leben verheißt, für Leib und Seele. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag und grüße Sie ganz herzlich,

       Ihr Günter Loos!

 

1. Gedanken zum Predigttext des Sonntags Lätare

 

An diesem Sonntag hätten wir miteinander bei der Eröffnung des Gottesdienstes das Bibelwort vom Weizenkorn gehört: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es Frucht.“ (Joh. 12,24). Da wird in einem Vers die ganze Geschichte von Karfreitag und Ostern in einem Bild verdichtet. Leben stirbt und schenkt neues Leben. Christus der für uns neu die Tür zum Leben in Zeit und Ewigkeit aufgeschlossen hat, gibt sein Leben dafür in den Foltertod am Kreuz hinein.

Auch unser Predigttext aus dem dritten Teil des Jesajabuchs macht diese Beziehung zum Thema, die zwischen Leid / Abschied-nehmen und Geburt / neuem Leben besteht. Jede Geburt ist mit Schmerz und Kampf verbunden, die Frauen an ihre Grenzen bringt und die Männer hilflos daneben ausharren lässt. Doch jede Geburt verändert durch den Menschen, der seinen ersten Lebensschrei ausstößt, das Familiengefüge und das Leben der Eltern und Familien.

Lesen Sie diesen Bibeltext, der vielleicht tatsächlich am Wochenbett nach einer Geburt entstanden ist. Doch diese Sätze eröffnen auch einen Blick auf das Leben in schweren Zeiten, der weit über dieses Glück einer stillenden Frau mit ihrem Neugeborenen hinaussieht. Den Text finden Sie im Alten Testament beim Propheten Jesaja, Kap. 66, 10-14:

 

10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.

11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust.

12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen.

13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.

14 Ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des HERRN an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden. (Luther 2027)

 

Eine Momentaufnahme aus der Stadt Jerusalem 538 v.Chr.

 

Dieser hoffnungsvolle Text stammt vermutlich aus dem Kreis der Menschen, die nach vielen Jahrzehnten aus dem persischen Exil um 538 v.Chr., wo sie Asylanten waren und auf das Wohlwollen, der Regierung zwischen Euphrat und Tigris angewiesen waren, nun in ihre Stadt zurück gekehrt sind. Nun sind sie wieder in Jerusalem. Mit dieser Stadt verbinden sich viele Erwartungen und die Sehnsucht auf eine ganz andere Zeit. Doch die Heimat in Juda und Jerusalem hatte sich in den 40 Jahren, wo die exilierten Familien nicht da waren, verändert. Den Ort, in dem man nun zurückkehrte, war nicht das Zuhause, was man von früher in Erinnerung hatte oder von dem die Eltern immer erzählt hatten. Die Hoffnung auf eine andere Zeit muss sich in Jerusalem in den Herzen der nun eher enttäuschten und am Alltag verzweifelnden Neubürger erst ihren Platz erkämpfen.

Doch erkämpft wird dieser Blick auf das, was sein könnte und kommen wird, nicht durch Optimismus und Schönreden, sondern durch eine Verheißung, die jemandem von Gott geschenkt worden war.

Der Alltag vieler mag voller Sorgen, gewürzt mit Angst und Einschränkungen, sein, aber Gott schenkt dieser Stadt auch das Andere: wie eine Mutter schenkt sie jedem, der dort wohnt Nahrung (V.11), Frieden und Wohlstand und Sicherheit (V.12). Wir ahnen es: es geht hier nicht um eine funktionierende Stadtverwaltung oder einen klugen Bürgermeister für Jerusalem, sondern diese Stadt der Hoffnung spiegelt Gottes tröstende Gnade, wie sie viele mit ihrer fürsorgenden Mutter oder den Eltern verbindet (V.13+14). Es klingt für uns Osterhoffnung mit in diesem alten Text an Menschen, denen der Alltag aus der Hand zu gleiten scheint in dieser neuen, nicht beherrschbaren neuen Umgebung.

 

Eine Momentaufnahme aus Lippe in Zeiten der Corona-Pandemie 2020

 

Uns werden die Dinge zunehmend in diesen Tagen aus der Hand genommen. Vor 10 Tagen haben wir in der Kirche und der Gemeinde noch überlegt, wie wir mit unseren eingespielten Strukturen und Möglichkeiten die am Horizont heraufziehende Wetterfront der Pandemie gut organisieren können. Dann wurde für uns organisiert und vielleicht hören wir am Ende dieses Wochenendes von einer umfassenden Ausgangsbeschränkung für das ganze Land. Wir müssen unseren Alltag neu organisieren, wir merken, wie unvorbereitet wir auf diese Situation in vielen kleinen Dingen sind und ja, wir haben auch Angst um uns selbst und um Andere.

