+++ +++++    Brief an die Gemeinde  +++ +++ ++ 

 

                  Brief zum 2. Adventssonntag                             

 

                        Mittwoch, den 02.Dezember 2020

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

die Jungs mit ihrem Ochsenkarren, die wir bei unserem Workteam-Einsatz in Cambine/Mosambik sahen, brauchten eine gehörige Portion Gottvertrauen. Das Gespann musste einen steilen Berg zum nahegelegenen Fluss runtergelenkt und wieder heraufgezogen werden und man wußte vorher nicht, was einem auf dem Weg alles begegnen wird. Während wir die jungen Leute beobachteten, brachten sie jeden Tag erfolgreich das Wasser vom Fluss in ihre Häuser.

An diese Wagenlenker wurde ich erinnert, als Pastorin Irene Kraft in den vergangenen Tagen in einem Dienstgespräch erzählt, wie sehr unsere aktuelle Situation sie an das Leben der Geschwister im südlichen Afrika erinnerte. Dort werden viele Pläne gemacht und Aktionen angegangen, aber ob am Ende ein Plan umgesetzt wird oder etwas gelingt, liegt an vielen Unwägbarkeiten, die zum Alltag einfach dazugehören. Dieses Lebensgefühl, das uns in Cambine begegnet ist, hat tatsächlich viel mit unserem Corona-Alltag in der Adventszeit zu tun. Wir planen Gottesdienste, Festtage und Besuche, und ahnen gleichzeitig, dass alles auch ganz anders kommen könnte, als wir es uns überlegt haben.

Ich wünsche Ihnen und mir etwas von diesem ganz selbstverständlichen Gottvertrauen der Kids aus Cambine für alles, was wir nun vorbereiten, und die innere Freiheit das anzunehmen, was trotzdem dann vielleicht nicht klappen wird.

 

Was sind nachhaltige Entwicklungsziele? –

Themengottesdienste im Advent

Marcel Burghardt und Helmut Behnisch haben sich informiert und Ideen für einen Gottesdienst zu den von der UN deklarierten nachhaltigen Entwicklungszielen gesammelt. In den Gottesdiensten zu diesen Zielen wird darüber informiert, was zu einer nachhaltigen Entwicklung auf diesem Planeten dazugehört und konkret wollen wir das Recht auf Ausbildung genauer kennenlernen. Sowohl die Weihnachtssammlung der EmK-Weltmission 2020 wie auch die Kampagne von Brot für die Welt 2020/2021 unterstützen in diesem Jahr besonders Ausbildungsstätten weltweit, in denen benachteiligten Jugendlichen eine neue Chance für ihre Zukunft eröffnet wird.

Diese Themengottesdienste wollen wir am 2.Advent in der EmK in Lage feiern und am 3.Advent in der EmK in Detmold.

 

Gemeindenachrichten aus Detmold

 

Von Personen:

Fritz Eichmann wird im Klinikum in Detmold behandelt. Bitte nehmen Sie ihn und seine Frau in ihre regelmäßige Fürbitte mit auf.

Birgit Pfeffer konnte am Dienstag das Klinikum in Lemgo verlassen und befindet sich nun in einer Kurzzeitpflege im Hermann-Ameler-Haus in Herford.

Wer beteiligt sich an der Kontaktpflege in der Gemeinde per Telefon?

Ich habe schon im Wochenbrief und in den Gottesdiensten dafür geworben, mitzuhelfen, ein dichteres Netz zwischen denen, die mit der Immanuelkirche in Kontakt stehen, zu knüpfen. Bitte geben sie mir über Telefon oder per Mail einen Hinweis, wenn Sie hier mithelfen möchten.

 

Gemeindeveranstaltungen

03.12. Donnerstag    19:00 Uhr   30-Minuten-Gesprächskreis:

                                                     Thema „Schöpfungsleiter“

06.12.  Sonntag         09:30 Uhr   Gottesdienst zum 2.Advent

                Die Oase wird im Dezember weiter ausgesetzt.

 

Gemeindenachrichten aus Lage

 

Von Personen

Edith Marienfeld ist in das Pflegeheim neben dem Klinikum in Steinheim umgezogen. Wir wünschen ihr viel Kraft in dieser neuen Umgebung und ein gutes Einleben dort.

 

Anmeldungen für die Christvesper erbeten

Damit wir planen können, ob es ein oder zwei Feiern an Heilig Abend in der Erlöserkirche geben soll, bitten wir Sie, mit dem Anmeldezettel oder per Telefon/Mail Ingo Althöfer mitzuteilen, wenn sie um 16:00 Uhr an der Feier teilnehmen werden. Es gibt nach dem Schutzkonzept für den Kirchensaal 40 Sitzplätze, die besetzt werden können.

 

Gemeindeveranstaltungen:

06.12. Sonntag,    10:30 Uhr ThemenGottesdienst zum 2.Advent: 

                                              Nachhaltige Entwicklung

07.12. Montag       09.30 h     MiniClub

08.12. Dienstag,    15:00 Uhr  Nur Reparaturen in der Fahrradwerkstatt

                                                Alte Schmiede

                        17:00 Uhr Kirchlicher Unterricht

08.12.Mittwoch,     09.30 h      Mini Club

                              18:00 Uhr Offener Advent im großen Saal im Keller    

                                               der Erlöserkirche

Der Frauenkreis trifft sich nicht mehr im Dezember!

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 05232.9805270 (Festnetz), unter 0176.23923620 (mobil) oder mit einer E-mail an guenter.loos@emk.de.

Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern.

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos !

 

 

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     Brief zum zum 1. Adventssonntag                                    

 

 

Mittwoch, den 25. November 2020

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

auf dem ersten Adventskranz im Rauhen Haus in Hamburg 1839 zählte man für die Sonntage im Advent jeweils eine weiße Kerze, aber für jeden Wochentag in der Adventszeit eine rote Kerze. Von Tag zu Tag und von Woche zu Woche erinnerte damals wie heute der Adventskranz an das Fest, auf das wir uns in dieser Zeit freuen. Dass sogar die einzelnen Tage, die man zur Vorbereitung auf dieses Fest noch hat, mit einer Kerze gewürdigt werden, zeigt, wie sehr zum Advent ein bewusster Umgang mit der Zeit gehört. Die Zeit des Warterns auf Gottes Kommen in diese Welt erinnert an die Erfahrung des Lebens mit dem menschgewordenen Gott in Christus. Viele Dinge müssen auch in diesem Jahr zur Seite geräumt, neu bewertet oder wieder entdeckt werden, damit wir Christus im Kind in der Krippenszene und den Gott-bei-uns (Immanuel) finden können.

Doch die öffentlichen Einschränkungen unserer persönlichen Aktivitäten in diesen Wochen bieten die Chance, sich dafür mehr Zeit zu nehmen, was neben Feiern, Arbeitsaufträgen, die abgeschlossen werden müssen und Aktionen in den vergangenen Jahren immer wieder verloren gegangen ist.

 

Zuhause hatten wir ein Adventshaus, das am Abend mit einer Kerze im Inneren erleuchtet wurde, und wo sich hinter jeder Tür und jedem Fenster ein Bibel- oder Liedvers versteckt hat. Ich habe es auch als Kind nie geschafft, alle Verse dieses besonderen Hauses im Advent auswendig zu lernen, aber jedes Wort war eine Hilfe, mehr in dieser Zeit zu entdecken, wie nur die Schokolade, die die anderen Kalender einem anboten.

 

Auch wenn es bei uns immer noch so ein Adventshaus gibt, so hat der Kalender „Der Andere Advent“1 die Aufgabe des Impulsgebers und der täglichen Erinnerung übernommen. Die mit viel Liebe und Sorgfalt gesammelten Texte, Ideen und Bilder öffnen den Blick für die geistliche Perspektive, die eine lebendige Adventszeit braucht. Lassen Sie uns im Gespräch bleiben, was in den kommenden Adventstagen wichtig ist und was mit gutem Grund auch liegen bleiben kann.

 

Nur in die methodistischen Projekte in Namibia reisen weltwärts-Freiwillige aus

In dieser Woche hat die Weltmission auf Grund der weltweiten Corona-Entwicklungen bekannt gegeben, dass von den aktuell im weltwärts-Programm verpflichteten Freiwilligen nur die beiden Kandidaten für Namibia mit einer Ausreise rechnen können. Wir freuen uns mit Marcel Burghardt, der z.Zt. ja unsere Gemeindearbeit in Lage und Detmold kennenlernt, dass seine Ausreise im Januar damit nicht abgesagt werden wird, und trauern mit denen, die ihre geplanten Einsatzstelllen in Uruguay, Südafrika, Lesotho, Brasilien oder Malawi vor Ort nicht kennenlernen werden.

 

Fastenkollekte November – haben Sie etwas sparen können?

Vor drei Wochen habe ich eingeladen, die Zeit des Teil-Lockdowns als eine persönliche Fastenzeit anzunehmen und eine Fastenkollekte zu sammeln.

Ich war selbst überrascht, wieviel wir als Ehepaar konkret in diesen Wochen nicht ausgegeben haben und ich ermuntere Sie, auch noch mal ihre eigene Rechnung für diese Wochen aufzumachen.

 

Die Spenden für die Weihnachtsaktion der EmK-Weltmission „Fürs Leben lernen – kirchliche Ausbildungs-projekte in Westafrika“ leiten gerne die Kassenführenden der Gemeinden für Sie weiter.

 

 

 

 

 

 

 


Gemeindenachrichten aus Detmold                                                         

 

Von Personen:

Am Freitag, den 20. November 2020, starb Helga Gröne im 87.Lebensjahr. Nach der Diagnose der erneuten Erkrankung vor fast einem Jahr hat sie sich auf das Abschied-nehmen vorbereitet und doch war der schnelle Abbau ihrer Kräfte in den vergangenen beiden Wochen nun überraschend. Wir trauern um eine treue und engagierte Schwester, die mit ihrer eigenen Meinung immer wieder unsere Diskussionen in der Gemeinde befruchtet hat. Die Beisetzung ist im engsten Familienkreise geplant.

 

Zu den Veranstaltungen

26.11. Donnerstag            Oase wird im November ausgesetzt.

                                19:00 Uhr 30-Minuten-Gesprächskreis:

                                                  Thema „Schöpfungsleiter“

29.11. Sonntag        09:30 Uhr Gottesdienst zum 1.Advent

 

 

Gemeindenachrichten aus Lage                                                               

 

Zu den Veranstaltungen

29.11. Sonntag          10:30 Uhr Gottesdienst zum 1.Advent

30.11. Montag            09.30 MiniClub

01.12. Dienstag         15:00 Uhr Fahrradwerkstatt Alte Schmiede

                           17:00 Uhr Kirchlicher Unterricht

02.12. Mittwoch         09.30 MiniClub

                                  18:00 Uhr Offener Advent im

                                            Gemeindegarten / Hindenburgstr.

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 05232.9805270 (Festnetz), unter 0176.23923620 (mobil) oder mit einer E-mail an guenter.loos@emk.de.

Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern.

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

 

 

1 „Der Andere Advent“ ist für dieses Jahr, trotz einer Rekordauflage von 750.000 Ex., leider beim Verlag „Andere Zeiten“ ausverkauft. Restexemplare verkauft noch das Ev.-lutherische Gemeindeamt in Lage.

 

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Mittwoch, 18.11.2020

 

 

zum Ewigkeitssonntag                                                                   

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

da purzelt bei mir und vermutlich auch bei Ihnen in diesem Jahr einiges durcheinander, was zu den festen Ritualen und Traditionen immer dazu gehörte. Beim Gang zum Friedhof am Ewigkeitssonntag oder dem gemeinschaftlichen Adventsbasteln ist zu überlegen, ob die Kontakt-beschränkungen oder die Abstandsregeln eingehalten werden können und das gleiche gilt auch für die geplanten Besuche in der Advents- und Weihnachtszeit und die Silvesterparty.

In diesem Jahr müssen wir immer wieder für uns überlegen, was uns an den eingeübten Traditionen wichtig ist und was wir nun anders machen werden.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei Ihrem Abwägen, was geht, entdecken können, dass die Bedeutung unserer Traditionen auch in ganz anderem Kleid und mit anderen Formen lebendig werden kann.

Die gleichen Überlegungen müssen auch für die Treffen und Feiern in den Gemeindehäusern angestellt werden und ich werde Sie jeweils informieren, wie wir planen, die verschiedenen Dinge zu gestalten. An diesem Sonntag soll das Abendmahl in einer Form gefeiert werden, die für alle einen sicheren Rahmen anbietet. Dafür verzichten wir in Detmold und in Lage auf den persönlichen Gang zum Abendmahlstisch und bieten die Möglichkeit, am Sitzplatz die Abendmahlselemente Brot und Traubensaft zu teilen.

 

Wir gedenken am Ewigkeitssonntag der Verstorbenen

 

In diesem Jahr gedenken wir in der Gemeinde in Detmold Irmgard Dubberke, geborene Klodt, gestorben am 24. November 2019, Lidija Remenji, geb. Zecevic, gestorben am 09. Januar 2020, Siegfried Soberger, gestorben am 14 März 2020, Rudolf Remenji, gestorben am 14. Juli 2020, Christel Morgenstern, geborene Brokmann, gestorben am 10. Oktober 2020 und der Menschen, mit denen wir persönlich verbunden waren.

In der Gemeinde in Lage gedenken wir Anita Schnelle, gestorben am 31. Januar 2020, und der Menschen, mit denen wir persönlich verbunden sind.

Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ (Röm. 8,18) Dieses Wort möge uns in unserem Erinnern und in unserer Trauer neu stärken und begleiten.

 

Gemeindenachrichten aus Detmold

 

Gebet der Religionen um Solidarität und Hoffnung

Am 12. November trafen sich Vertreter von Kirchen in Detmold, der Jüdischen Gemeinde in Lippe, der kurdischen Gemeinde und der muslimischen Gemeinden für ein gemeinsames öffentiches Gebet auf dem Marktplatz. Unter der Adresse: https://youtu.be/Im02S3S2wYY finden sie eine Zusammenfassung dieser Veranstaltung. Man ist beim Zuschauen überrascht, dass die Betenden der kurdischen Gemeinde auch Maria, Josef und Jesus in ihr Gebet mit einschließen.

 

Wer hilft mit bei der Kontaktpflege per Telephon in der Gemeinde?

Beim Treffen des erweiterten Vorstands am vergangenen Freitag ist überlegt worden, wie man besser die Geschwister und Freunde der Gemeinde einbinden kann, die zur Zeit wenig Kontakt mit der Immanuelkirche haben. Dafür suchen wir Personen, die vielleicht schon länger regelmäßig Andere aus der Gemeinde anrufen oder dies neu als ihre Aufgabe annehmen möchten.

Ich möchte mit Ihnen, wenn Sie uns hier unterstützen wollen, gerne absprechen, mit wem Sie schon regelmäßig den Kontakt halten und zu wem Sie sich vorstellen könnten, neu einen Kontakt herzustellen. Bitte sprechen Sie mich auch an, wenn Ihnen ein regelmäßiger persönlicher Kontakt mit der Gemeinde wichtig wäre. (G.Loos)

 

Zu den Veranstaltungen

Donnerstag 19.11.     Oase wird im November ausgesetzt.

                          19:00 Uhr 30-Minuten-Gesprächskreis:

                                           Thema „Schöpfungsleiter“

Sonntag 22.11.  09:30 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl zum

                                           Ewigkeitssonntag

 

 

Gemeindenachrichten aus Lage

 

Offener Advent im Gemeindegarten ab 02. Dezember

Auch in Lage hat der Vorstand getagt und beschlossen, zu den Treffen des offenen Advents nicht in die Privatgärten einzuladen, sondern sich dafür jeweils Mittwochs, 18:00 Uhr im Kirchengarten / Hindenburgstraße zu treffen. Der 1.Offene Advent ist für den 2. Dezember geplant.

 

Gemeindeveranstaltungen:

Sonntag, 22.11.  10:30 Uhr Gottesdienst

Montag  , 23.11.  09.30 h  MiniClub

Dienstag, 24.11. 14:00 Uhr Fahrradwerkstatt Alte Schmiede

                      17:00 Uhr Kirchlicher Unterricht

Mittwoch,25.11.  08.30 h MiniClub

 

Wir bedanken uns herzlich für alle Spenden zur Unterstützung von Marcel Burghardt weitergeben wurden. Simone Pfitzner als Kassenführerin schrieb mir, dass der Betrag, den wir weitergeben wollten, nun zusammen gekommen ist.

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 05232.9805270 (Festnetz), unter

0176.23923620 (mobil) oder mit einer E-mail an guenter.loos@emk.de.

Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern.

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

 

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

 

 

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Mittwoch, 11.11.2020

 

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

im November versteht man, warum beim Propheten Habakuk oder im Lukasevangelium davon geredet wird, dass Steine schreien und rufen können1. Am Montagabend auf dem alten jüdischen Friedhof in Lage oder auf dem Marktplatz in Detmold wurde an die Menschen erinnert, die wegen ihres jüdischen Glaubens vor 82 Jahren in unseren Städten angegriffen, gedemütigt und am Ende in den Tod deportiert wurden. Wenn die Steine auf dem Lagenser Friedhof Namen und Biographien bekommen und die Namen der verschleppten Mitbürger* Innen von damals verlesen werden, dann fangen die Steine an zu reden und sie können auch schreien. Auch an unseren familiären Gedenktagen am Ewigkeitssonntag spielen die Grabsteine für unsere Trauerkultur eine zentrale Rolle. Hören wir auf die Erinnerung an Menschen und ihr Leben, die die Steine in diesen Tagen in uns wachrufen.

 

Herzlich Willkommen im Lipperland!


Am vergangenen Samstag ist Marcel Burghardt in Detmold und Lage angekommen. Aus seiner Heimat in Reichenbach im Vogtland reiste er per Zug nach Lippe und wurde in der international besetzten Wohngemeinschaft in der ehemaligen Detmolder Pastoratswohnung herzlich willkommen geheißen. Am Sonntag hat er sich in den Gottesdiensten in Lage und Detmold vorgestelt. Marcel arbeit bis zu seiner Ausreise nach Namibia im Januar 2021 im Rahmen des Freiwilligendienstes der EmK-Weltmission / Weltwärtsprogramm in Projekten und Initiativen mit, die sich den von der UN festgelgten Sustainable Development Goals (Ziele zur nachhaltigen Entwicklung) verpflichtet wissen. Als Gemeindebezirke haben wir ihn eingeladen, die Arbeit im Lagenser MiniClub, im Repair-Café und in der Detmolder Oase kennen- zulernen. In diesem Freiwilligenjahr kann er so am Ende vergleichen, wie in einem Kindergarten in Reichenbach, in unseren kirchlichen Projekten und in Namibia dann in den Kindergärten der methodistischen Kirche in Windhoek heute ein Engagement für nachhaltige Entwicklung aussehen kann. Wir wünschen Dir, Marcel eine gute Zeit in Lippe und freuen uns, dass Du da bist!

 

Hallo Kids: St. Martin 2020 – digital auf YouTube!

Der Pastoralverbund Lippe (Röm.-kath.), der mit uns über die ökumenische Zusammenarbeit in den Stadtkonventen und die ACK-Lippe verbunden ist, hat einen sehr schönen Film ins Netz gestellt, in dem Mitarbeitende der „Kinderbibel-zu-Hause“ in diesem Jahr ohne Umzug und Laternen die Legende von St.Martin lebendig werden lassen. Viel Freude an diesem Film heute am Martinstag: https://youtu.be/_yy0P2jTHvo

 

Gemeindenachrichten aus Detmold

 

Von Personen

 

Wir freuen uns mit Marco Hollmann und Ann-Cathrin Brakhage über deren Hochzeit am 07.November. Wie wohl alle Feiern in diesem Monat konnte dieser besondere Tag nur im engsten Familienkreis begangen werden. Die Familie Hollmann hofft, dass es im neuen Jahr noch eine größere Feier geben kann. Wir wünschen Marco und Ann-Cathrin alles Gute und Gottes Segen für ihren gemeinsamen Lebensweg.

 

Bitte denken Sie in ihrer Fürbitte an Helga Gröne, Fritz Eichmann und Birgit Pfeffer.

 

Zu den Veranstaltungen

Donnerstag Oase wird im November ausgesetzt.

13.11. Freitag    17:00 Uhr Einladung zur erweiterten Vorstandssitzung im Gemeindesaal

15.11 .Sonntag  09:30 Uhr Gottesdienst

18.11. Mittwoch  19:00 Uhr Buss- und Bettagsgottesdienst

                                       in der Diakonissenhauskapelle / Sophienstrasse

 

 

Gemeindenachrichten aus Lage

 

Zu den Veranstaltungen:

Sonntag, 15.11. 10:30 Uhr Gottesdienst

Montag und Mittwoch MiniClub

Dienstag, 17.11. 14:00 Uhr Fahrradwerkstatt Alte Schmiede

17:00 Uhr Kirchlicher Unterricht

Mittwoch 18.11. 19:00 Uhr Ökum. Buss- u. Bettagsgottesdienst.

in der Marktkirche. Predigt: G.Loos

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.de. Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern.

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

1 Siehe Habakuk 2, 9-11 // Lukas 19,40

 

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Mittwoch, 04.11.0202

 

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

jetzt geht es wieder los: keine Termine auswärts, jeder Besuch will genau geplant sein und Erinnerungen an das Frühjahr werden wach. Die Sinnhaftigkeit in Hinblick auf die Begrenzung der unkontrollierten Ausbreitung des Corona-Virus liegt bei den nun verkündeten Massnahmen auf der Hand. Pastor Jürgen Woithe, der aktuell die Krankenhausseelsorge in unserem methodistischen Bethesda-krankenhaus in Wuppertal leitet, sagte mir gestern, dass noch genügend Kapazitäten für die Intensivpflege im großen Klinikum vorhanden sind, aber der Anstieg an Einweisungen in den vergangenen zwei Wochen löst große Sorgen aus.

Ich werde in diesen Tagen an meine Mitbewohnerin in unserer PastorenwohnungsWG in Detmold von 2015-2018 erinnert, Selamawit Sereke Gubet. Sie lebte auch hier in Deutschland konsequent nach dem Ritus ihrer eriträischen christlichen Frömmigkeit. In vielen Gesprächen erklärte Sie mir immer wieder, wie sehr Fasten und Einschränkung im Wochen- und im Monatsrhytmus zu ihrer altkirchlichen Glaubenspraxis gehört. Ich kenne in meinem Alltag nur die bewusste Fastenzeit vor Ostern und ansonsten gibt es da wenige Termine in meinem persönlichen Fastenkalender und die strenge Askese von Selamawit hat mich immer wieder tief beeindruckt.

Doch auch John Wesley hat in den methodistischen Gemeinschaften sehr dafür geworben, den Freitag wieder bewusst als Fastentag zu leben und sich einerseits im Verzicht auf Dinge geistlich neu auszurichten und anderseits die nicht gebrauchten Gaben den Armen weiterzugeben.

Nun verordnet uns die große Politik eine ganz besondere Zeit des Verzichtens. Ob es darin auch eine geistliche Perspektive geben könnte? Lassen Sie uns doch miteinander neu darüber nachdenken, ob die Dinge, die uns nun versagt bleiben, Freiraum für besondere persönliche Gebetszeiten geben und wir Geld für die diakonischenProjekte sammeln. Ein geistlicher November für Gott – vielleicht gibt das diesen Wochen noch einen ganz anderen notwendigen Sinn.

Die Sammlung der Weltmission für die Ausbildung in Westafrika (siehe Anzeige am Ende des Briefs!) bietet Ihnen ein konkretes Projekt an, in dem unsere Fasten-Gelder etwas Gutes unterstützen und fördern können.

 

       Gemeindenachrichten aus Detmold         

Wir lüften vor dem Beginn der Gottesdienste gründlich, aber die Räume sind geheizt und auch während der Feier könnte es zu einer kurzen Lüftungszeit kommen. Die Gottesdienste sind in der Regel auf 45 Minuten begrenzt.

Zu den Veranstaltungen

04.11. Donnerstag           Oase wird im November ausgesetzt.

                             19:00 Uhr Einladung zum 30-Minuten-Gespräch im Gemeindesaal

08.11. Sonntag      09:30 Uhr Gottesdienst

 

 

       Gemeindenachrichten aus Lage               

Auch in der Lagenser Erlöserkirche lüften wir vor dem Gottesdienst und lassen über die obere Emporentür während des Gottesdienstes frische Luft in den Saal. Auch hier sind die Gottesdienste zeitlich auf ca. 50 Minuten begrenzt.

Zu den Veranstaltungen:

Sonntag, 08.11. 10:30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

Montag und Mittwoch MiniClub

Dienstag, 10.11. 14:00 Uhr Fahrradwerkstatt in der Alten Schmiede

                 17:00 Uhr Kirchlicher Unterricht

 

 

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.de. Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern.

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

 

 

 

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Brief zum 21. Sonntag nach Trinitatis


Mittwoch, den 27.Oktober 2020

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

Mein Schwiegervater ist am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden und am Dienstag verstarb er, weil er sich mit Covid19 infiziert hatte.“ So schrieb es mir vor einigen Tagen mein methodistischer Kollege Krzysztof Kopacz aus der polnischen Konferenz, der über Fam. Kujawska in Lage seit einigen Monaten mit uns den Kontakt hält. Von unseren in der Schule Tätigen haben ich seit Anfang der Schulöffnung im Frühsommer von Schulquarantäne, Klassenquarantäne und aktuell von der Quarantäne einzelner Schüler gehört. In einem Kollegium ist eine Lehrerin mit schweren Symtomen erkrankt, hat die Krankheit überstanden. Aber man spürt nicht nur bei der Lektüre der aktuellen Infektionszahlen in unseren Kommunen und Städten, dass die Pandemie wieder oben auf der Tagesordnung angekommen ist. Ich möchte mit Ihnen darum einige Dinge in dieser Woche teilen, die helfen können zu verstehen, wie wir als Kirche und Gemeinde nun unseren Alltag gestalten.

  • Ich bin froh, dass unsere Kirchenleitung und die Superintendenten uns sehr schnell mit einem Muster für ein lokales Schutz- und Hygienekonzept unterstützt haben. Auch aus anderen Kirchen in Lage und Detmold bekamen wir praktische Hinweise. Ich möchte Sabine Traphöner, Gustav Nolting und Heinrich Schüring, sowie Angelika Neugebauer und Ingo Althörer danken, die dieses Konzept dann für Detmold und Lage im Mai/Juni konkretisiert haben und bis heute unsere Beauftragten für die Schutzkonzepte sind.

  • Helmut Behnisch disktuiert regelmäßig mit dem Lagenser Ordnungsamt, wie die Aktivitäten im Repair-Cafe sicher durchgeführt werden können. Auch ihm danke ich dafür.

  • Wir feiern wieder Gottesdienste und es zeigt sich, dass die kleineren Feiern in unseren Räumen verantwortlich durchgeführt werden können. Ich war sehr überrascht, als ich hörte welche große Besuchendenzahl z.B. die Stadt Detmold in der städtischen Trauerhalle zulässt und habe gebeten, dass wir bei unserer Trauerfeier für Christel Morgenstern die mögliche Zahl der Trauergäste deutlich begrenzen. Mit der Absage der Gedächnisfeier für Siegfried Soberger hat sich gezeigt, dass zurzeit alle größeren Treffen und Veranstaltungen in Räumen praktisch nicht durchfürbar sind.

  • Die Politik bittet mit gutem Grund darum, persönliche Begegungen einzuschränken. Doch inzwischen sind Seelsorgebesuche wieder möglich. Ich bitte Sie, mich dafür direkt anzusprechen. Der Besuch dauert in der Regel ca. 20 Minuten und ich achte darauf, den Mund-/Nasenschutz nicht abzulegen. In den Lagenser Pflegeheimen haben wir inzwischen wieder Andachten gehalten und dies wurde in den dafür offenen Häusern sehr begrüßt. Darüber, wie Besuche von Seelsorgenden in den Kliniken Detmold und Lemgo möglich gemacht werden können, bin ich noch mit den Klinikseelsorgern im Gespräch. Wir brauchen persönliche Begegnung, aber wir lernen nun, diese auch über Brief, Telefon/Mail und nicht nur die direkten Treffen zu pflegen. Bitte achten Sie mit darauf, dass wir einander in der Gemeinde nicht aus den Augen verlieren.

  • Gleichzeitig haben sich neue Treffen organisiert. Die 30-Minuten-Gespräche nach der Detmolder Oase oder die Treffen am Dienstag und Samstag im RepairCafé sind ermutigend und hilfreich. Auch die Treffs der Frauen und von 50+ wurden dankbar angenommen.

  • Ich habe dafür geworben, die persönliche Andachtspraxis zu beleben. Bitte geben Sie mir weiter, wenn sie von Gebetsanliegen wissen, die auch Andere mit in ihre Stille Zeit nehmen sollen, oder wo sie Ihre Dankbarkeit mit anderen teilen möchten.

 

Soweit unser gemeindeinternes Corona-Update.

Wir dürfen dankbar sein, für das, was uns zurzeit als Einzelnen und in der Gemeinschaft gelingt, aber wir müssen manche Aufgaben liegen lassen und immer wieder prüfen, wie wir einem verantwortlichen Umgang miteinander pflegen.

 

 

Gemeindenachrichten aus Detmold

 

Wir lüften vor dem Beginn der Gottesdienste gründlich, aber die Räume sind geheizt und auch während der Feier könnte es zu einer kurzen Lüftungszeit kommen. Die Gottesdienste sind in der Regel auf 45 min. begrenzt.

 

Zu den Veranstaltungen

Donnerstag, 29.10.     18:00 Uhr Oase und anschließend Gesprächskreis

Samstag,   31.10.       19:00 Uhr Ökum. Reformationsgottesdienst in der

                                                   Lutherkirche

Sonntag ,  01.11.         09:30 Uhr Gottesdienst


 

Gemeindenachrichten aus Lage

 

Auch in der Lagenser Erlöserkirche lüften wir vor dem Gottesdienst und lassen über die obere Emporentür während des Gottesdienstes frische Luft in den Saal. Auch hier sind die Gottesdienste zeitlich auf ca. 50min. begrenzt.

 

Zu den Veranstaltungen:

Samstag, 31.10. 10:00 Uhr Transparent- und Fröbelsterne falten in

                                             der Alten Schmiede

Sonntag, 01.11. 10:30 Uhr  Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

Montag und

Mittwoch                             MiniClub

Dienstag, 03.11. 09:00 Uhr 55+ - nach Absprache!

                  14:00 Uhr Fahrradwerkstatt in der Alten Schmiede

                  17:00 Uhr Kirchlicher Unterricht

 

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.de. Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der bekannten  Kontonummern.

 

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

 

 

 

 

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       Mittwoch, den 21. Oktober 2020

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

Demut hatte für mich im Ranking der christlichen Tugenden lange einen hinteren Platz eingenommen. Demut klang immer nach Passivität, Untrerwürfigkeit und Konfliktscheue. Versöhnung, Geduld oder liebende Wertschätzung rangierten da viel weiter vorne in meinem Denken und als Themen für geistliche Impulse. Das hat sich nun verändert. Seit Monaten wird mein Terminkalender durcheinander gewirbelt, Pläne entstehen und müssen wieder beerdigt werden und vieles kann ich nur unter Vorbehalt zusagen. Diese Wochen in der Realität einer nicht kontrollierbaren Pandemie lassen viele unserer eigenen Möglichkeiten und unserer geliebten Freiheiten schrumpfen. Es lohnt sich darum den christlichen Kern der Demut neu ernst zunehmen: bei Gott zeigt sich, wie überschaubar meine eigene Kraft ist. Doch mit dem Blick auf Gottes Möglichkeiten nehme ich an, was mir in dieser Zeit gegeben wird.

 

Nach der Katechismuslehre wachsen die christlichen Tugenden durch den heiligen Geist als Früchte des Glaubens in unserem Leben. In der Konsequenz davon kann man Demut nicht wie ein neues T-Shirt einfach anziehen, um dann wieder forscher zu agieren, wenn die Zeiten sich ändern.

Alles was wir tun, besitzen und erarbeiten ist nicht unser eigener Verdienst, sondern Gottes Geschenk an uns. In diesen Tagen klingt das alte Tischgebet darum erstaunlich modern: „Alle guten Gaben, alles was wir haben, kommt Gott von Dir.“ Und während wir in diesem Gebet uns selbst zurücknehmen, weil wir die Güte Gottes um uns her neu entdecken, können wir auch sagen: „Danke sei Dir, Gott, dafür.“

 

P.S.: Die Bilder in diesem Brief, die im Original von Wolfgang Schmutz gemalt wurden, laden ein, sich aufs Entdecken, Meditieren und Nachdenken einzulassen. Danke Wolfgang für diese Bilder!

 

 

Die Reformation ging weiter und geht weiter – Reformationstagsgottesdienst in Detmold

 

Der Gottesdienst zum Reformtationstag 2020 wird von der Ev.-lutherischen Gemeinde, der Ev.-methodistischen Gemeinde und der Ev. Koreanischen Gemeinde vorbereitet. Denn in den Gemeindetraditionen zeigt sich, wie der Reformationsimpuls aus dem dem 16. Jahrhundert ca. 200 Jahre später in der methodistischen Bewegung aufgenommen und ganz neu übersetzt wurde. In der vom Methodismus geprägten Heiligungsbewegung hat die Arbeit der Koreanischen Kirche ihre Wurzeln und prägt mit vielen anderen Kirchen heute tiefgehend das Leben und die Kultur in Südkorea. Diese etwas andere Geschichte der Reformation soll am 31.Oktober in der Lutherkirche / Detmold lebendig erzählt werden.


Absage der Trauerfeier für Siegfried Soberger am 30. Oktober

 

Liebe Angehörige und Freunde und Mitglieder der Norddeutschen Jährlichen Konferenz!

Für den 30.10.2020 war in der Ev.-lutherischen St. Nicolaikirche in Lemgo der Gedenkgottesdienst für Pastor i.R. Siegfried Soberger geplant. Leider haben in den letzten Tagen die Coronaerkrankungen in der Stadt Lemgo sehr stark zugenommen. Der Kirchenvorstand der Ev.-lutherischen Kirchengemeinde St.Nicolai / Lemgo hat daraufhin beschlossen, bis zum 6. November alle gottesdienstlichen Feiern auszusetzen. Darum wird die Trauerfeier für Siegfried Soberger leider nicht wie geplant stattfinden können. Wir bedauern die nun notwendige Absage der Trauerfeier sehr. Leider gibt es in Lippe keinen alternativen Gottesdienstraum, der uns in diesen Tagen als Ev.-methodistischer Kirche zur Verfügung steht und die zu erwartenden Gäste sicher und verantwortbar aufnehmen könnte. Ein neuer Termin kann im Moment nicht festgelegt werden, da das Infektionsgeschehen vor Ort keine exakte Planung zulässt. Sobald wie möglich werden wir nach Absprache mit den Angehörigen einen neuen Termin bekanntgeben.

Mit herzlichen Grüßen, Superintendent Stefan Kraft und Pastor Günter Loos!


Gemeindenachrichten aus Detmold

 

Von Personen

Heute Morgen (21.10.) wurde Noah Schüring geboren und mit den Eltern Lisa Schüring und Samid Adaili freuen sich die Großeltern Heinrich Schüring und Doris Mathern-Schüring.

 

Zu den Veranstaltungen

Donnerstag 22.10. 13:00 Uhr Trauerfeier für Christel Morgenstern auf dem

                                               Alten Friedhof

                             18:00 Uhr Oase und anschließend Gesprächskreis

Sonntag, 25.10.    09:30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

Samstag 31.10.    19:00 Uhr Ökum. Reformationsgottesdienst in der

                                              Lutherkirche

 

 

Gemeindenachrichten aus Lage

    Zu den Veranstaltungen   
Samstag, 24.10. 10:00 Uhr Reparaturtreff in der  

                                 Alten Schmiede: „Nähen u. Flicken“

                           12:00 Uhr Gebrauchte Fahrräder

                                            zum Testen

                           13:00 Uhr Versteigerung der

                                           Fahrräder

Sonntag, 25.10.  10:30 Uhr Gottesdienst, Predigt:

                                           Pastor Günter Loos

Montag und

Mittwoch                              MiniClub

Dienstag, 27.10. 14:00 Uhr Fahrradwerkstatt in der Alten Schmiede

Mittwoch 28.10.  15:00 Uhr Frauenkreis

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.de. Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der bekannten  Kontonummern.