Ob wir das alte Bibelwort einfach als unser Wort adoptieren dürfen? Wir sind nicht Bürger in Jerusalem und wir leben in einer ganz anderen Zeit. Aber ich lade Sie zu diesem Experiment ein: wir nehmen diese Hoffnungsworte für uns in dieser Woche in Anspruch, den auch wir finden uns nicht leicht zurecht in der Welt, in der wir nun leben.

 

Wie die bergende Nähe einer Mutter…: diese Tage stehen unter dem Leitsatz „Keine Berührung, Abstand halten, keine Umarmung mit Fremden und – bei Infektion! – auch Familienmitgliedern“. Das Bibelwort blickt auf die Zeit, wenn wir wieder die Nähe leben dürfen. Der italienische Premierminister hat vor einigen Tagen öffentlich davon geschwärmt, wie das sein wird, wenn wir wieder umarmen und herzen dürfen, wenn wir uns treffen. Jetzt ist die Andere Zeit, aber die gute Zeit wird uns geschenkt werden, sagt das Bibelwort. Die Lipper halten Abstand heute, aber es kommen wieder Zeiten, da klopfen sie sich auf den Rücken und grüßen sich mit einem festen Händedruck.

 

Satt und zufrieden wie ein kleines Baby…: In der letzten Woche waren nicht nur in einem Geschäft die Regale leergekauft und man könnte in die Situation kommen, nicht einfach zu kaufen, was einem besonders heute schmeckt, sondern im Einkaufswagen zu haben, was nun wichtig ist für die grundsätzliche Versorgung. Ich habe von älteren Geschwistern gehört, das sechs Anrufe am Tag eingegangen sind von Leuten, die nachfragten, ob irgendwelche Hilfe gebraucht wird. Nein, wir werden nicht einfach rundum mit allem versorgt in diesen Tagen und strahlen darum vielleicht auch nicht wie die kleinen Wonnepropen in ihren Babybetten, um im Bild zu bleiben. Doch wir erleben, in diesen schwierigen Zeiten, dass man das bekommt, was unser Leben wirklich braucht: Fürsorge, Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit. Diese Tage zeigen etwas von dem, was vielen in den guten Zeiten verloren gegangen ist. Gott sei Dank!

 

Freude, die zu Herzen geht…: In diesen Tagen durch Lage zu radeln oder in Detmold über den Marktplatz zu gehen ist beklemmend. Keiner hält groß einen Plausch oder sitzt mit Bekannten im Cafe. Da kann man leicht schwermütig werden, wenn in diesen ersten Frühlingstagen kein heitere Gelassenheit öffentlich sichtbar ist. Doch auch hier wird unsere Hoffnung mit dem Bibelwort belebt: wie wird das sein, wenn wir wieder dürfen, wenn der Alltag wieder Platz für Feiern und Fröhlichkeit lässt? Planen Sie ruhig einfach schon heute, was Sie dann feiern werden, und lassen sie sich die Freude ins Herz gießen, die tiefer geht, wie ein geselliger Abend, weil sie von Gott geschenkt wird.

 

Noch ein Gedanke…

Vielleicht ist dieses anonyme und unsichtbare Virus gar nicht unser größtes Problem in diesen Tagen, sondern unsere fehlende Sensibilität für Gottes liebendes Sorgen ums uns in dieser Welt. Mein ghanaischer Kollege aus der Gemeinde in Düsseldorf sagte mir vor einigen Tagen: „In Deutschland betet man nicht, da ist alles organisiert, da gibt es keine unlösbaren Probleme. In Ghana steht man morgens auf und die unlösbaren Probleme beginnen: keine feste Arbeitsstelle, ein Gesundheitssystem mit vielen Lücken, ein chaotisches und gefährliches öffentliches Verkehrsnetz.. .“ „Aber“, sagte er, „die Leute beten viel und trauen Gott etwas zu.“

Wir ahnen in diesen Tagen, wie die Kraft des Gottvertrauens in einer unsicheren Zeit uns ruhig werden lässt, trotz der Angst vor Schlimmeren mitten in diesen Krisenzeiten.