 

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

 

 

 

 

 

 

 

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Donnerstag, 16. Oktober 2020

 

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

weil der Teig aus Buchweizenmehl, Kartoffeln und Eiern am Holzwender kleben blieb – „pickte“ – kam die lippische Spezialität vor über 100 Jahren zu ihrem Namen. Danke, Ingo, für dieses Wort auch für Erwachsene in Deiner Kinderansprache am letzten Sonntag im Lagenser Gottesdienst!

Beim Zuhören musste ich an die Museumshöfe denken, auf denen mir Experten in Detmold oder in der Lüneburger Heide das Leben „damals“ beschrieben: was die Äcker hergaben, kam auf den Tisch; das Gesinde schlief auf dem Holzboden oberhalb des Kuhgatters, um im Winter nicht zu frieren; die Vergiftung durch Kohlendioxidgase war eine ständige Gefahr, weil die offenen Feuerstellen fast nicht entlüftet wurden. Ich wurde aber auch an die Hofsiedlungen im Busch von Cambine / Mosambik erinnert, die ich vor einem Jahr beim Besuch des Workcamps selbst gesehen habe. Die Kargheit dort im Busch im südlichen Afrika erinnert an das Leben der einfachen Leute vor 5-6 Generationen in unserer Region.

Am Sonntagabend traf sich der Cambine-Arbeitskreis und überlegte, wie die Zukunft der Unterstützung in Mosambik aussehen könnte. In der aktuellen weltweiten Corona-Pause kann man wenige neue Projekte im Rahmen der internationalen kirchlichen Zusammenarbeit auf den Weg bringen. Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit, um das größere Ganze wieder in den Blick zu nehmen. Wenn bei uns der Einzug der modernen Welt mit ihren vielen technischen Erneuerungen viele Generationen brauchte, bis davon alle profitieren konnten, dann gehört der ganz lange Atem zu einer nachhaltige Entwicklungarbeits über Kulturen und Kontinente hinweg immer noch mit dazu. Es ist gut, nicht zuvergessen, wie lange es brauchte, bis aus dem Arme-Leute-Essen - dem „Lippischen Pickert“ - eine regionale Spezialität mit vielen kulinarischen Ergänzungen wurde.

 

Und passend zum eben geschriebenen: Pickert-Küche in der alten Schmiede!

 

Die Schmiede steht am Samstag ganz im Zeichen der lippischen Pickert-Küche. Am Morgen wird der Teig gerührt und zur Mittagszeit darf man die Köstlichkeiten genießen. Um hygienisch und sicher die Pickerts bracken zu können, wird der Pickert in den Zelten auf dem Grundstück ausgegeben und gegessen. Also nicht vergessen: Samstag, Pickert ab ca. 11:30 Uhr in der alten Schmiede. Guten Appetit!

Ab Samstag kann man in der Schmiede parallel dazu aktuelle Quilts der Arbeitsgruppe der SELK und Werke von Wolfgang Schmutz, Detmold, in einer kleinen Ausstellung kennen lernen.

 

Gemeindenachrichten aus Detmold

 

Von Personen

Am 10. Oktober verstarb Christel Morgenstern im 88.Lebensjahr. Sie wurde in die Gemeinde hineingeboren und ließ sich 1947 in die Gliedschaft in der Immanuelkirche aufnehmen. Mit ihrem Mann engagierte sie sich über viele Jahre in der Gemeinde und wusste sich bis zu ihrem Tod eng mit der Kirche verbunden. Die Trauerfeier wird Donnerstag, den 22. Oktober um 13:00 Uhr in der Friedhofshalle des Alten Friedhof / Blombergerstr. in Detmold sein.

 

Zu den Veranstaltungen

 

Bitte ziehen Sie sich warm an, wenn Sie in die Immanuelkirche kommen! Doch in den kommenden Tagen werden wir zum Schutz der empfindlichen Orgelhölzer mit dem Heizen des Gottesdienstraumes wieder beginnen. Vor den Gottesdiensten wird dann aber jeweils kräftig quer gelüftet werden.

 

15.10. Donnerstag,     18:00 Uhr Oase und anschließend Gesprächskreis

18.10. Sonntag            09:30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

22.10. Donnerstag      13:00 Uhr Trauerfeier für Christel Morgenstern auf dem Alten

                                             Friedhof

 

Für ihre familiären Planungen:

Der Stadtkonvent in Detmold plant nun folgende ökumenische Andachten zum hl. Abend 2020:

Uhrzeit

was?

Motto

14 Uhr

Schlossplatz

Gottesdienst für Große und Kleine

Kommt zur Krippe

15 Uhr Christuskirche

Sing-Gottesdienst auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz

Alle Jahre wieder

16 Uhr

Schlossplatz

Gottesdienst für alle

Große Freude

17 Uhr

Christuskirche

Internationaler

Gottesdienst

Christmas around the world

18 Uhr

Schlossplatz

Gottesdienst für alle

mit Beteiligung der EmK-Detmold

Ein Strohhalm für Jesus


 

 

Gemeindenachrichten aus Lage

 

Der Vorstand hat überlegt, in diesem Jahr beim offenen Adventskalender nicht in die Häuser, sondern zu einer kurzen Andacht mit anschließendem heißem Punsch oder Tee in die Gärten, zwischen die Häuser oder an andere gut belüftete Orte einzuladen. Wären Sie dabei und würden Sie Andere einladen?

Gemeindeveranstaltungen:

Samstag, 17.10. ab 10:00 Uhr Pickert-Küche in der Alten Schmiede / Hardisser Str.

Sonntag, 18.10. 10:30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

Montag und Mittwochs MiniClub hat Herbstferien!

Dienstag, 20.10. 14:00 Uhr Fahrradwerkstatt in der Alten Schmiede

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.de. Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern.

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

 

 

 

Sonntagsandacht für Zuhause


    siehe extra Punkt : "Sonntagshausandachten"

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Mittwoch, 07.10.2020

 

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

1 „…es war nicht alles nur schlimm, trotz der schlimmen Zeit. Was war das ein Abenteuer für uns, in den Trümmerhäusern der Nachbarschaft zu spielen und Schätze zu finden!“, so hörte ich es bei einem Besuch in den letzten Tagen. Wir sprachen über die Nachkriegsmonate, die man als Kind in einer der zerbombten großen deutschen Städte erlebt hatte. Die Kinder fanden ihren Weg, in der Not damals ihre Welt zu entdecken und zu verstehen. Das Unbeschreibliche der Situation damals war die Normalität, in der man Kind-sein erlebte.

 

Ihr aus der Generation, die solche Zeiten in ihrer Seele verarbeiten mussten, werdet für die, die heute das Normale in den Coronamonaten suchen, zu hilfreichen Gesprächspartnern und -partnerinnen. Wir müssen mit Wachsamkeit und kindlicher Neugierde wieder entdecken, was zu unserer Welt dazu gehört. Da schwingt mal mehr, mal weniger die Angst vor der so schwer beherrschbaren Pandemie mit, aber da passieren auch viele tröstliche und ermutigende Dinge. Ich wünsche uns, dass wir irgendwann einmal auch über dieses Jahr so reden können: es war nicht alles schlimm, in diesen schwierigen Monaten.

Dieser Brief soll wieder helfen zu sehen, was unter uns passiert, ohne dass es sofort ins Auge fällt.

 

Ev. Koreanische Gemeinde nun im Verbund mit der Lippische Landeskirche

 

Vor einigen Monaten haben wir als EmK ein Gespäch vermittelt, das nun konkrete Ergebnisse gebracht hat. Keunmyung Heo, der Pastor der Ev. Koreanischen Gemeinde, wird als Pfarrer der Lippischen Landeskirche für 18 Monate angestellt. Die koreanische Gemeinde wird dabei weiter selbstständige Kirche bleiben, aber als Teil der Lippischen Landeskirche geführt werden. Diese Kirchengemeinschaft ist für die Lippische Landeskirche noch ein sehr neues Konstrukt und es bleibt zu wünschen, dass diese Zusammenarbeit sowohl für die koreanischen Geschwister, als auch für die Landeskirche zu einem Segen wird. Ihre Gottesdienste feiert die Koreanische Gemeinde weiter in der Immanuelkirche.

 

Danke für Ihre Spenden in diesen Wochen!

 

In der letzten Woche habe ich Sie und Dich eingeladen, bewusst das Erntedankfest mit einer besonderen Spende für die Arbeit der Gemeinden und der Kirche zu verbinden. Nach den Vorstandstreffen in Detmold und Lage möchte ich es nun nicht versäumen, ein ganz herzliches Dankeschön für die Spenden weiterzugeben, die uns in den vergangenen Wochen und Monaten erreicht haben. Sowohl Fritz Eichmann als Kassenführer in Detmold, als auch Simone Pfitzner als Kassenführerin in Lage berichteten von den guten Eingängen auf den Gemeindekonten, die uns weiter zuversichtlich machen, allen Verpflichtungen als Gemeinden gut nachkommen zu können.

 

Jugend live: JULEICA in den Herbstferien

 

Als Vorstand in Lage haben wir uns gefreut, die Ausbildung zur Jugendleiterin von Lea Krautwurst fördern zu können. Im JULEICA-Kurs, der vom Kinder- und Jugendwerk der Kirche in den Herbstferien organisiert wird, bekommt man die Grundlagen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermittelt. Wir wünschen Dir eine gute Zeit, liebe Lea, bei der JULEICA-Schulung!

 

Gemeindenachrichten aus Detmold

 

Bitte ziehen Sie sich warm an, wenn Sie in die Immanuelkirche kommen! Wir werden weiter während der Veranstaltungen den Kirchsaal und auch den Gemeinderaum gut lüften und so kann es schnell auch etwas kühler in den Räumen werden.

Bitte vormerken: wir wollen als Vorstandsgruppe am 13.11.2020, 17:00 Uhr, zu einem offenen Mitarbeitendengespräch über die Arbeit der Immanuelkirche in den kommenden Monaten einladen. Wo sehen wir unseren Dienst und unsere Möglichkeiten im Engagement unter Coronabeschränkungen?

Gemeindeveranstaltungen:

08.10.,    Donnerstag,  18.00 Uhr Oase und anschließend Gesprächskreis

11.10.,    Sonntag,        09.30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

 

Gemeindenachrichten aus Lage

 

Der Vorstand wurde überlegt, in diesem Jahr beim offenen Adventskalender nicht in die Häuser, sondern zu einer kurzen Andacht mit anschließendem heißem Punsch oder Tee in die Gärten, zwischen die Häuser oder an andere gut belüftete Orte einzuladen. Wären Sie dabei und würden Sie Andere einladen?

Gemeindeveranstaltungen:

Sonntag, 11.10. 10:30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

Montag und Mittwochs MiniClub hat Herbstferien!

Dienstag, 13.10. Fahrradwerkstatt im RepairCafé (ab 14:00 Uhr)

 

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.de. Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern.

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen,

Ihr / Dein Günter Loos

 

 

Sonntagsandacht für Zuhause

 

  • Ich zünde eine Kerze an und lade Christus ein:

Christus, komm dazu in diese Zeit der Andacht und des Betens.

Auf deine gnädige Nähe vertraue ich nun. Amen.

  • Ich erinnere mich an die Bedeutung dieses Sonntags im Jahreskreis und lese den Wochenvers:

Dieser Sonntag nimmt die Frage auf: „Was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?“ Wer so fragt, kann bei der Antwort nur traurig werden wie der reiche Jüngling. Wenn wir uns das ewige Leben durch gute Taten verdienen wollen, können wir nur scheitern. Wichtiger ist die Ausrichtung – auf Gott und den Nächsten, nicht auf Besitz.

Wochenvers:

Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe." (1.Joh.4,21)

 

  • Ich halte einen Augenblick Stille und lasse die Worte innerlich nachklingen.

  • Ich lese den Wochenpsalm (Wenn Sie zu zweit die Andacht feiern, können die Verse jeweils abwechselnd gelesen werden):

 

Nach dir, Herr, verlanget mich. Mein Gott, ich hoffe auf dich;

lass mich nicht zuschanden werden,

Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret.

Herr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige!

Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.

Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen,

gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, Herr, um deiner Güte willen!

Der Herr ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg.

Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg.

Die Wege des Herrn sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten. (aus Psalm 25)

  • Ich antworte mit einem Lobvers auf die Lesung. Dieser darf auch laut gesungen werden:

Meine Hoffnung und meine Freude, / meine Stärke, mein Licht: / Christus, meine Zuversicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, / auf dich vertrau ich und fürcht´ mich nicht.

T: (Nach Jesaja 12,2) Taizé 1989 (deutsch) // M: Jacques Berthier, Taizé (Frankreich)1989 (GB Nr.361)

  • Ich nehme mir Zeit für das Bibelwort.

 

5.Mose 30, 11-14:

 

11 Denn das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. 12 Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? 13 Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? 14 Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

(Luther 2017)

 

Anmerkungen zum Text:

 

In der jüdischen Tradition findet man in der Thora, den Geboten Gottes, die Fülle des Zuspruchs, der Hilfe und der Orientierung, die ein Mensch von Gott erwarten kann. Die Gebote Gottes sind nicht einfach ein Gesetzbuch, das juristisch ausgelegt werden muss. Sie bringen uns in die lebendige Beziehung mit diesem Gott.

Das Bibelwort unterstreicht, wie nahe Gott uns in seinem Gebot kommen kann und kommen will. In unserem Alltag, nicht in besonderen Feiern und an heiligen Orten allein, dienen wir Gott und erleben seinen Segen. Der Text lädt uns ein, die Gebote, und das Leben mit diesen biblischen Orientierungen, wieder als eine Möglichkeit zur Begegnung mit Gott zu entdecken.

 

  • Ich bete und spreche das VaterUnser.

  • Ich bitte Christus um den Segen für diesen Tag und die neue Woche.

  • Ich lösche die Kerze.


 

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Donnerstag, 01.10. 2020

 

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

in diesem Jahr feiern wir das Erntedankfest in einer Welt, die mit dem Coronavirus kämpft. Ich vermute, auch Sie spüren dies „Trotzdem“ in der Antwort auf die Frage, warum wir nun die Erntedanktische schmücken.

Viele Einschränkungen und wirtschaftliche Unsicherheiten gehörten zum Alltag in den letzten Monaten. Die Sorge um die eigene Gesundheit bekam einen ganz neuen Stellenwert. Und trotzdem gab es schöne Begegnungen mitten in diesen Wochen. Wir litten nicht an Hunger, trotz vieler Einschränkungen, die es zu akzeptieren gab. Die Bäume und Beete in den Gärten schenkten uns schmackhafte Speisen und die Marmeladen dieses Jahres schmecken fruchtig und süß.

Gott für seine guten Gaben zu danken, ist heute genauso wichtig, wie in den Zeiten, in denen scheinbar alles wieder normal funktioniert. Ich wünsche Ihnen darum ein gutes „Erntedank–Feiern“ auch in diesem Jahr. Wenn Sie ein besonderes Dankopfer geben möchten, dann nutzen sie unsere Kollektensammlung in den Gottesdiensten oder überweisen Sie ihren Betrag unter dem Stichwort „Erntedankopfer 2020“ auf das jeweilige Gemeindekonto.

 

Sonntagsandacht für den Gottesdienst zu Hause

Auch in dieser Woche schicke ich Ihnen eine Andacht für Zuhause mit diesem Brief zu. Wieder sind die Texte für den Sonntag eingesetzt und Sie sind frei, auch Andere einzuladen, mit Ihnen diese Hausandacht zu feiern. Wenn Sie die Predigt zum Erntedank-Sonntag gerne schriftlich haben möchten, teilen Sie mir dies mit und ich lasse Ihnen die Predigt zukommen.

 

Der 2.Platz des Heimatpreises ging überraschend an das RepairCafé

Überraschend wurde das RepairCafé, obwohl es offiziell erst vor kurzem eingeweiht wurde, für die Arbeit, die dort passiert und weiter passieren wird, von der Stadt Lage mit dem 2. Platz des Heimat-preises 2020 honoriert. Dieser neu vom Rat der Stadt eingesetzte Preis soll ehrenamtliches Engagement für das Gemeinwesen besonders würdigen. Der Preis war verbunden mit einem Preisgeld von 1.500 €, das nun der Arbeit in der alten Schmiede zu Gute kommt.

 

Gedächnisfeier für Siegfried Soberger am 30.Oktober,

14:00 Uhr, in St.Nicolai/Lemgo

Gerne denke an unsere Feier im Reformationsjubiläumsjahr 2017 zurück, in der Siegfried Soberger sich von unserem gemalten Jesus die Füsse waschen ließ. Viele andere Bilder und Begegnungen kommen sicher auch Ihnen in den Sinn, wenn Sie an den verstorbenen Pastor, Prediger, Seelsorger, Musiker und Liedtexter denken.

Unter der Leitung von Superintendent Stefan Kraft laden wir am

30. Oktober nach St. Nicolai/Lemgo ein, um in einem Gedächnisgottesdienst von Siegfried Soberger Abschied zu nehmen. Die Predigt wird Pastor Rainer Mittwollen / Wuppertal halten.

 

Gemeindenachrichten aus Detmold

Bitte ziehen Sie sich warm an, wenn Sie in die Immanuelkirche kommen! Wir werden weiter während der Veranstaltungen den Kirchsaal und auch den Gemeinderaum gut lüften und so kann es schnell auch etwas kühler in den Räumen werden.

Gemeindeveranstaltungen:

01.10. Donnerstag, 18.00 Uhr Oase und anschließend Gesprächskreis

02.10. Freitag, 17.00 Uhr Treffen des Gemeindevorstands

04.10. Sonntag, 09.30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

 

Gemeindenachrichten aus Lage

Am Samstag, den 03. Oktober, lädt das RepairCafé (Hardisserstr. 2b) von 10:00 – 16:00 Uhr zum Hof-Flohmarkt ein. Wer wissen will, was ihn dort erwartet oder wer selbst einen Stand aufmachen möchte, melde sich bitte bei Helmut Behnisch (tel. 0160.90237877).

Gemeindeveranstaltungen:

Sonntag, 04.10. 10:30 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest, Predigt: Pastor Günter Loos

Montag und Mittwochs jeweils um 09:30 Uhr MiniClub

Montag, 05.10. 19:00 Uhr Gemeindevorstand im großen Gemeinderaum

Dienstag, 06.10. Fahrradwerkstatt im RepairCafé (ab 14:00 Uhr)

und Kirchlicher Unterricht (17:00 Uhr)

 

 

Wenn Sie gerne ein Grspräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter der Telefonnummer 017623923620 oder eine Email an guenter.loos@emk.de .

Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte die Kontonummer DE85 4726 0121 0001 0655 00 bei der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos

 

 

 

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Freitag, den 25.September 2020

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

zuerst sieht man Wasser aus dem Boden der Senne bei Schloß Holte-Stukenbrock sickern und nach vielen Kilometer strömt die Ems als großer weiter Strom im Dollart in die Nordsee. Im Urlaub haben wir uns auf das Abenteuer eingelassen, mit dem Fahrrad diesen Fluss und die Städte an seinen Ufern zu entdecken und es war spannend zu sehen, wieviel es unterwegs zu erfáhren gibt.

Gerhard Schöne hat in dem Gesangbuchlied Nr. 576 die ostdeutsche Oder besungen: Schau, die feine Quelle zwischen Moos und Stein / sammelt sich im Tale, um ein Bach zu sein. / Wird zum Fluss anschwellen, fließt zur Ostsee hin, / braust dort ganz gewaltig, und ein Fischlein singt… . „Alles muss klein beginnen“, so deutet der Refrain des Liedes diese Geschiche eines großen Flusses.

 

Dieses Wunder, wie aus etwas am Anfang sehr Unscheinbarem eine mächtige Kraft erwächst oder eine Initiative immer weitere Kreise zieht und am Ende die Dinge grundlegend verändert, fasziniert. Gerhard Schöne nimmt es als ein Bild für die Veränderungen, die durch Gottes Geist in dieser Welt immer wieder auslöst werden. Die großen Dinge beginnen mit den ersten kleinen Schritten. Lassen Sie uns mutig diese Schritte aus dem Glauben heraus und auf Hoffnung hin gehen.

 

Eine Einladung: Die Sonntagsandacht für den Gottesdienst zu Hause

 

Von vielen habe ich gehört, dass sie noch unsicher sind, wann sie wieder an den Treffen und Gottesdiensten in der Gemeinde teilnehmen werden. In den vergangenen Monaten konnten Sie hier im Wochenbrief die Predigtauslegung zu den Texten der jeweiligen Sonntage mitlesen. Die Predigten werden weiter aufgeschrieben, aber ich möchte Sie bitten, mich direkt anzusprechen, wenn Sie die Predigt auch in Zukunft zu Hause lesen möchten. Ich leite ihnen die aktuellen Predigten dann gerne per Mail oder per Brief weiter.

 

Doch Andachten wurden immer schon auch in unserer Gemeindetradition zu Hause gefeiert. Man tut dies alleine oder mit denen, die zu den Hausgemeinschaften gehören. In diesen Monaten, wo sich größere Treffen als Gemeinde nur unter besonderen Auflagen zum Schutz der Gesundheit organisieren lassen, lohnt es sich, die Hausandachten neu zu entdecken.

 

Ich möchte Ihnen in den kommenden Wochen jeweils eine kleinen Leitfaden für so eine Andacht anbieten, in der Sie die Texte und Lesungen zu den jeweiligen Sonntagen finden. Ich freue mich über Rückmeldungen, was noch hilfreich ist, um die Hausandachten persönlich gut gestalten zu können.

 

Gemeindenachrichten aus Detmold

 

Bitte ziehen Sie sich warm an, wenn Sie in die Immanuelkirche kommen! Wir werden weiter während der Veranstaltungen den Kirchsaal und auch den Gemeinderaum gut lüften und so kann es schnell auch etwas kühler in den Räumen werden.

 

Der Gesprächskreis nach der Oase kommt seit einigen Wochen in anregende Diskussionen über die Fragen des Glaubens. Als Impuls dient jeweils ein Abschnitt aus dem Buchs von Richard Rohr (Alles trägt einen Namen, 2019), doch die Erkenntnisse und Entdeckungen im Austausch miteinander liegen immer wieder an ganz anderen Stellen verborgen, als man es bei der Lektüre des katholischen Theologen erwartet. Die Gesprächstreffen beginnen jeweils um ca. 19.10 Uhr und sind auf 30 Minuten begrenzt.

 

Gemeindeveranstaltungen:

27.09. Sonntag,   09.30 Uhr   Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

29.09. Dienstag.   08.15 Uhr  Treffen des Stadtkonvents 

                   16.30 h Vorbereitungskreises zum Frauenweltgebetstag2020

01.10.Donnerstag 18.00 Uhr Oase und anschließend Gesprächskreis

04.10. Sonntag     09.30 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest 2020

 

Gemeindenachrichten aus Lage

 

Die neue Woche startet mit einer Veränderung: der neue Alphabetisierungskurs der VHS zieht am Montag aus den Räumen der Erlöserkirche in das RepairCafé um. So können die Unterrichtszeiten und die Veranstaltungen der Gemeinde im großen Gemeinderaum organisiert werden.

 

Gemeindeveranstaltungen:

Sonntag, 27.09. 10:30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

Montag und Mittwochs: MiniClub jeweils um 09:30 Uhr

Dienstag, 29.09. Fahrradwerkstatt im RepairCafé (ab 14:00 Uhr)

und Kirchlicher Unterricht (17:00 Uhr)

Sonntag, 04.10. 10:30 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest 2020

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.de.

Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern.

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

 

 


 

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Gemeindebrief zum 13. Sonntag nach Trinitatis

 

Freitag, den 04. September 2020

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

es war eine schöne Feier und viele kleine Dinge kommen mir in den Sinn, wenn ich an die Einweihung des methodistischen Repair-Cafés in der alten Lagenser Schmiede denke:

 

Schon viele Stunden, bevor die ersten Gäste kamen, war auf dem Gelände ein munteres Treiben und Bänke, Tische und die Räume wurden mit Putzeimer, Besen und Desinfektionsmittel für das Fest vorbereitet.

 

Für den Tag waren Regenschauer angesagt, aber wir erlebten einen wunderbaren sonnigen Nachmittag in der alten Schmiede.

 

Die Pastoren gaben ein geistliches Wort weiter, baten um den Segen für die Aktivitäten auf dem Gelände, aber auch Bürgermeister Matthias Kalkreuther beendete seine Rede mit dem Satz: „Ich wünsche Ihnen Gottes Segen für die Arbeit.“

 

Ein guter Bekannter war als Gast mit dabei und überlegte, was er vielleicht hier im RepairCafé an Treffen oder Aktivität anbieten oder besuchen könnte. Das RepairCafé lädt zum Mitmachen ein.

 

Das Kuchenbüffet war eine einzige große Versuchung, doch es fehlte die Zeit, um alles zu probieren.

 

das Alphorntrio um Matthias Evard passte mit seinen Original Schweizer Instrumenten in zünftigen Lederhosen sehr gut in den bunten Gästereigen, der sich an diesem Tag in der alten Schmiede traf.

 

Frank Aichele erinnerte in seiner Ansprache daran, dass John Wesley seine Methodisten immer wieder aufgefordert hatte, Gutes zu tun.

 

Dieses Fest hat vielen sehr gut getan und beschenkt an Leib und Seele gingen man vom RepairCafè wieder nach Hause. Ich danke Euch allen, die Ihr mit Euren Gaben und Eurer Arbeit dieses schöne Fest möglich gemacht habt.

 

 

 

Impulse zum Predigttext aus Apostelgeschichte 6, 1-7

 

1 In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. 2 Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und zu Tische dienen. 3 Darum, liebe Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Geistes und Weisheit sind, die wollen wir bestellen zu diesem Dienst. 4 Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. 5 Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Proselyten aus Antiochia. 6 Diese stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten ihnen die Hände auf. 7 Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.

(Luther 2017)

Gut, das wir einander haben...“

 

Manfred Siebald hat in seinem Lied die Gedanken aus dem Bericht in der Apostelgeschichte für unsere Zeit übersetzt: „Gut, dass wir einander haben, gut, dass wir einander sehn, / Sorgen, Freuden, Kräfte teilen und auf einem Wege gehn. …“1 Gemeinde braucht Gemeinschaft und gemeinsam können Probleme gelöst, Aufgaben angegangen und Hilfe angeboten werden. Wie eine große Familie erleben wir immer wieder das Leben in dieser Gemeinschaft und leiden an den Konflikten in der Gemeinde ähnlich wie uns Streit in der Familie schlecht schlafen lässt.

 

Die Christen in Jerusalem, von denen die Bibelverse erzählen, mussten ihre Fürsorge für einander neu organisieren, weil es eine Gerechtigkeitslücke gab: es war damals die soziale Aufgabe aller, die Versorgung für Witwen und alleinstehende Kinder zu gewährleisten, doch dabei bekamen die griechischen Frauen weniger ab, wie die Witwen aus jüdischen Familien. Es ist Spekulation, warum es zu dieser ungerechten Versorgung kam. Vielleicht wurden die Jerusalemer Frauen noch von Bekannten unterstützt, die sie auch außerhalb der christlichen Gemeinde kannten, vielleicht gab es auch sonst in Jerusalem eine deutliche Benachteiligung von Nicht-Einheimischen, wenn diese Hilfe und Unterstützung brauchten.

 

Doch die Gemeinde überhört das Klagen der Benachteiligten nicht und organisiert eine gerechtere Verteilung der Güter, damit alle bekommen, was sie brauchen. Ein Kreis um den angesehenen Stephanus organsiert nun die Verteilung der Witwenhilfe und man darf vermuten, dass diese Verwalter der diakonischen Hilfen sehr verantwortlich ihre Arbeit machten. Das Klagen der benachteiligten Witwen hörte auf. Die Christen scheinen danach, wenn man den letzten Vers liest, sogar Anderen von außerhalb der Gemeinde ein Vorbild in Hinblick auf die Witwenversorgung geworden zu sein.

 

 

 

„…keiner ist nur immer Last.“

 

Es war nie einfach, um Hilfe zu bitten. Niemand sucht sich das aus, Anderen zur Last zu fallen. Doch hier hat unser Kirchenlied eine kluge Lebenserfahrung formuliert: „Keiner trägt nur immer andre; keiner ist nur immer Last. / Jedem wurde schon geholfen; jeder hat schon angefasst.“ Wir sind nicht festgelegt bei Gott und in seiner Gemeinde auf die Rolle von Bittsteller und Bittstellerin, sondern, wie es im Epheserbrief heißt, Hausgenossen Gottes und Mitbürger in der Gemeinde Christi2.

 

Damit die Hilfe bei denen, die Hilfe brauchen, ankommt, braucht es bei den Helfenden die Erkenntnis, selbst bedürftig zu sein. Nicht aus einer gönnerhaften Laune heraus unterstützen wir Andere, sondern weil wir selbst Hilfe erfahren haben. Die Erfahrung zeigt, dass es vor allem bei denen, die Unterstützende sind, viel Feingefühl und Demut braucht, damit aus dem „gut gemeint“ wirklich etwas Gutes wachsen kann. Lassen Sie uns das in den Gemeinden offen ansprechen, wenn der Eindruck entsteht, die Hilfe für Andere hilft vor allem denen, die die Hilfe anbieten.

 

Aus der Mitte heraus Gemeinde leben

 

Manfred Siebald hat in seinem Lied Worte für das Geheimnis gefunden, warum Christen in ihrer Gemeinschaft sehr allergisch auf Egoismus und Ungerechtigkeit reagieren: Gut, dass wir nicht uns nur haben, dass der Kreis sich niemals schließt / und dass Gott, von dem wir reden, hier in unsrer Mitte ist. Christliche Gemeinde baut sich auch in Detmold und Lage um die Mitte in Christus auf. Wo diese geistliche Mitte im Blick bleibt, finden wir im Gottesdienst zur Anbetung und die Stille vor Gott, aber wir entdecken auch, wo wir einander Nächste im Alltag der Woche sein dürfen und müssen.

 

Wie zur Zeit der Jerusalemer Gemeinde am Anfang der Kirchengeschichte wachsen aus dem Engagement gegen konkrete Not und erfahrene Ungerechtigkeit bis heute Programme und Arbeitszweige in der Gemeinde und der Kirchengemeinschaft, die dem Hände, Füße und Herzblut geben, was Christus seinen Leuten an Aufgaben vor die Füße legt. Über die Witwenversorgung reden wir heute nicht mehr in der Gemeinde, aber bis heute sind die besonders gefährdet, weniger ab zubekommen, die bei uns nicht Zuhause sind und als Fremde neu ihren Platz finden müssen.

 

Doch wie damals in biblischer Zeit weckt das Gemeindeengagement auch außerhalb ihrer eigenen Mauern die Aufmerksamkeit von Anderen, wo mit denen vorbildlich und gerecht umgegangen wird, die Hilfe brauchen.

Amen.

 

 

Stadtradeln und mitradeln bis zum 25. September

 

Sie haben es schon gelesen: ab dem 5. September können Kilometer für das Team EmK-Lage er-radelt werden. Suchen Sie in der Stadtradeln-App auf dem Handy oder unter www.stadtradeln.de Ihre Kommune (=Lage) und tragen Sie sich ins Team EmK-Lage ein. Nun werden Ihre Kilometer, die Sie fahren und eintragen, dem Kirchenteam gutgeschrieben.

Falls Ihr Fahrrad noch Pflege oder Reparatur braucht: jeden Dienstagnachmittag öffnet die Fahrradwerkstatt im RepairCafe / Hardisser Str. 2a (Lage).

 

 

Gemeindenachrichten aus Detmold

 

Sprechen Sie bei Fragen zu Aktivitäten in der Immanuelkirche oder für Kasualien in den kommenden zwei Wochen bitte Pastor i.R. Volker Brukart an.

Er ist erreichbar unter der Telefonnummer: 05231 335 07.

 

Die Oase ist nun wieder in den Gemeinderaum umgezogen. 16 Gäste können an den Tischen unter den Schutzauflagen durch Corona empfangen werden. Bitte beten Sie für diese Arbeit. Für die Koordinierung der Abendessen und bei Fragen zur Mitarbeit hilft SabineTraphöner weiter.

 

Gemeindeveranstaltungen:

Sonntag, 06.09. 09:30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

Donnerstag, 10.09. 18:00 Uhr Oase

Sonntag, 13. 09. 09:30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor i.R. Volker Brukart

Donnerstag, 17.09. 18:00 Uhr Oase

Sonntag, 20.09. 09.30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Gloria Gandolfo

Donnerstag, 24.09. 18:00 Uhr Oase

 

Gemeindenachrichten aus Lage

 

Sprechen Sie bei Fragen zu Aktivitäten in der Erlöserkirche oder für Kasualien in den kommenden beiden Wochen bitte Angelika Neugebauer (Tel: 05232 / 89604) oder Ingo Althöfer (Tel.: 05232 67358) an.

In der Zeit vom 07.-15.09. und vom 21.-23.09. steht Pastorin Nicole Bernardy für Kasualien zur Verfügung, vom 16.-20.09. ist Pastor Kees Appelo hierfür ansprechbar. Den Kontakt zu den Pastoren können Sie über A. Neugebauer oder I. Althöfer herstellen.

 

Gemeindeveranstaltungen:

Sonntag, 06.09. 10:30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor Günter Loos

Dienstag, 08.09. 09:00 Uhr Treffen von 55+

Sonntag, 13. 09. 10:30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Pastor i.R. Volker Brukart

Sonntag, 20.09. 09.30 Uhr Gottesdienst, Predigt: Angelika Neugebauer

 

 

Wenn Sie gerne ein Grspräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter der Telefonnummer 017623923620 oder eine Email an guenter.loos@emk.de .

Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte die Kontonummer DE85 4726 0121 0001 0655 00 bei der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos

 

1 GB der EmK, Nr. 443

2 Eph. 2: 19So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, 20erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist,… (nach Luther 2017<9

 

 

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Gemeindebrief zum Sonntag den 12. Sonntag nach Trinitatis

Donnerstag, den 27. August 2020

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

in Detmold und in Lage laden wir nun vorsichtig und mit den nötigen Einschränkungen wieder zu regelmäßigen Treffen ein. In dieser Woche fand ein erstes Treffen der Gruppe des kirchlichen Unterrichts statt und am kommenden Mittwoch lädt der Frauenkreis in Lage ein. In der letzten Woche habe ich Sie im Brief gefragt, wie für Sie in den kommenden Monaten auch unter Corona-Einschränkungen Gemeindeleben funktionieren kann. Noch gab es wenige Rückmeldungen auf diese Frage und darum gebe ich sie nochmal weiter. Vielleicht scheint Ihnen eine Idee ja sehr verwegen, aber es könnte sein, dass jemand anders gerne diese Idee aufgreift und etwas organisiert. Wir brauchen den Mut zu neuen Formen der Begegnung und des regelmäßigen Kontakts, denn besonders große Veranstaltungen oder Feste können wir auch in Zukunft nicht planen und vorbereiten. Ich bin gespannt, was ich per Post oder Anruf von Ihnen höre.

 

Unter besonderen Vorkehrungen findet in den kommenden Tagen die Einweihung des RepairCafés in Lage statt. Mit den Flüchtlingsinitiativen in Lage 2015 entstanden die ersten konkreten Ideen für eine Fahrradwerkstatt und nun wird am kommenden Montag ein RepairCafé in der alten Lagenser Schmiede eingeweiht, wo Menschen sich beim gemeinsamen Reparieren und Basteln kennenlernen können, wo ein schöner Raum für ein Treffen mit Nachbarn entstanden ist und wo die Türen offen stehen sollen für Kultur- und Bildungsangebote in der Nachbarschaft. Wir laden Sie ein, zu sehen, was aus der alten Schmiede nach dem Umbau nun geworden ist. Am 31.August wird ab 16:00 Uhr im Garten Kaffee und Kuchen angeboten, ab 17:30 Uhr erwarten wir Bürgermeister Matthias Kalkreuther und Pastor Frank Aichele, Leiter der EmK-Weltmission, als Gäste und bei internationaler Küche soll die Feier ausklingen.

 

Ich musste bei der Vorbereitung der Einweihung des RepairCafés an die Gemeindechronik der EmK in Lippe denken. Überrascht habe ich dort gelesen, dass vor 139 Jahren an 6 Orten in Lippe Kinder zu Sonntagschulen eingeladen wurden1. Die Arbeit der Ev. Gemeinschaft begründete vermutlich in der Region die Kindergottesdienstarbeit, die heute fester Bestandteil der Kirchenaktivitäten der verschiedensten Kirchen und Gemeinschaften ist. Ob das RepairCafé auch woanders Mut macht, nach Orten zu suchen, wo man im nicht-kirchlichen Ambiete zu Begegnung miteinander und zum Entdecken des Glaubens mitten im Leben einlädt?