 

2. Aus dem Gemeindeleben

 

Auch die Oase ist nun geschlossen, wir haben davon berichtet. Nur noch in der Herberge zur Heimat wird öffentlich eine Mahlzeit für Bedürftige ausgegeben. Wir haben uns entschlossen, diese Arbeit, die dort von professionellen Kräften geleistet wird und eine funktionierende Großküche zur Verfügung hat, mit unseren Mittel zu unterstützen. Gedacht ist an die Ausgabe von Mahlzeiten an Personen, die keine Unterkunft in der Herberge haben. Durch Spendengelder von außen werden diese Mahlzeiten dann finanziert.

 

Von Personen

 

Diese Traueranzeige war in der Zeitung zu lesen und ist uns als Gemeinde zugegangen:

      Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen

            Gott loben, solange ich bin. Psalm 104, 33

Unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Onkel und Schwager

Pastor Siegfried Soberger

             geboren am 15.12.1924 in Wanne-Eickel

 

wurde am 14.03.2020 zu seinem Herrn und Heiland heimgerufen.

 

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied.

 

Martin Soberger mit Johannes

Uta Weiner, geb. Soberger

Christof und Sigrid Soberger, geb. Osigus

mit Hanja, Jan-Malik, Michela und Amon

Heinz Ebeling

Siegfried Gatz

Christa Althaus, geb. Gatz

Bernd und Margit Osigus

und alle Anverwandten

 

Aufgrund der aktuellen Lage fand die Trauerfeier und Bestattung am 18.03.2020 im kleinen Kreis auf dem Friedhof in Köngen statt. Ein Gedenkgottesdienst wird zu einem späteren Zeitpunkt in der Immanuelkirche, Mühlenstraße 16, 32756 Detmold, gehalten.

Traueranschrift: Christof Soberger, Heerstraße 6, 73257 Köngen, E-Mail: christof_soberger@web.de

 

Aus der Kirche

 

Bischof Harald Rückert hat auf You Tube eine Botschaft an die EmK in Deutschland eröffentlicht. Hier finden Sie sie: https://youtu.be/nLliGJ9qwNM

 

 

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Liebe Mitglieder und liebe Freunde der Immanuelkirche,

 

gestern wurde am späten Nachmittag in den lippischen Kommunen bekannt gegeben, dass bis zum 19.April 2020 bis auf weiteres alle öffentlichen Veranstaltungen, unter die auch die Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen fallen, abgesagt werden müssen um einer wirksamen Eindämmung der Infektion mit dem „Corana“-Virus vorbeugen zu können. Heute Morgen habe ich viele Telefonate geführt und mich entschieden, über diesen Brief zum Sonntag Sie mit hinein zu nehmen, wie wir nun einige Zeit – ohne Begegnung und Feiern – als Gemeinde miteinander unterwegs sind.

 

1. Gedanken zum Predigttext des Sonntags

 

Der Text aus dem Lukasevangelium 9, 57-62 ist eine Sammlung von Jesusworten zur Nachfolge. Was erwartet Menschen, die sich auf ein Leben mit Christus einlassen:

 

57 Als sie weitergingen, wurde Jesus von einem Mann angesprochen. »Ich will dir folgen, wohin du auch gehst«, sagte er. 58 Jesus erwiderte: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich ausruhen kann.«

59 Zu einem anderen sagte Jesus: »Folge mir nach!« Er aber antwortete: »Herr, erlaube mir, zuerst noch ´nach Hause` zu gehen und mich um das Begräbnis meines Vaters zu kümmern.« 60 Jesus erwiderte: »Lass die Toten ihre Toten begraben. Du aber geh und verkünde die Botschaft vom Reich Gottes!«

61 Wieder ein anderer sagte: »Ich will dir nachfolgen, Herr; doch erlaube mir, dass ich zuerst noch von meiner Familie Abschied nehme.« 62 Jesus erwiderte: »Wer die Hand an den Pflug legt und dann zurückschaut, ist nicht brauchbar für das Reich Gottes.«

 

Nachfolge wird angefragt…

 

Einer bekennt sich euphorisch und begeistert dazu, jeden Weg mitzugehen, und Jesus warnt vor den Mühen und den Einschränkungen, die mit dieser Weggemeinschaft verbunden sind. Zwei andere Anhänger Jesu sind natürlich grundsätzlich mit dabei, aber da warten noch einige Verpflichtungen, bis sie sich dann richtig engagieren können. Jesus reagiert auf sie mit dem schroffen Bild Wort vom pflügenden Bauern, der nur grade Furchen ziehen kann, wenn er konsequent nach vorne schaut. Bis heute machen alle, die an einem mit krummen Furchen gepflügten Feld vorbei kommen, ihre Witze. Das kann kein guter Bauer sein, der so arbeitet.