 

 

Impulse zum Predigttext aus 1. Korinther 3,9-17

In dieser Woche könnte kein passenderer Predigttext gewählt werden, als der von der Evangelischen Perikopenordnung vorgesehene Text in 1. Korinther 3,9-17. Wir weihen nach längerer Zeit als Ev.-methodistische Kirche in Lippe ein neues Haus auch für kirchliche Arbeit ein. Viele Monate mussten jede Woche viele kleine Detailprobleme gelöst werden, damit aus dem Arbeitsraum der Schüring-Schmiede im Maßbruch der Gemeinschaftsraum mit angeschlossener Küche, Toilettenanlage und Werkstatt entstehen konnte. Die Alte Schmiede war immer ein Ort, wo sich Leute als Kunden und Handwerker begegnet sind, die Familie dort war für ihr Kirchenengagement bekannt, doch nun gibt es im veränderten Ambiente neue Begegnungsmöglichkeiten.

Die Bibel gebraucht für das Wachstum des Reiches Gottes gerne das Gleichnis vom aufgehenden Senfkorn oder dem von Menschen unverfügbaren Wachsen in der Natur. Doch für die Entwicklung und das fruchtbare Gedeihen der christlichen Gemeinde und Gemeinschaft erinnert Paulus an den Bauprozess eines Hauses. Damit setzt er einen wichtigen Akzent: vieles im Gemeindeaufbau liegt in unserer Hand, doch der tiefere Impuls, der diese Bewegung auslöst, ist für uns nicht verfügbar. Angestoßen von Christi Liebe und Gnade verändert sich ein Leben und sucht mit anderen, die diese Veränderung erleben durften, nach Gemeinschaft in der Nachfolge des gemeinsamen Herrn.

 

Doch lesen sie selbst: 9 Es ist also Gottes Werk, an dem wir miteinander arbeiten, und ihr seid Gottes Ackerfeld; ihr seid Gottes Bauwerk. 10 Weil Gott mich in seiner Gnade dazu befähigt hat, habe ich als ein kluger und umsichtiger Bauleiter das Fundament gelegt; andere bauen jetzt darauf weiter. Aber jeder soll sich sorgfältig überlegen, wie er die Arbeit fortführt.

11 Das Fundament ist bereits gelegt, und niemand kann je ein anderes legen. Dieses Fundament ist Jesus Christus.12 Wie nun aber jemand darauf weiterbaut – ob mit Gold, Silber, Edelsteinen, Holz, Schilfrohr oder Stroh – , 13 das wird nicht verborgen bleiben; der Tag des Gerichts wird bei jedem ans Licht bringen, welches Material er verwendet hat. Denn im Feuer des Gerichts wird das Werk jedes Einzelnen auf seine Qualität geprüft werden. 14 Wenn das, was jemand auf dem Fundament aufgebaut hat, die Feuerprobe besteht, wird Gott ihn belohnen. 15 Wenn es jedoch verbrennt, wird er seinen Lohn verlieren. Er selbst wird zwar gerettet werden, aber nur wie einer, der im letzten Augenblick aus dem Feuer gerissen wird.

16 Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und dass Gottes Geist in eurer Mitte wohnt? 17 Wer den Tempel Gottes zerstört, zerstört sich damit selbst, weil er Gottes Gericht über sich bringt. Denn Gottes Tempel ist heilig, und dieser heilige Tempel seid ihr. (Übersetzung: Neue Genfer Übersetzung)

 

Viele bauen mit – doch man sollte sein Handwerk verstehen

Paulus kannte sich beim Bauen aus, auch wenn seine besonderen Begabungen in der Zeltmacherei lagen. Er erinnert an das solide Fundament, die Qualität der Baustoffe und überträgt diese Erkenntnisse auf ein geistliches Bauwerk.

 

Ein solides Fundament ist die Grundlage eines Baus. Der befreundete Pfarrer der Nachbargemeinde in Velbert lüfte bei einem Treffen ein Geheimnis: im Glockenturm, der freistehend neben der Kirche gebaut war, hängen keine Glocken mehr. Vor einigen Jahren mussten die Glocken abgehängt werden, weil sie durch ihre Schwingungen beim Schlagen den Betonsockel instabil gemacht hatten und Einsturzgefahr bestand. Nun hört man dort aus dem Kirchturm die Glockenschläge aus einem großen Lautsprecher, der täuschend echt den alten Klang nachahmt.

Das solide Fundament beim Gemeindebau ist Christus selbst. Wenn nicht immer wieder gefragt und geprüft wird, ob das Engagement aus dem Glauben und in betender Beziehung zu Christus passiert, löst sich wie beim Velberter Kirchturm das solide Fundament irgendwann auf. Doch weil es dieser Christus ist, den wir in den vielen Geschichten der Evangelien kennenlernen, haben wir einige sehr konkrete Merkmale, was unser Kirchenfundament betrifft:

  • Christus verurteilt nicht, sondern erbarmt sich. Die für sich und ihr Leben keine Chance mehr sehen, erleben Heilung und Heil an Leib und Seele.

  • Christus zeigt Grenzen in der Gemeinschaft auf und überwindet sie. Für die Tochter der Syrophönizierin (siehe Markus 7,24-30) sieht er sich zuerst nicht zuständig. Diese gehört nicht zu seinem Volk. Aber die tiefe Liebe der Mutter und ihr radikales Gottvertrauen schmelzen das Eis und schenken der Tochter Heilung.

  • Christus holt den Himmel in unsere Gegenwart und vertröstet uns nicht heute auf das Morgen. Es bleibt in vielen Jesusgeschichten ein Geheimnis, warum einige in Jesus Gottes Sohn erkennen konnten und andere nur den begabten Prediger und Heiler sahen.

Die Qualität der Baumaterialien darf geprüft werden im Gemeindebau. Dabei ist nicht der Werkstoff selbst entscheidend, sondern ob er hilfreich im Gesamtbau verarbeitet wurde. Paulus, so lese ich V. 12, will keine Gemeinde, die nur aus Goldstücken gedengelt wurde, wenn sie Feuerproben in ihrer Arbeit durchstehen muss. Die Materialien, die Paulus hier auflistet, wiederstehen unterschiedlich gut belastenden Angriffen, die wie ein Feuer über die Gemeindearbeit hinweg ziehen können. Wenn sich eine Arbeit in der Gemeinde als überflüssig und wenig nachhaltig erwiesen hat, dann wird sie auch wieder aufgegeben. Doch der Mensch, der sich darin engagiert hat, darf sich seiner Erlösung durch Gottes Gnade in Christus weiter gewiss sein (siehe V.15).

Die Prüfung der Qualität einer Arbeit braucht dabei in der konkreten Praxis viel Weisheit:

  • Unsere Angst warnt uns in diesen Pandemiezeiten davor, leichtsinnig einfach das gewohnte Programm in der Kirche zu starten. Doch unser Mut des Glaubens will mit dem gleichen Recht, dass die Gemeinde öffentlich sichtbar bleibt und sich nicht ins Schneckenhaus zurückzieht, um auf bessere Zeiten zu warten.

  • Unser Alter und die jeweilige Lebenssituation verändern den Blick auf das, was nun wichtig ist. Als junge Eltern haben wir der damaligen Gemeinde einen stabilen Wickeltisch gespendet, weil wir unsere Kinder im Gemeindehaus genauso sicher wickeln wollten, wie zu Hause. Wir brauchen den Blick der Jugend in der Gemeinde, der sieht, was langweilig und tot ist, oder die Augen und Ohren der Älteren, die merken, was sie im Gottesdienst ablenkt und was zum Zuhören und zur Sammlung hilft.

  • Unsere vielen verschiedenen Prägungen, Kulturen und uns liebgewordene persönliche Traditionen, die wir immer mit uns tragen, werden in vielen gesellschaftlichen Kontexten zur Abgrenzung und Parteibildung missbraucht. In der Gemeinde Jesu sind diese die Bausteine, die in gegenseitiger Wertschätzung eingebracht den Reichtum der Kirche ausmachen.

Schließlich schaut Paulus darauf, was ein geistliches Bauwerk ausmacht.

Er benutzt dafür eine Formulierung, die wir von Jesus kennen: „Ihr seid… (…das Salz der Erde, das Licht der Welt etc.)“ Mit dieser Formulierung markiert Jesu, was in der Gemeinschaft mit ihm anders geworden ist.

Wenn Paulus diese Worte aufnimmt, dann redet er von etwas, was auch in der Gemeinde durch die Christusnachfolge anders geworden ist: „Ihr seid der heilige Tempel Gottes.“(V.16). Dieses geistliche Bauwerk sieht man in gelebter Gemeinschaft und von Christus geprägten Persönlichkeiten. In der Jugendarbeit der nordamerikanischen Kirche gibt es einen Slogan: „Du kannst nicht zur Kirche gehen, den Du bist selbst Kirche“.2 Wenn Sie und ich in Ihrer Nachbarschaft unterwegs sind oder wir auf dem Markt in Lage oder Detmold einkaufen, dann ist die Kirche mit uns „vor Ort“.

Auch ein auf Glauben gebautes Haus braucht, wie alle Bauwerke, Pflege und Wartung. John Wesley hat seinen Gemeinschaften darum empfohlen, regelmäßig die geistlichen Gnadenmittel, wie er sie nannte, zu nutzen. Dazu gehören Zeiten der Stille und des Betens, die regelmäßige Gemeinschaft mit Anderen im Gottesdienst und in der Kleingruppe, das Studium der Bibel, Beichte und das Feiern des Abendmahls.

Wir brauchen unsere eigene Praxis, damit unsere Spiritualität genährt wird und wir an Liebe und Erkenntnis wachsen können, doch die alten Ordnungen und Empfehlungen geben uns Orientierung dabei, wie eine gesunde Glaubenspraxis aussehen kann.

 

Nicht nur Bausteine sein, sondern Baugestalter des Tempels Gottes in dieser Welt

Die Gemeinde Jesu, das Haus Gottes in dieser Welt, hat nicht nur eine „Komm“-Qualität, sondern sie ist auch geschaffen zum Gehen. So deutlich formuliert es Paulus in seinem Brief an die Korinther nicht, aber wir kennen aus Matthäus 28,19 diesen Gedanken „Darum gehet hin…“. In vielen religiösen Konzepten hat Spiritualität die Aufgabe, die eigene Existenz gottgefälliger zu leben. Doch die Gemeinde Jesu sucht nicht allein die individuelle Erlösung, sondern verkündet das Heil für alle Welt und jede Kreatur und macht sich dafür auf den Weg.

So werden wir, mit unseren Macken und Stärken von Bausteinen des Tempels Gottes in dieser Welt zu Baugestaltern des neuen Himmels und der neuen Erde.

Amen.

 

Nicht vergessen: Stadtradeln beginnt!

Birgit, meine Frau hat mich daran erinnert, dass ab dem 5. September Kilometer für das Team EmK-Lage er-radelt werden können. Laden Sie sich die Stadtradeln-App auf Ihr Handy, suchen Sie sich Ihre Kommune (=Lage) und tragen Sie sich ins Team EmK-Lage ein. Nun werden Ihre Kilometer, die Sie dann sammeln und notieren, dem Kirchenteam gutgeschrieben. Sind Sie mit dabei?

 

Von Personen

Heinrich Schüring ist am Mittwoch dieser Woche erneut operiert worden. Wir wünschen Dir, Heinrich, nun einen guten Heilungs- und Genesungsprozess.

 

Veranstaltungen:

 

Detmold: Donnerstag: 18:00 Uhr Oase

                 ab ca. 19:15 Uhr Gesprächskreis

Lage: Mittwoch: 15:00 Uhr Frauentreff in den unteren Kirchenräumen

 

Gottesdienste:

 

Detmold: 09:30 Uhr (Predigt: Pastor Günter Loos)

Lage      : 10:30 Uhr (Predigt: Pastor Günter Loos)

 

Wenn Sie gerne ein Grspräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter der Telefonnummer 017623923620 oder eine Email an guenter.loos@emk.de .

Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte die Kontonummer DE85 4726 0121 0001 0655 00 bei der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos

 

 

1 Für 1881 waren in Detmold, Lemgo, Jerxerheide, Lage, Waddenhausen und Heiden Gruppen bekannt. Siehe: S.27, Die Geschichte der Evangelischen Gemeinschaft in Lippe, v.Heinrich Willer, Christliches Verlagshaus vermutl. 1934

2 You can´t go to church, cause the church is you.

 

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Donnerstag, den 20. August 2020

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

was ist normal in den kommenden Wochen?

In den Sommertagen wurde ausprobiert, wie man unter Coronabedingungen feiern kann, wieviel Urlaub und Urlaubsreisen möglich sind und wie man sich wieder treffen kann. Die Geschäfte auf der Langen Straße in Detmold und Lage und um die Marktplätze kassieren das Geld hinter einem Plastikschutz, aber vieles ist sonst wieder so, wie wir es gewohnt waren. Die ersten Schultage sind geschafft und normal wird wohl der Nasen-Mund-Schutz auch im Unterricht werden. Die vermutlich am meisten beachtete Grafik in der lippischen Zeitung beibt die Statistik, welche lippische Kommune aktuell wieviele Infektionen hat. In den Kliniken und Pflegeheimen braucht man für einen Besuch weiter gute Vorbereitung, Telefonate mit der Stationsleitung und es sind nur kurze Begegnungen mit den Besuchten möglich. Wir merken alle, dass eine Corona-Normalität in unseren Alltag eingewandert ist.

Doch im Gemeindeleben in der Erlöserkirche und in der Immanuelkirche fühlt sich vieles noch garnicht normal an. Gottesdienst ohne fröhliches und lautes Singen ist irgendwie nicht echt. Bei jedem Handgriff und jeder Begegnung in den Gemeinderäumen auf den nötigen Abstand achten, verlangt uns Diziplin ab. Bei jedem Gemeindetreffen zu überlegen, wer kommen wird und wer kommen kann gehört nicht zu unserem Stil, den wir gewohnt waren, wenn wir einander freund-schaftlich und familiär begegnten. Der Alltag in der Kirche fühlt sich noch nicht wieder normal an.

 

Ich möchte uns in Detmold und in Lage einladen, miteinander lebenswerte und einander stärkende neue Begegnungen einzuüben.

Was hilft Ihnen, innerlich und auch in persona mit dabei zu sein, wenn Gemeinde in diesen Tagen „passiert“?

 

Die Windenpflanze in unserem Garten zeigt etwas davon, dass sich auch im Chaos und im Durcheinander wunderschöne Blüten entwickeln können, die oft nur wenige Stunden blühen, bevor sie wieder verwelken. Auf diese überraschenden Blüten will ich mich auch in den kommenden Wochen in der Gemeinde freuen dürfen. Denn Christus ist mit uns unterwegs, wenn wir in diesen Wochen einander als seine Gemeinde mitten in dieser Welt tragen und begleiten, und beschenkt uns mit diesen Wundern des Lebens.

 

 

Ein Gedicht von Pfr. Dirk Klute / Münster zum Predigttext in Lukas 18, 9-14

 

 

1. Ich werde fündig: mein Hochmut!

Den meisten Menschen leuchtet ein: Es ist wohl gut, recht »gut« zu sein:

Ein anständiges Leben führen und auch die andern respektieren,

nicht stehlen, töten, Ehe brechen, nicht jede kleine Kränkung rächen.

Sodann den Armen etwas geben, damit auch die genug zum Leben

erhalten aus des Guten Hand. So spricht das Herz, so der Verstand.

 

Auch ist es gut, nicht rechts zu wählen und auf der Demo nicht zu fehlen,

den Müll zu trennen, solche Sachen, am besten, keinen erst zu machen.

Das Essen, das soll Bio sein und gern vegan, nicht Rind, nicht Schwein.

Auch sich bewegen, das ist gut, weil’s der Gesundheit nützen tut.

Und für das Smart-Phone: Öko-Strom. Da haben alle was davon.

Die Leeze gut, das Flugzeug nicht, denn CO2 fällt ins Gewicht.

Für Manchen gilt’s noch heut’ als gut, man lebt per Du mit seinem Gott,

man liest die Bibel, betet gern zum Himmels-Vater, seinem Herrn,

fragt ernsthaft nach des Himmels Walten, wenn man sein Leben will gestalten.

Was gilt als gut? So viele Sachen! Ich könnte ewig weitermachen.

Ich selbst find’ gut all diese Dinge, die ich hier gern zur Sprache bringe.

Wenn ich mich nun sehr ernsthaft übe, dass ich das Schlechte ganz verliere,

mein Ideal verwirklicht seh’ in dem, wo ich nun endlich steh’;

wenn ich so gut bin, ist der Schluss: Der andre schlechter wohl sein muss.

 

Da ist ein Pharisäer, fromm, beschließt, dass er zum Tempel komm’.

Man sieht ihn, wie er vorne steht, er spricht bei sich ein Dank-Gebet:

»Ich lege meinen Dank Dir hin, dass ich nicht wie die andern bin.

Ich kann es so zusammenfassen: Du hast mich gut geraten lassen!

Ich raube niemals, tue recht, auch Ehebrechen find’ ich schlecht.

Hab’s darum auch noch nie gemacht, wiewohl ich manchmal dran gedacht.

Da hinten noch ein Zöllner steht, erdreistet sich hier zum Gebet.

Na, auch wie jener bin ich nicht, ich bin erhellt von Deinem Licht:

Zweimal die Woche faste ich, ich tu’ das alles nur für Dich.!«

Der Zöllner aber steht von ferne, man sieht ihm an: macht das nicht gerne.

Der Blick ist schuldbewusst gesenkt. Man ahnt, woran er jetzt so denkt:

Die wiederholten schlimmen Sachen, die diese Zöllner manchmal machen:

Sie pressen aus die armen Leute, viel schlimmer als der Fiskus heute.

Sie wirken von der Römer Gnaden, und das dem eignen Volk zum Schaden.

Nun steht er dort, schlecht das Gewissen, zitternde Händ’, auf schwachen Füßen.

Die Last macht ihn ganz schwindelig schlägt an die Brust mit Fäusten sich.

Er stammelt jetzt in seiner Not: »Oh sei mir Sünder gnädig, Gott!«

Den Pharisäer sieht er nicht, gebeugt ist ja sein Angesicht.

Und im Gebet: Nur er und Gott! An Gott allein sein ganzes Wort.

Das spricht er nur für Gottes Ohr, die andern kommen jetzt nicht vor.

Die mögen besser, schlechter sein. Egal. Er steht vor Gott allein!

 

Will ich auf Gottes Liebe hoffen, dann steht auch mir solch’ Beten offen!

Darf mich in Gottes Gnade wiegen, statt ihn und mich selbst zu belügen.

So bleibt am Ende vom Gedicht: Vergleichen tu’ doch besser nicht!

Für das, was gut in Deinem Leben, da kannst Du Gott Dein Danke geben.

Und Dein Versagen, Deine Schuld leg’ einfach ab in seine Huld!

 

 

Verglichen jedenfalls mit mir – ich streng’ mich an, tu’ was dafür.

Und gut, das sind auch meine Leute, so anders als die andre Meute:

Meine Familie, mein Verein, meine Gemeinde, komm mit rein!

Sodann im Job: Meine Kollegen! Wir sind ein Team! Gezänk? – Von wegen!

Und dann die Freunde sowieso! Ja, die zu haben, bin ich froh!

Jedoch – ich sehe sicher recht: Zu hochmütig, das wär’ eher schlecht.

Auf andere herab zu sehn, das sollte besser nicht geschehn.

 

2. Ein Gleichnis Jesu in Lukas 18, 9-14

Nun, ganz genau so wie noch heute gab’s schon zu Jesu Zeiten Leute,

die hielten sich für gut, gerecht, die andern aber eher für schlecht.

Und diese »Guten«, wie sie dachten, die neigten dazu, zu verachten

die anderen, die unten weiter auf der sozialen Hühnerleiter.

Auch die, die »unsre« Ordnung stören und kaum jemals zu »uns« gehören,

die nicht so fromm, so gläubig sind, geprägt von Laster und von Sünd’

Jesus erzählt eine Geschichte, die ich Dir hier nun kurz berichte.

Die »Bessren« hat er da im Blick. Auch Dich? Weis’ es nicht gleich zurück!

Der Tempel in Jerusalem: Ein Ort zum Beten jedem, dem

es offensichtlich daran lag, dass er zu seinem Gotte trag’,

was ihn erfreut, was ihn beschwert, weshalb er es ja dann begehrt,

all das dem Schöpfer auch zu zeigen, vor Gott sich anbetend zu neigen.

 

Doch nun kommt Jesu Kommentar, was »gut«, was »richtig« hier nun war:

Dem Zöllner, dem hat Gott vergeben. Vielleicht ein Neu-Anfang im Leben?

Am andern, der so gut gedacht von sich, dem hat Gott nichts gemacht.

Man muss wohl sagen von dem Frommen: Er ist gegangen wie gekommen:

So überheblich, arrogant, wie er sich schon am Anfang fand.

Und Jesus schaut die Hörer an. Er zögert kurz und sagt sodann:

»Wer niedrig sich macht, wird erhöht. Mit Hoch-Müt’gen es abwärts geht!«

 

3. Was mitgehen soll…

Und? Hast Du’s schon bei Dir bedacht? Was hat der Fromme falsch gemacht?

Ist’s denn verboten, Gott da droben, für all das Gute auch zu loben,

was ich durch ihn bin und auch kann, was er an mir tut und getan?

Ich meine: All das ist erlaubt dem, der an Gottes Güte glaubt,

statt es mit allen Seelenkräften sich an den eignen Hut zu heften.

Dann sollte simpler Dank wohl reichen, statt mich mit andern zu vergleichen

mit dem vorhersehbaren Schluss, dass ich scheint’s besser wohl sein muss.

Der Zöllner, so zeigt die Geschicht’, hat den Vergleichs-Bazillus nicht:

Fühlt sich zwar klein durch seine Sünden, doch will er für sich Frieden finden.

Vergleicht’s auch nicht mit schlimm’ren Sachen, um künstlich sich selbst gut zu machen.

Nein, sieht nur sich in Schuld und Not, und so erscheint er dann vor Gott.

Und so, wie er zu Gott gekommen, wird er von Gott dann angenommen!

Befreit kann er nach Hause gehn. So ehrlich beten – das wär’ schön!

Nur dass Du keinesfalls vergisst: Dass Du beim Beten ehrlich bist!

Mehr noch als Du, ganz ohne Fragen, will Gott die GANZE Wahrheit tragen.

Von Gott geliebt– das sollte reichen. Du musst Dich dann nicht mehr vergleichen.

Amen.1

 

P.S.: Dieses wunderbare Gedicht gibt Impulse, was auch in unseren Gottesdiensten am kommenden Sonntag zum Thema Hochmut und Demut zu bedenken ist. (G.Loos)

 

 

Von Personen

 

Die Gemeinde der Immanuelkirche bedankt sich ganz herzlich bei Florian Kretlow für seine Musikbegleitung in den Gottesdiensten der letzten Monate. Florian wird im Herbst seine Ausbildung in London fortsetzen. Wir wünschen Ihm Gottes Segen für seinen weiteren Lebensweg.

 

Nach England plant auch Gianna Gandolfo im September für einige Monate zu reisen. Sie arbeitet in einer Familie als Familienhelferin und freut sich auf die neuen Begegnungen dort.

 

Nach der Sommerpause gibt es Veränderungen bei den Mitgliedern von Chillaxen (= Jugendkreis der Bezirke) in Lage. Cora Sacharow hat ihre Ausbildung als Zahnarzthelferin angefangen und Juliana Holz lernt nun für ihr Fachabitur.

 

Philipp Schwarze wird neu in den Kirchlichen Unterricht einsteigen und mit Tabea Diekmann und Stella Holz die neue Unterrichtsgruppe bilden. Die neuen Termine für die Unterrichtstreffen werden noch abgesprochen.

 

In Fürbitte sind wir eingeladen an die Geschwister zu denken, die in akuter medizinischer Behandlung sind oder helfende Fürsorge in ihrer körperlichen Verfassung brauchen: Helga Gröne, Heinz Wiesekopsieker, Uta Weiner, Heinrich Schüring, Gisela Düstersiek, Beate Althöfer und Hildegard Althöfer.

 

Gottesdienste:

 

Detmold: 09:30 Uhr (Predigt: Pastor Günter Loos)

Lage : 10:30 Uhr (Predigt: Pastor Günter Loos)

 

Wenn Sie gerne ein Grspräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter der Telefonnummer 017623923620 oder eine Email an guenter.loos@emk.de .

Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte die Kontonummer DE85 4726 0121 0001 0655 00 bei der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold

Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

 

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos

 

 

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Donnerstag, den 13. August 2020

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

wenn Sie den Norden lieben, dann könnten die Gedanken, die mir zu unserem Predigttext in den Sinn kommen, Ihr Interesse wecken. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche und eine inspiriende Lektüre dieses Briefes.

 

Impulsgedanken zu Römer 11, 25-32

 

25 Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. 26 Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser; der wird abwenden alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« 28 Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. 30 Denn wie ihr einst Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, 31 so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barm-herzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. 32 Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme. (Luther 2017)

 

Paulus leidet am Unglauben seiner Leute

 

Meine Traurigkeit ist groß und unablässig ist Schmerz in meinem Herzen. Ich bitte aber darum, dass ich verflucht werde und getrennt von Christus für meine Brüder, die der Abstammung nach mit mir verwandt sind. ...“,1 so beginnt Paulus im Römerbrief seine Argumentation, wie für Juden und Christen ein Weg des Glaubens geöffnet werden kann. Denn Paulus leidet daran, dass die, denen er sich am tiefsten verbunden fühlt, für seinen neu gefundenen Christusglauben kein Verständnis haben.

Paulus startet keine abstrakte Diskussion über das Judentum, sondern er sucht eine Antwort, die sein persönliches Leiden heilen kann. Es geht ihm um die Frage, welchen Platz Gott in seinem Heilsplan für sein Volk Israel in Zukunft vorgesehen hat. Juden, das sind für ihn die Nachbarskinder, mit denen er selbst als Kind in der Straße gespielt hatte. Die von Gott Erwählten, das sind seine Eltern, den er war Sohn einer jüdischen Mutter und eines römischen Vaters. Vermutlich hat er, während er diese Sätze schreib, Freunde aus seiner Zeit in der Ausbildung zum Zeltmacher, bei den Rabbis und die, mit denen er unter den Pharisäern nachdenkliche und wichtige Gespräche gehabt hatte vor Augen. Paulus freute sich, wie auch andere in seiner Stadt auf das Passah-Essen im Frühling oder das fröhliche Laubhüttenfest im Herbst. Paulus war Jude und nach seiner Jesus-Begegnung blieb er Jude, auch während er diese Sätze schrieb.

 

Wo ich groß geworden bin...

 

Ich will Paulus an dieser Stelle einen Augenblick verlassen und von mir und meinen Leuten reden.

Ich erinnere mich, wie ich als Kind die weiten Felder und die Ungebundenheit in Ostfriesland geliebt habe. Wenn man über Gräben springen konnte und den Weg wusste, dann gab es für uns Kinder keine Grenzen. Die Weite und die Ungebundenheit prägt die Menschen in diesem Landstrich.

Der Mundartdichter Helmut Debus textet:

Wo ick herkaam, is dat Land so free und wied, waßt dat Gras und bloit de Klee,

rüückt de Luft nach Solt un See, blänkert Wter, Ruschen dreiht,

jagt de Wulken, Wind, de Weid. Wo ick herkaam.

Miene Lüüd, good en still an stuuren Gang, wat se wüllt, dat foot se an,

holen ehr Woort un stanh ehren mann, bloots wat höhr in Harten licht,

seggt se nich, seggt se nich. Miene Lüüd.“2

Was sie im Herzen beschäftigt, davon reden Sie nicht.“ Man braucht viel Geduld und Ehrlichkeit, um die Leute auf dem flachen friesischen Land kennen zu lernen. Doch wenn Sie ihr Herz öffnen, dann hat man eine Lebensbeziehung gefunden.

Da kommen wir wieder dort an, wo wir eben Paulus verlassen haben: mit dem Glauben stirbt nicht unsere Beziehung zu unserer Umgebung, zu denen, mit denen ich freundschaftlich und kulturell verbunden bin oder wo ich zu Hause bin. Eine neue Sehnsucht und Liebe für die eigenen Leute könnte aufbrechen, weil man merkt, dass Jesus auch zu ihnen kommen will.

 

Es gibt eine Verbindung zwischen Mission und Verstockung

 

Paulus war schon einige Jahre in Syrien, in der heutigen Türkei unterwegs. Er kam bis nach Griechenland und sein neues Ziel liegt in Rom – jenseits der östlichen Mittelmeerregion – und dann in Spanien. Sein Brief bereitet den Besuch in Rom vor. Den Brief an die römische Gemeinde schreibt Paulus auch an Christen, die in ihrem neu gefundenen Glauben in der Gefahr stehen, es sich mit den Juden und deren Erwählungsgewissheit zu einfach zu machen. Es scheint Stimmen gegeben zu haben, die sahen jüdischen Glauben als eine Sache der Geschichte an. Man war überzeugt, dass die Zukunft der Geschichte des Volkes Gottes nun nur mit den Christen weitergeschrieben wird.

Paulus kommt an dieser Stelle mit seiner Argumentation in eine Zwickmühle. Gegen die engstirnigen Judenchristen in Jerusalem hat er sich immer dafür eingesetzt, dass diese anerkennen: Gottes Heil gilt allen Menschen, denen in Syrien, den Antiochiern, Laodizäern, Korinthern oder Tessalonikern. Nun in Rom muss er sich gegen die Abwertung der Juden und ihrer Geschichte mit Gott stellen.

Er bringt dafür ein bekanntes Wort aus der Geschichte von „Mose und Pharao“ und der Propheten ins Spiel: Verstockung (siehe V. 26). Verstockung wird beim Pharao von Gott gewirkt. Dem Propheten Jesaja (3,17; 7,24) erklärt Gott, er habe das Volk verstockt, und darum wird es nicht die Propheten-predigt hören. Die Bibel redet von Verstockung, aber sie redet an keiner Stelle davon, warum Gott diese zulässt oder selbst bewirkt.

Wenn Paulus dieses Wort hier benutzt, dass stellt er klar: Gottes Wort weckt Ablehnung und Widerstand. Immer wieder erlebt man es bis heute, dass auch die, um die man sich engagiert kümmert, das Wort zum Leben für sich ignorieren. Sie reagieren mit Verleugnung und wählen anderes für sich.

Einmal habe ich erlebt, dass mein Vater in seiner pastoralen Tätigkeit von Verstockung geredet hat. Er arbeitete in der Neulandmission im holsteinischen Marschland. Seit gut drei Jahren hatte er Hausgottesdienste gehalten, besuchte die Nachbarschaft und suchte Kontakte zu den Leuten im Neubaugebiet. Seit einem Jahr stand im Sommer ein kleines Rundzelt als Zeltkirche in der Nachbarschaft und die Leute waren eingeladen, wenn sie Zeit und Muße hatten, mal vorbei zu kommen, eine Tasse Tee oder Kaffee zu trinken, mit dem Pastor zu reden oder einfach mal einen Augenblick auszuruhen. Am Anfang kamen einzelne ins Zelt hinein, doch im 2. Jahr schien es eine unüberwindliche Mauer zu geben. Die Mütter riefen ihre Kinder aus dem Zelt, aber sie gingen selbst nicht hinein. Da redete mein Vater von Verstockung: als wenn es etwas Tieferes ist, was die Leute abhielt, sich auf die Frage nach Gott und dem Glauben einzulassen.

 

Das Ignoranz Israels schenkt Menschen wie uns einen Platz im Heilsplan Gottes

 

In der Ignoranz der Frommen gegenüber der Predigt des Paulus zeigt sich ein gefährlicher Hochmut im eigenen geistlichen Leben. Denn ein Leben für die verändernde Kraft der Liebe Gottes kann sich erst im demütigen Suchen eröffnen und Überheblichkeit zerstört den Zugang zu tieferen Gotteserfahrungen. Dazu kommt etwas Weiteres: Gott kümmert sich um seine Leute und Israel stellt Israel an erste Stelle. Doch Gottes Liebe gilt auch den Nichtjuden. Gott will auch für diese Menschen der liebende Abba – Vater – sein, die ihren Platz in der Geschichte Gottes mit aller Kreatur noch nicht kennen. Paulus öffnet diesen Blick dafür, dass Gottes Heilung für diese Welt auch unser Leben verändern wird.

Damals kam doch jemand in das Kirchenzelt: Kinder! An den meisten Tagen wuselten zwischen 10 und 20 Kinder im Zelt rum. Da das Zelt einige Wochen stand, gehörte es für diese Kinder zu ihrem Spiel- und Lebensfeld für diese Wochen. Mittags haben wir die Kinder zum Mittagsgebet eingeladen. Und dann kamen welche oft direkt nach der Schule zu dieser Gebetszeit. Es blieb einem die Luft weg, was da in der ganz „unfrommen“ Gebetsgemeinschaft alles zur Sprache kam: der Streit in der Klasse; die schlechten Zensuren; das Wetter und der Dank über den Freund oder die Freundin; Mama und Papa, die sich dieses oder jenes noch einmal überlegen sollten.

Wo das Zelt damals stand, hat die Evangelisch-methodistische Kirche keine Kirche gebaut. Aber ganz in der Nähe gibt es nun ein neues ev. Kirchenzentrum mit Kindergarten und engagierten Mitarbeitenden. Aus den Erfahrungen in den Zeltwochen in Holstein wuchs die Idee der Kinderwassersportcamps. Inzwischen sind tausende Kinder, Jugendliche, Eltern und Mitarbeitende am Fördestrand in Kiel gewesen und haben die Strandkirche dort kennen gelernt. Bei vielen ist ein wichtiges Fundament für das weitere Leben dort gelegt worden.

Paulus litt am „Unglauben“ seiner Leute. Die Sätze, in denen er das beschreibt, können uns sensibel machen für den Unglauben „unserer“ Leute. Denn Gottes Erbarmen mit jedem Menschen wurde und wird in Israel sichtbar und auch in unserer eigenen Nachbarschaft. Amen.

 

Termine und Aktivitäten in der EmK in Lage und Detmold

 

In Lage kann man seit einigen Tagen den neuen Gemeindebrief mitnehmen. Danke, Susanne, für die Beobachtungen und Informationen, die Du hier für uns zusammengefasst hast!

Der MiniClub startet nach einer langen Pause am Montag, den 17. August, wieder mit seinen regelmäßigen Treffen. Wir wünschen den Mitarbeitenden Stefanie Grinder, Miriam Blank und Margret Behnisch Gottes Segen für ihr Engagement in dieser Arbeit und offene Augen und Herzen für die Fragen und Nöte der Kinder. Weitere Kids ab zwei Jahren dürfen gerne noch zur Gruppe dazu stoßen (Infos bei Stefanie Grinder / Tel. 05232/ 929675).

Der Alphabetisierungskurs der Lagenser Volkshochschule startet auch in den kommenden Tagen seinen Unterricht in der Kirche. Da man Corona-bedingt nur den großen Gemeindesaal für Treffen nutzen kann, wird bis Ende September jeweils Dienstags, Donnerstags und Freitag der Sprachkurs in der Kirche zu Gast sein.

 

In Detmold wollen wir ab dem 20. August nach dem Oasetreffen wieder zu einer Themenreihe einladen. Der amerikanische Franziskander Richard Rohr hat 2019 in Deutsch das Buch „Alles trägt einen Namen“ veröffentlicht. Sowohl die Gedanken von Papst Franziskus aus der Enzyklika „Laudato Si“, wie alte vergessene Christusbilder der frühen Kirche und neue Überlegungen zu einem zukunftsfähigen Umgang mit der Schöpfung und diesem Planeten werden bei ihm virtuos zusammengedacht und regen zum gemeinsamen Gespräch an.

 

Von Personen

Leider habe ich erst spät davon erfahren, aber trotzdem darf man sich immer noch mit Heinz und Ursula Wiesekopsieker über die Feier des 67. Hochzeitstages am 31.Juli 2020 freuen.

Vor etwas mehr als einem Jahr feierten Laura und Sascha Siemetzki in der Immaunelkirche ihre Hochzeit und die Taufe des Sohnes Tim. Nun wurde der jungen Familie mit Marie eine Tochter geschenkt. Wir wünschen Marie, Tim und Laura und Sascha Gottes Segen für ihren gemeinsamen Weg als Familie.