Wie ernst gemeint ist das Bekenntnis: „Ich bin mit Dir unterwegs“?

Jesus schickt niemanden von denen die ihm nachfolgen wollen nach Hause, aber er prüft, ob die, die mit ihm unterwegs sind, diesen Weg schaffen können.

 

Niemand bricht gern eine Reise ab, weil ihm die Ausrüstung für diese Expedition fehlt.

Unsere weltweite Kirche redet heute gerne davon, dass wir uns auf eine Reise des Glaubens machen, wenn wir in die Mitgliedschaft der kirchlichen Gemeinschaft eintreten. Jesus will, wenn er prüfend Einwände formuliert, niemanden vorschnell beurteilen, aber er will einem Scheitern auf dem Glaubensweg vorbeugen.

  • Religionspädagogische Forschungen über die Beziehung von Menschen zu Glaube und Kirche haben gezeigt, dass viele durch Ärger in der Gemeinde oder Konflikte aus ihrer Gemeinde gingen, aber dann auch irgendwann wieder neu Kontakt zur Kirche und Gemeinde finden konnten. Wenn aber ein Mensch zentral in seinem Gottvertrauen und seiner Hoffnung verletzt wurde, weil es z.B. einen Übergriff einer leitenden Persönlichkeit der Kirche gab, dann gibt es in der Regel keinen Weg zurück zu Kirche und Glauben.

Weil die Welt, in der wir Glauben leben, auf Erlösung und Veränderung an vielen Stellen zu warten scheint, brauchen wir Nachhaltigkeit, Entschiedenheit und Konsequenz, um nicht den Glauben wieder zu verlieren, sondern die Dinge so mit Gottes Hilfe drehen zu können, dass Gottes Liebe und sein schöpferischer Geist in dieser Existenz wieder sichtbar wird.

 

Nachfolge in einer Ausnahmesituation…

 

Seit gestern ist es offiziell, aber schon seit einigen Tagen hat es sich angekündigt: die Dinge sind nicht mehr normal.

  • Am Donnerstag wurde das Gymnasium in Lage wegen einem bestätigten Infektionsfall für 14 Tage in Quarantäne geschickt, ab Montag werden vorsorglich alle Schulen, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen in Lippe geschlossen. Das öffentliche Leben wird abgeschaltet und wir lernen gerade, wie viel da ganz selbstverständlich organisiert und unternommen wird, was immer andere braucht, damit wir dies nutzen können. Noch bleiben die Geschäfte offen und die Betriebe arbeiten weiter.

Wie leben wir in dieser Woche die nachhaltige, entschiedene und konsequente Nachfolge Jesu?

  • Kennen Sie auch das eigenes innere Schmunzeln, als die ersten Bilder aus China mit abgesperrten Stadtvierteln in den Medien auftauchten. Die übertreiben doch etwas, war mein Gedanke dabei. Nein, so weiß ich es heute, dieses konsequente und entschiedene Vorgehen gegen die Verbreitung des Virus scheint nachhaltig die Infektionsketten unterbrochen zu haben. Doch Kleinreden und Wegsehen haben vermutlich in den ersten Regionen weltweit die Probleme eskalieren lassen.

Nachfolge Jesu bedeutet, nicht mit den „Weg-Sehern“ weiter unterwegs zu sein.

 

Die wegen ihrer Schwäche und ihrem Alter besonders gefährdet sind, können kein Weg-Sehen gebrauchen. Verantwortliche Nächstenliebe und verantwortlicher Umgang mit uns selbst, erfordern nun einen anderen Lebensstil. Wir wissen dabei um Christus, der auch die ansteckend Erkrankten in den Leprasiedlungen seiner Zeit nicht allein ließ. Aber Jesus warb bei seiner Hilfe immer dafür, dankbar die neue Gemeinschaft mit Gott und meinem Nächsten zu leben, und nicht allein die eigene, individuell erfahrene Heilung über alles andere zu heben. Zehn wurden geheilt, aber einer dankte und lobte dafür Gott.

 

Wen wir uns um die Gemeinschaft mit denen sorgen, die nun Abstand halten und halten müssen, die zu Hause bleiben, dann geben wir diesem Nachfolge-Geist Jesu neuen Raum. Nicht die Umarmung oder der Händedruck sind dabei das wichtige Zeichen dieser Gemeinschaft, sondern vielleicht mehr das offene Ohr am Telefon und die kleine Aufmerksamkeit im Briefkasten oder das schöne Bild auf einer Karte.