Heinrich Schüring kuriert weiter zu Hause seinen Oberschenkelhalsbruch. Doch auch vom heimischen Sofa aus schreibt er Briefe und kümmert sich im Hintergrund um wichtige Aufgaben in der Gemeindearbeit.

 

Gottesdienste:

 

Detmold: 09:30 Uhr (Predigt: Pastor Günter Loos) //

Lage: 10:30 Uhr (Predigt: Pastor Günter Loos)

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.de. Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern.Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

1 Siehe Römer 9, 1+2

2 Helmut Debus, Wo ik herkam (1976), neu: 2013 auf Fuego-Label

 

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.. zum 9. Sonntag nach Trinitatis.

 

Donnerstag, den 06. August 2020

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

wir haben uns als Ehepaar auf unsere Silberhochzeit gefreut und wollen diese trotz Coronabeschränkungen im kleinen Kreis in dieser Woche feiern. Mit solchen Terminen verbinden sich Erinnerungen und Pläne für die Zukunft und das ganz Private steht im Licht der Öffentlichkeit. Es hat uns einige Kraft gekostet, die Situation zu aktzeptieren, in der wir nun dieses Fest durchführen werden. Ganz viele Gäste, die wir gerne dabei gehabt hätten, konnten wir wegen der Hygiene- und Abstandsregeln, die in diesen Monaten eingehalten werden müssen nicht einladen. Aber inzwischen freuen wir uns auf die Feier und bitten einfach um Verständnis bei all denen, die wir nicht einladen können.

In diesem Frühjahr und Sommer sind aber auch ganz andere Feiern und Feste in den Gemeinden gestaltet worden, wie man es nicht erwartet und sich nicht gewünscht hätte:

  • Nach der Beisetzung von Siegfried Soberger in Süddeutschland war eine Gedächnisfeier in der Detmolder Immanuelkirche geplant. Dieses Gedenken wurde in den Oktober verschoben und wird nun absehbar in St.Nikolai in Lemgo stattfinden.

  • Im Juni hätte in Detmold die Eiserne „Einsegnung“ des Jahrgangs um Manfred Blänkner gefeiert werden sollen. Dieses Treffen wurde ins nächste Jahr verschoben.

  • Bei der Besetzung von Rudolf Remenij im Juli haben viele schmerzlich die Nachfeier vermisst und auch der Gottesdienst im Freien ließ wenig Platz für die persönliche Trauer.

  • In Lage müssen wir klären, in welchem Rahmen wir in diesen Monaten eine Kindertaufe feiern können.

Runde und besondere Geburtstage haben ein anderes Gesicht bekommen, als wir es gewohnt waren, und in vielen persönlichen Fest- und Feierterminen spüren wir, wie stark die Pandemie-situation unsere ganz privaten Termine verändert und auch platzen lässt. Jeder dieser Termine erzählt seine eigenen Geschichten und Trauer und Enttäuschung gehören dazu, wenn wir das aufgeben müssen, was wir uns für dieses Datum vielleicht schon lange ersehnt und erhofft haben.

Ich kann meine eigene Enttäuschung darüber, wie unser Fest nun nicht sein wird, besser verarbeiten, wenn ich sehe, wer noch ganz andere Lebensfeste und Augenblicke der Situation geschuldet anders feiern und gestalten muss. Und das Wort unseres methodistischen Kirchenvaters gilt auch in diesem Sommer noch genauso wie vor Corona: „Das Beste von allem ist, dass Gott mit uns ist.“1 In diesem Sinne: Gott segne Sie in ihren Festen und Feiern in diesen Wochen.

 

Impulsgedanken zu Jeremia 1, 4-10

 

4 Und des HERRN Wort geschah zu mir:

5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.

6 Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung.

7 Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete.

8 Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR.

9 Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.

10 Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen. (Luther 2017)

 

Kein anderer Prophet der Bibel zeigt so offen die inneren Kämpfe, in die ihn Gottes Wort stürzt, wie Jeremia. Doch die Wirkungen seines Engagement, die archäologische und theologische Forschungen zu diesem Bibeltext sichtbar machen konnten, zeigen, dass Jeremia am Ende sehr genau zugehört wurde, weil er überzeugender als viele andere Prediger seiner Zeit. Die Zukunft belegte oft bei Propheten, ob dort Gottes Wort in menschliche Worte geformt wurde, oder nur eigene kluge Gedanken ausgesprochen worden waren. Der Kampf, in den Gottes Wort den Propheten stürzt, gibt der Prophet an seine Zuhörer bis heute weiter: kann ich mich auf die Warnung und die Deutung der Zeit des Prophetenwortes verlassen oder verwechselt hier jemand seine eigenen Gedanken mit denen, die Gott schenkt?

Ich lade Sie ein, zuerst einmal mit auf Spurensuche nach überzeugenden Persönlichkeiten zu gehen, denen man ihre Worte abnimmt und von denen man sich ihnen anleiten lässt. Dann lässt es sich leichter auf das achten, was uns in dem Bibeltext ermutigend als Orientierung zugesagt wird.

 

Wer überzeugt Sie?

 

Frank-Walter Steinmeier habe ich leider noch nicht persönlich erlebt. Den Brakelsieker mit seiner Verwurzelung in der lippischen Region muss ich noch weiter entdecken. Überzeugt hat mich aber trotzdem immer wieder in den letzten Wochen, was er als amtierender Bundespräsident zu den unterschiedlichen öffentlichen Fragen gesagt hat.

Mehr Beziehung hatte ich selbst zu dem Bundespräsidenten i.R. Joachim Gauck. Ich begegnete ihm bei einer öffentlichen Diskussion 2001 in Köpenick, in der er seine Arbeit in der Stasi-Unterlagen-Behörde beschrieb. Vieles was er dort sagte, verstand ich erst später, als mir Gemeindemitglieder von ihrem Alltag als Christen im realexistierenden Sozialismus in Berlin erzählten. In einer Biographie erzählt er davon, wie seine ganze Lebensgeschichte als Sohn eines Rostocker Kapitäns, der Jahre in einem sibirischen Arbeitslager überlebte, von dem Widerstand gegen die politische Ideologie und die Unterdrückung freier Überzeugungen in der DDR geprägt war.2 Als Pfarrer, Seelsorger und Superintendent in Rostock gehörte er zu den betenden Mauerstürmern der 80ziger Jahre, durch die die Grenzzäune des Landes immer durchlässiger wurden und am Ende eingerissen wurden.

Ich bin beeindruckt, wie Joachim Gauck für seine Überzeugungen und seinen christlichen Glauben Widerstand und Einschränkungen hingenommen hat und dabei kein Übermensch war.

Nicht alle seine Ideen und Überlegungen überzeugen mich, aber ich lese genau nach, wenn mir etwas von Joachim Gauck in die Finger gerät. Überzeugen können, das merke ich bei ihm, braucht einen Lebensweg, der für die eigenen Überzeugungen etwas riskiert hat und riskieren musste.

 

Begegnungen mit Jeremia

 

Leider können wir den Lebensweg Jeremias trotz erstaunlicher Funde und Erkenntnisse über seine Wirkungszeit vor über 2 ½ tausend Jahren nur mit wenigen Details genauer ausschmücken. Aber bei ihm steckt viel Kraft in den Worten, die wir heute noch kennen.

Da beginnt sein Gespräch mit Gott mit der Ansage: „Herr, Ich bin der falsche für diese Aufgabe. Ich bin noch zu jung.“ Doch Gott ist hartnäckig und antwortet Jeremia in seiner jugendlichen Zurückhaltung: „Ich habe dich erwählt. … Ich werde Dich retten. … ich gebe Dir die Worte, die Du reden sollst. … Ich setze Dich in diese Aufgabe ein. …“ Gott dreht in seiner Antwort die Argumentation Jeremias um. Sein Vertrauen in Jeremia ist entscheidend. Gott befähigt diesen Mensch und gibt ihm das Handwerkszeug, das er für seine Aufgabe braucht.

Berufungen lösen bis heute keine Begeisterung aus, weil nicht nur Jeremia weiß, was er kann und wie schwach immer wieder der eigene Glauben ist. Erinnern Sie sich an die Geschichten der „Glaubenszweifler“ in der Bibel:

  • Gott sagt einem Jona: Geh nach Ninive! - Und Jona haut ab.

  • Jesus weiß um seinen Weg und bittet (trotzdem?) „Lass den Kelch vorüber ziehen.“

  • Petrus und die anderen haben alles von Jesus gelernt und vorausgesagt bekommen, doch als es ernst wird, verstecken sie sich erst einmal.

Gott beruft Menschen mit Gesichtern, wie wir sie haben, und Gliedern, mit denen auch wir leben müssen. Darum dürfen wir vor Aufgaben erschrecken und Wahrheiten, die uns Gott zumutet, werden uns auf den Magen schlagen.

Gott beauftragt Menschen und weiß um ihr Menschsein. In unserer Kraftlosigkeit, unserem Zweifel, ohne unsere nötige Professionalität und immer wieder in unsere Angst hinein spricht Gott sein Wort. Hören wir menschlich - mit unseren Ohren sein Wort. Denn es gehört zu diesem Hören dazu, dass kein Mensch ohne Gottes Hilfe und Unterstützung seine Berufung wird leben können. „Fürchte dich nicht vor Ihnen, denn ich bin mit dir, um dich zu retten.“(V.8)

Jeremia kämpfte gegen die großen Fehlentscheidungen und Täuschungen seiner Zeit an. Die Könige in Juda meinten es mit den übermächtigen Babyloniern aufnehmen zu können, anstatt Verträge zu schließen und sich unterzuordnen. Das Gespür der Starken im Land für die Not der Schwachen war verloren gegangen. Man kümmerte sich um seinen eigenen Vorteil. Dagegen protestierte Jeremia im Namen Gottes öffentlich und wurde von König Jojakim verhaftet. Nur durch Hilfe von Freunden entging er der Todesstrafe und wanderte dann vermutlich ins Exil nach Ägypten aus.

Dieser Mensch, der Gottes Wort sagte und der Wahrheit in Jerusalem wieder neu Raum schaffen wollte, war auf den 1. Blick gescheitert. Aber alles was er ansprach und in der Konsequenz vorausschaute, trat ein. Am Ende überzeugte er - ...bis heute!

 

Und wenn ich selbst von Gott angesprochen werde?

 

Es gibt in unserer Geschichte von Jeremia auch eine Ebene, wo es um uns selbst geht: Wie steht es mit meinem eigenen Mut, wenn Gott von mir etwas erwartet?

Ich habe in meiner Arbeit viele sehr niederschmetternde Kritiken über das gehört, was ich tue und rede: „Deine Gedanken sind nicht weit genug zu Ende gedacht und es fehlt ihnen innere Struktur“; „Das ist alles zu unerfahren, da fehlt die Lebenserfahrung“, sagte man mir als jungem Pastor; „Du lebst anders, als Du redest!“; „Du drückst Dich vor den schwierigen Problemen!“. Mit jedem dieser Urteile verlor ich den Mut, von dem zu reden, was ich als meine Berufung erfahren habe. Doch es gab auch immer wieder Worte wie dieses: „Ich spüre, Sie stehen vor Gott, wenn Sie beten. Sie bringen Gottes Wort.“ Ich möchte Ihnen Mut machen, wenn Sie auch diese belastenden Urteile über Ihren Glauben und Ihr christliches Engagement gehört haben, noch mal genauer auf die Erfahrung des Jeremia zu achten.

Die Berufung des Jeremia widerspricht allen Regeln der moderner Anstellungspraxis. Gott prüft nicht auf Herz und Nieren, Gott sortiert seine Kandidaten und Kandidatinnen nicht in eine Tabelle ein. Gott verspricht nichts, was er nicht auch tun wird. Aber wer sich von ihm „einspannen“ lässt, erlebt die Stärkung des Selbstwertgefühls und findet Mut. Gott korrigiert einem Jeremia ein einseitiges und entstelltes Bild seiner Selbst und traut diesem Jeremia mit allen seinen Schwächen etwas zu.

Trauen wir uns zu, auch ein Ja zu den Diensten zu finden, die - wie es das methodistische Bundesschlussgebet sagt - uns erniedrigen und keinen Ruhm bringen? Doch Gott will eben auch hier seinen Dienst am Leben tun. Trauen wir uns zu, aus dem „Ja“ Gottes zu unserem Leben heraus ein „Ja“ zum Dienst für diese Welt zu sprechen - …beim Küchendienst oder beim fröhlichen Lieder-singen oder bei einem Besuch!

Amen.

 

Termine und Aktivitäten in der EmK in Lage und Detmold

 

Die Stadt Lage hat nun die Bedingungen genannt, unter der die MiniClubarbeit wieder stattfinden kann. Aktuell freuen sich 5 Kinder auf die Treffen ab dem 17. August und weitere Kids ab zwei Jahren dürfen gerne noch zur Gruppe dazu stoßen (Infos bei Stefanie Grinder / Tel. 05232/ 929675).

In Detmold möchte ich für Herbst und Winter den Plan für Lektoren und Predigenden aufstellen. Wer kann einen Dienst als Lektor / Lektorin übernehmen und wer möchte neu bei diesen Diensten in den Gottesdiensten helfen? (Bitte melden Sie sich unter der mobilen Telefonnummer bei mir. G.Loos)

In Detmold benötigt der Arbeitskreis Unterstützung für die Oase am Donnerstag ab 18:00 Uhr. Auch wer dort nicht direkt vor Ort mit helfen kann, kann durch eine Geldspende oder ein Tablett mit Schnittchen die Arbeit unterstützen. Sind Sie dabei?

 

Gottesdienste:

 

Detmold:    09:30 Uhr (Predigt: Pastor Günter Loos)

Lage:          10:30 Uhr ( Predigt: Angelika Neugebauer)

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.deFür Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern. Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden. Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen,  Ihr / Dein Günter Loos!

1 John Wesley kurz vor seinem Tod 1791

2 Joachim Gauck, Winter im Sommer – Frühling im Herbst, Siedlerverlag 2009

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Bezirk Detmold-Immanuelkirche 

Pastor Günter Loos

Büro Detmold: 05231.23297

Büro Lage: 05232.3696

Mobil: +49.176.239 236 20

 

 

 

 

zum 8. Sonntag nach Trinitatis

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, den 30. Juli 2020

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

was für eine Fülle an Eindrücken, die von unserem Gemeindetreffen bei abwechslungsreichem Aprilwetter aus dem Umweltzentrum in Schötmar mit mir in die Woche gegangen sind. Ich bedanke mich noch mal bei Ihnen und bei Euch, die Ihr Euch auf dieses Abenteuer eingelassen habt.

Doch etwas Anderes begleitet mich durch diese Woche:

viele aus unserem Gemeindekreis müssen nun sehr praktische Antworten auf die Frage finden, wie sich die eigene Arbeits- und Berufswelt unter Coronabedingungen leben lässt. Petra Hölscher sagte mir, dass sie als Schulrektorin noch keine konkreten Ausführbestimmungen von der Behörde erhalten hat, wie Präsenzunterricht für alle Kids ab Mitte August umgesetzt werden kann. Die Geschwister, die in Betrieben in der Region arbeiten, berichten von Produktion auf Vorrat, wenn hoffentlich Geschäftsleben wieder, wie bis vor einigen Monaten gewohnt, anspringen wird. Aber was ist, wenn der Handel nun eine längere Durststrecke durchzustehen hat? Die musizierenden Künstler in unseren Gemeinden, die uns immer wieder mit Ihrer Musik im Gottesdienst bewegt und berührt haben, schauen in existenzielle Abgründe durch die Verschiebung und Absage von Auftritten in diesem Jahr. Jakob Lübke hat dazu in der letzten Woche ein aufschlussreiches Interview mit der Lippischen Zeitung geführt.

Wie können wir in der Gemeinde in diesen Wochen das alte Wesley-Lied konkret übersetzen: Hilf uns einander helfen, Herr, / des Andern Kreuz zu tragen. / Lass jeden, wird's dem Nächsten schwer, / für ihn zu sorgen wagen (GB 558)? Es gibt hier nicht die eine Antworten auf diese Frage, sondern viele sehr verschiedene Antworten:

einander Dienste in der Gemeinde abnehmen, weil nun andere Dinge Vorrang haben; …David Lübke hat im Juni eine neue CD veröffentlicht und freut sich über neue Fans und alte Freunde, die hier hinhören und auch kaufen; …sein Bruder Jakob arbeitet daran, dass Künstler mit ihrer Ausbildung und Begabung gesellschaftlich besser absichert und unterstützt werden; …einander Worte und Gesten der Wertschätzung geben, denn unser Leben wird durch mehr beschrieben, als das, was wir arbeiten können und wollen.

 

Impulsgedanken zu Johannes 9, 1-7

 

1 Unterwegs sah Jesus einen Mann, der von Geburt an blind war. 2 »Rabbi«, fragten die Jünger, »wie kommt es, dass dieser Mann blind geboren wurde? Wer hat gesündigt – er selbst oder seine Eltern?« –

3 »Es ist weder seine Schuld noch die seiner Eltern«, erwiderte Jesus. »An ihm soll sichtbar werden, was Gott zu tun vermag. 4 Wir müssen den Auftrag dessen, der mich gesandt hat, ausführen, solange es Tag ist. Die Nacht kommt, in der niemand mehr etwas tun kann. 5 So- lange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.«

6 Nachdem Jesus seinen Jüngern diese Antwort gegeben hatte, spuckte er auf den Boden und machte aus Erde und Speichel einen Brei, den er dem Blinden auf die Augen strich. 7 Dann befahl er ihm: »Geh zum Teich Schiloach und wasch dir das Gesicht!« (Schiloach bedeutet »Gesandter«.) Der Mann ging dorthin und wusch sich das Gesicht. Und als er von dort wegging, konnte er sehen. (Neue Genfer Übersetzung)

 

Einige Informationen zum Blind-Sein damals und heute

 

Im Mittelpunkt unserer Werkstatt steht der Mensch mit seinen Wünschen und Möglichkeiten. Wir verstehen uns als Kompetenzzentrum für die Beschäftigung sehbeeinträchtigter Menschen mit komplexen Mehrfachbehinderungen.“1 So stellt in Detmold der lippische Blinden- und Sehbehindertenverein seine Arbeit vor. Dabei nimmt man den Mund nicht zu voll, sondern in vielen abgestuften und ausgeklügelten Techniken wird Arbeit so organisiert, dass eine Sehbehinderung kein unüberwindliches Hindernis mehr ist.