 

Lassen wie uns nun zu den Hin-Sehern gehören, die bei anderen bleiben, auch wenn Treffen oder Begegnung mit gutem Grund eingeschränkt werden müssen. Jesus ist uns dabei immer schon einige Schritte voraus. Gott sei Dank.

 

2. Aus dem Gemeindeleben

 

Am Donnerstag haben wir bei der Distrikts Versammlung in Braunfels als Kolleginnen und Kollegen noch sehr allgemein darüber geredet, was die Corona-Pandemie mit unseren Gemeinden machen wird, am Freitagmorgen tagten überall in Deutschland die Kabinette der Konferenzen (= Synoden der Ev.-meth. Kirche) und beschlossen ein Aussetzen kirchlicher Veranstaltungen bis zum Ostersamstag. Eine Stunde später, nach dem ich von diesem Beschluss informiert wurde, kam über die Stadtkonvente in Lage und Detmold die Information, dass das Verbot öffentlicher Veranstaltung durch die Bürgermeister ausgesprochen worden war bis zum Ende der Osterferien und auch für kirchliche Veranstaltungen gilt. Heute Morgen habe ich organisiert, dass hoffentlich viele von diesen Entscheidungen persönlich informiert werden und habe selbst auch informiert und nun müssen wir als Gemeinden unsere Lösungen suchen, wie wir in diesem Jahr ohne Treffen und Feiern Passion und Ostern erleben können. Bitte überlegen Sie mit, wen ich jetzt mal anrufen könnte oder mich einfach mal wieder melden kann. Wir alle sind nun gefordert, Gemeinde – ohne direkte Begegnung! – zu leben.

 

 

Von Personen

 

Norbert Blänkner feiert heute am Sonntag / 15. März seinen Geburtstag und wir wünschen ihm und Annegret einen schöner Feiertag und Gottes Segen für ein neues Lebensjahr.

 

Heinz Wiesekopsieker erlebt weiter das Abnehmen der eigenen Kräfte. Er lässt die Gemeinde herzlich grüßen.

 

Gestern Abend nahm Siegfried Soberger von dieser Welt Abschied und verstarb im Altenheim in Köngen. Die letzten Wochen waren beschwerlich für ihn und er hat sich bewusst mit dieser letzten Wegstrecke seines Lebens auseinander gesetzt. Wir denken an die Angehörigen und wünschen Ihnen Gottes Trost nun in ihrer Trauer.

Siegfried hatte gebeten, dass er im Grab bei seiner Frau beigesetzt wird und die Trauerfeier auf dem Bezirk Kirchheim/Teck stattfindet. Auch hat er gebeten, das zu gegebener Zeit eine Gedächnisfeier für Ihn in seiner Detmolder Immanuelkirche gefeiert wird. Sobald mir Termine bekannt sind, werde ich sie weitergeben.

 

Abkündigungen

 

Osterdankopfer

Auch in diesem Jahr laden wir ein, ein besonderes Dankopfer zu Ostern zu geben. Bitte machen Sie sich eine Notiz, dass das nicht vergessen wird.

 

Immanuelpost ist in der Endredaktion

Die Texte der Immanuelpost waren alle geschrieben und weite Teile des Layout fertig, bevor uns die Nachricht von der Absage der kirchlichen Veranstaltungen erreichte. Wir überlegen nun, wie die neue „IP“ erscheinen soll.

 

Gemeindeversammlung am 8.März

Heinrich Schüring hat dankenswerterweise sehr schnell das Protokoll der Gemeindeversammlung erstellt. Es ist als Anhang diesem Brief beigefügt.

 

Wer braucht Hilfe beim Einkauf und Anderem in diesen Tagen?

Bei einem meiner Anrufe heute kam das Angebot, denen, die nun ans Haus gebunden sind und Unterstützung brauchen z.B. durch Einkäufe praktisch zu helfen. Darum meine Bitte:

  • Melden Sie sich, wenn sie Hilfe brauchen und wenn sie helfen können mit Botendiensten. Ich versuche die einen mit den anderen dann über das Kirchenbüro zusammen zu bringen.

Soweit dieser erste Sonntags und Gemeindebrief. Ich wünsche Ihnen und Dir einen gesegneten Sonntag und grüße Sie und Dich ganz herzlich,

 

Ihr / Dein Günter Loos!

 

 

im MÄRZ           

 

....... Veranstaltungen entfallen bis auf Weiteres ......

 



Jahreslosung 2020 - Ich glaube; hilf meinem Unglauben ! | . Markus 9, 24