Vieles könnte noch viel selbstverständlicher oder ausgereifter sein, aber ein Leben ohne die Sehkraft der eigenen Augen ist auch in Detmold möglich. Wir stehen mit diesem Blick auf Blindheit und Sehbehinderung nicht alleine da. Meine Frau hielt bei ihrem Besuch im März in Montevideo / Uruguay ein besonderes Buch in der Hand: die Kirche dort hat in ihrer Hauswirtschaftsschule eines der beliebtesten Kochbücher im Land zusammengestellt, dass in vielen Küchen zur „Grundausstattung“ gehört. 20 Rezepte aus diesem Buch wurden auch in Blindenschrift verlegt und man kann sie mit den Fingern lesen. Es ist einfach ein Grund zur Dankbarkeit, dass bei uns in der Nachbarschaft und an vielen anderen Stellen in dieser Welt heute gut ausgebildete Fachkräfte ihre Arbeitszeit und ihr technisches Vermögen einsetzen oder die politische Lobbyarbeit leisten, dass wir heute so mit Blindheit im Alltag umgehen können.

Die Situation, in der Jesus den blinden Mann trifft, ist weit weg von der Welt des blinden Menschen bei uns. Es gab keine Behandlungsmöglichkeiten der Augen durch geschulte Ärzte, der betroffene bettelte, weil er keine Arbeit verrichten konnte, um seinen Lebensunterhalt zu sichern und immer war man auf die Zuwendung anderer in der Familie oder im Dorf angewiesen. Nicht-sehen-können lieferte die Betroffenen einem dunklen und orientierungslosen Lebensalltag aus – körperlich und in den sozialen Bezügen.

Doch unsere Heilungsgeschichte im Johannesevangelium trifft sich am Ende mit unserer „modernen“ Blindheitserfahrung: Jesus bietet dem betroffenen Mann eine besondere Waschung im Siloah-Teich an, des Wasser für seine Heilkraft bekannt war. Zum Wunder, dass man wieder sehen kann oder mit seiner Seheinschränkung am Leben teilhaben kann, kommen therapeutische Verfahren und technische Hilfen dazu, die man nutzen muss, damit die Heilung der Lebenssituation gelingt.

 

Wer hat gesündigt?“

Immer wieder wird Jesus bei der Begegnung mit kranken Menschen von seinen Begleitern mit dieser Frage angesprochen: Wer ist Schuld an diesem Leiden? Die Frage hat drch das Wort „Sünde“ eine tiefe theologische Wurzel. Denn es geht dabei nicht um Fehltritte, die einem passiert sind und die einem heute leid tun, sondern um eine fehlende Beziehung zu Gott, die mit Sünde umschrieben wird. „Sind die Eltern oder der Mann ungläubig und müssen nun die Konsequenzen ihrer Ablehnung Gottes ausbaden?“, so muss man diese Anfrage an Jesus hören.

Jesus tut die Frage nicht einfach ab und verwehrt sich dagegen, über den Glauben eines anderen Menschen urteilen zu wollen, wie wir es vielleicht tun würden. Jesus radikalisiert den Gedanken hinter der Frage ( = Krankheit ist Gottes Strafe für meinen Unglauben) und zeigt in seiner Antwort Gottes ganz anderen Umgang mit menschlicher Schuld. Gott straft nicht und spielt sich als Richter Gnadenlos über seiner Schöpfung auf. Jesus behauptet und zeigt es dann in dem Wunder am Teich Shiloah: Gott heilt das Beschädigte und holt Menschen zurück in die Gemeinschaft mit anderen Menschen und mit sich.

Darum ist bis hinein in unsere gemeindlichen Gespräche und unser Denken nicht die Schuldfrage die, die uns in Jesu Nachfolge beschäftigen soll, sondern die Frage nach dem, wie Gott seine Gnade und heilende Macht auch in unserem Alltag immer wieder sichtbar macht. Wo Leben sich im Dunkel verirrt, redet uns bis heute Jesus provozierend mit seinem „Ich bin das Licht der Welt“ ins Gewissen.

 

Wenn uns die Augen aufgehen…

 

Immer wieder bin ich als Jugendlicher an dem Haus vorbei gegangen. Es war ein Haus wie viele andere Villen und Häuser in unserer Nachbarschaft. Dann lernte ich den Mitschüler kennen, der dort wohnte. Er war etwas älter wie ich, sehr zurückhaltend und litt an einer nicht heilbaren Krankheit. Aber er war Musikfan und wir saßen viele Stunden vor seiner exquisiten Stereoanlage und ich lernte neue Rocksongs kennen und noch vieles darüber hinaus.

Bis heute denke ich an diesen Freund aus Jugendtagen, wenn ich an dem Haus vorbei komme. Weil sich ein Mensch mir öffnete, sehe ich eine Familie und die Dinge, die mich mit anderen verbindet, wo vorher nur oberflächliche Beziehungslosigkeit war. Das Sehwunder geschieht durch Jesu Gegenwart oft eher beiläufig, bis heute. Amen.

 

Termine und Aktivitäten in der EmK in Lage und Detmold

In Detmold benötigt der Arbeitskreis Unterstützung für die Oase am Donnerstag ab 18:00 Uhr. Auch wer dort nicht direkt vor Ort mit helfen kann, kann durch eine Geldspende oder ein Tablett mit Schnittchen die Arbeit unterstützen. Sind Sie dabei?

In Lage wird nun der Start der neuen MiniClub-Gruppe nach dem Ende der Ferien vorbereitet. Im großen Gemeinderaum im Keller wird nach den Ferien der Deutsch-Sprachkurs der VHS einziehen. Es ist gut, dass diese Angebote nun wieder möglich sind, wenn auch mit den nötigen Hygieneregeln.

 

Gottesdienste:

 - Detmold – 09:30 Uhr //

  - Lage: 10:30 Uhr (gemeinsamer Gottesdienst der Ev.-meth. Kirche und der Ev. Luth. Kirche, Predigt: Pfr. Richard Krause)

 

Kirche im Alltag von Corona – ein Update

 

An zwei Stellen fand ich in dieser Woche besondere Berichte aus dem Corona-Alltag in der methodistischen Welt. Auf der Homepage der Weltmission liest man einen von den Erfahrungen eines Arztes in Mailand, der von seiner Arbeit im Coronafrühjahr in Norditalien berichtet: https://www.emkweltmission.de/fonds-mission-in-europa/erfahrungen-im-lockdown.html?L=200

Die engagierte Arbeit der Mailänder Methodisten musste sich ganz neuen Aufgaben stellen und half mit den Möglichkeiten, die man als kleine Gemeinde hatte.

Aus der Arbeit von Gemeinden in den USA wurde in dieser Woche ein Bericht veröffentlicht, der zeigt, wie Gemeinden die Not in ihrer Umgebung praktisch angegangen sind:

Pastor John Edgars in Columbus / Ohio organisiert mit seiner Gemeinde schon länger einen Laden für frische und gesunde Lebensmittel für Bedürftige. Dieser Supermarkt wird nun zur wichtigen Anlaufstelle für viele.

Die Gemeinde in Hamilton Park / Dallas organisiert die Verteilung von frischer Milch im Stadtteil und bietet Covid-19-Tests während der Woche im Gemeindezentrum an. Viele Gemeinden engagieren sich dort, wo staatliche Stellen nicht weiter wissen und unbürokratische Hilfe gebraucht wird.

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.de.

Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern. Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden. Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen,  Ihr / Dein Günter Loos!

1 Aus dem Flyer „Teilhabe am Arbeitsleben“, des Lippischen Blinden- und Sehbehindertenvereins e.V.

 

 

 

 

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Donnerstag, den 23. Juli 2020

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

reden wir mal nicht über unser Lippisches Aprilwetter mitten im Sommer, sondern über die Großwetterlage.

 

                       

 

Ich bin gespannt, wie unser Gemeindeausflug am Sonntag in das Umweltzentrum Heerser Mühle klappen wird und möchte die, die nicht dabei sein können, zumindestens mit diesen Sätzen mit nach Schötmar nehmen. 1985 brachte in Bad Salzuflen die Grünenfraktion im Stadtrat die Planungen auf den Weg, um die aufgegebene Mühle zwischen Mühlenbach und Werre zu einem Umweltzentrum umzubauen. Seit 1990 wird nun dort gewerkelt, angepflanzt, Workshops abgehalten und guter Kuchen serviert. Zum Trägerverein des Zentrums gehören Kirchengemeinden, Umweltverbände und Einzelpersonen. Beispielhaft will man auf dem Gelände zeigen, wie gesunde ökologische Vielfalt in der Region aussieht und was man zum Beispiel praktisch tun kann, um Bienen und anderen Insekten ein gutes Angebot zum Leben im Garten und auf den Feldern zu machen.

Für das RepairCafe in der Alten Schmiede in Lage haben wir ausgerechnet, dass, wenn die Aktivitäten dort wachsen und von der Nachbarschaft unterstützt werden, durch Fahrradnutzung, Gartenprojekte und Repairarbeit pro Jahr 1 Tonne CO2 eingespart werden könnte. Nur ein Tropfen auf den heißen Stein, mögen kritische Geister denken, aber nur mit vielen Tropfen und auch praktischer Hilfe von Gärtnern und Markteinkäufern lässt sich etwas an der Klima-Großwetterlage dieser Welt ändern. Ich habe mich über die Tüten mit den vielen Plastikdeckeln in der Kirche in Lage und in Detmold eine Weile geärgert weil immer wieder eine Tüte irgendwo einfach hingestellt wurde. Doch diese Sammlungen waren und sind sehr sinnvoll, denn die sortenreinen Deckel sind für den Recyclingprozess von Plastikprodukten ideal.

Ich freue mich, wenn Sie selbst sinnvolle Aktionen unterstützen, die auch in Zukunft vielleicht nicht gleich ein Prima Klima erzeugen, aber helfen, das wir als Menschen eine Chance auf eine Zukunft bekommen. Lassen Sie uns darüber immer wieder in den Gemeinden ins Gespräch kommen!

 

Impulsgedanken: Laudato Si´!

 

Wir werden am kommenden Sonntag bei unserem Gottesdienst unter dem Dach des Himmels in der Heerser Mühle Loblieder singen, das Lob Gottes in Psalmworten einander zusprechen und darüber nachdenken, warum es uns und vielen Anderen oft so schwer fällt, diesem Lob des Schöpfers des Himmels und der Erde einen festen Platz einzuräumen.

Vor fünf Jahren hat mich fasziniert, wie Papst Franziskus einen wegweisenden Text über Schöpfungs- und Weltverantwortung unter die Überschrift gestellt hat: „Gelobt seist du, mein Herr.“ – Laudato Si. Die vielen Texte, Bücher, Studien und Statements zum Zustand unseres Planeten und die Klimaveränderungen mit ihren sehr unterschiedlichen Auswirkungen stehen wie eine drohende Kulisse hinter diesem geistlichen Hirtenwort des Bischofs von Rom.

Franziskus gelingt es in seinem Buch, nicht die Fakten klein zu reden und doch von der christlichen Hoffnung zu reden. Sein Ziel ist es, aus dem Lob über Gottes Güte und schöpferische Macht zu Aktivisten für die Zukunft dieses Planeten zu werden:

Die Berufung, Beschützer des Werkes Gottes zu sein, praktisch umzusetzen, gehört wesentlich zu einem tugendhaften Leben; sie ist nicht etwas Fakultatives (= uns Freigestelltes), noch ein sekundärer Aspekt ( = zweitrangiges Thema) der christlichen Erfahrung.“ …

Der Herr des Lebens verlässt uns nicht, er lässt uns nicht allein, denn er hat sich endgültig mit unserer Erde verbunden, und seine Liebe führt uns immer dazu, neue Wege zu finden. Gott sei gelobt.“1

Ein anderes Buch lösten bei mir viele neue Fragen aus, die noch Zeit brauchen, um eine geistliche Antwort zu finden. Ein Arbeitskreis aus Forschern unterschiedlichster Fachgebiete hat 2018 unter dem Titel „Leben im Anthropozän“2 Studien gesammelt, wie man glauben und hoffen kann und was die christliche Aufgabe im Zeitalter eines sich stetig erwärmenden Planeten ist. Der Mensch, so lautet die Grundidee hinter diesen Untersuchungen, ist nicht mehr nur Teil eines komplexen System des Lebens auf diesem Planeten Erde, sondern er verändert nachhaltig die Lebensbedingungen auf der Erde. Der Mensch prägt damit ein neues Zeitalter der Erdgeschichte ( Anthropozän = der Mensch bestimmt entscheidend die biologischen, geologischen und atmosphärischen Bedingungen der Erde). Wir loben in dieser Zeit den Schöpfer dieser Welt und sind im Kleinen und im Globalen dabei nicht mehr nur Hüter und Bewahrer dieser Schöpfung, sondern Auslöser einer Entwicklung, die wir nicht mehr selbst kontrollieren können.

Dieses Buch versucht, mit den Daten und der Deutung der Experten aus den verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen, prophetische Bilder zu beschreiben, wie ein Leben in wenigen Jahrzehnten auf diesem Planeten möglich sein kann oder wie die Erde zu einem lebensfeindlichen Planeten wird.

In beiden Büchern, der päpstlichen Enzyklika und der wissenschaftlichen Studie, fällt auf, dass nicht mehr nur ein einzelnes Problem durchdacht und nach Lösungen gesucht wird, sondern dass es um Fragen geht, die in unterschiedlichste Lebensbereiche hinein reichen. Die Klimaveränderung zwingt uns heute, Dinge zusammen zu sehen, die wir jedes für sich und getrennt im Blick hatten.

Wenn wir im Gottesdienst das tun, was selbstverständlich zum Feiern vor Gott dazu gehört, dann scheint uns das oft nur ein Ritual zu sein. Aber es ist jeden Sonntag neu die praktische Pflege unserer Beziehung zu dem, der uns in unserer ganzen Existenz trägt und erhält. Im Gottesdienst kommen alle menschlichen Lebensbereiche vor. Vieles spricht uns sehr individuell und persönlich an, einiges funktioniert mehr über das Gefühl, anders ist vor allem etwas für unseren Kopf. Von den Themen her wird es im Gottesdienst mal politisch und an anderer Stelle ganz lebenspraktisch. Aber wir wollen in der Form, wie wir Gottesdienst feiern, Gott in allen Lebensbezügen entdecken und ihm Danke sagen, dass seine Gnade für alles Leben und jeden Menschen gilt.

In den Fragen, die uns beim Loben über Gottes Schöpfung begegnen, wird etwas ganz neu aktuell, was zum Wesen unserer methodistischen Frömmigkeit gehört: diese Welt braucht Umkehr und Lebensveränderung. Doch das ist heute kein Thema mehr alleine für unser eigenes, individuelles Leben, sondern muss zu einer Bewegung für eine ganze Menschheitskultur werden. Ohne Veränderung, oder wie es in der englischen Fassung unserer Kirchenordnung heißt: die Transformation, werden für unseren Planeten die prophetischen Untergangsfantasien Wirklichkeit werden.

Darum lassen Sie sich einladen, in dieser Woche wieder dem Lob zu bringen und Danke zu sagen, der uns jeden Tag neu dieses Leben anvertraut. Amen.

 

Termine und Aktivitäten in der EmK in Lage und Detmold

Am 26. Juli um 11:00 Uhr laden wir in das Naturtheater des                     Umweltzentrums Heerser Mühle / Schötmar zum gemeinsamen         Gottesdienst ein.                                                                                      

.. in der EmK-Detmold findet an diesem Sonntag KEIN Gottesdienst statt ..

Sie finden das Naturtheater, wenn sie vom Eingang her am alten Mühlenbach zur Werre laufen. Für ein bequemeres Sitzen auf den Stufen im Naturtheater empfiehlt es sich Kissen oder auch Klappstühle dabei zu haben. Damit ein Regenschauer uns nicht zum Aufgeben bringt, sollten Sie bei entsprechender Witterung an einen Regenschirm denken. Für Ihre Versorgung laden wir Sie ein, einen eigenen Picknick-Korb zu packen oder im Cafe des Zentrums den Kuchen zu probieren.

Meine Nachbarin Margarethe Lietz, die zu den Mitgründern des Umweltzentrums gehört, bietet an, nach dem Gottesdienst eine Führung durch den lippischen Apothekergarten dort zu machen.

Ich hoffe, Sie können mit dabei sein und diesen Tag an der frischen Luft genießen.

  • Wenn wegen gutem Wetter schon alle Parkplätze am Gelände belegt sein sollten, gibt es auf der gegenüber liegenden Seite der B 239 ausreichend weitere Parkplätze.

  • Zur Anreise: einfach Heerser Mühle, Bad Salzulflen in den Navi eingeben. Von der Oerlinghauserstr. in Schötmar geht nahe der B239 die Einfahrt zum Zentrum ab (Einfahrt Feuerwehr!).

Wir werben als Arbeitskreis in Detmold um Unterstützung für die Oase am Donnerstag ab 18:00 Uhr. Auch wer dort nicht direkt vor Ort mit helfen kann, kann durch eine Geldspende oder ein Tablett mit Schnittchen die Arbeit in diesem Sommer unterstützen.

 

Ein weltwärts-Freiwilliger auf den lippischen Gemeindebezirken?

In der letzten Woche wurde es offiziell: die jungen Menschen, die mit dem weltwärts-Programm von der EmK als Freiwillige ein Jahr in einer kirchlichen Einsatzstelle in Lesotho, Namibia, Malawi, Uruguay und hoffentlich auch Südafrika arbeiten wollten, müssen ihre Auslandseinsatz noch einige Wochen verschieben, bis die Reisewarnungen der Bundesregierung aufgehoben werden. Doch die jungen Leute haben die Möglichkeit, unterstützt von der Weltmission, sich bis zu ihrer Ausreise ehrenamtlich in Einrichtungen in Deutschland zu engagieren und so ihren Einsatz vorzubereiten.

Nach Rücksprache mit Birgit Braeske, die für die EmK dieses Programm koordiniert, haben wir am Sonntag entschieden, einen der Freiwilligen ab September nach Lippe einzuladen und sich hier im Lagenser MiniClub im RepairCafe und in der Detmolder Oase zu engagieren. Eine Unterkunft kann im Detmolder Gemeindehaus zur Verfügung gestellt werden, für die Verpflegung in den ca. drei Monaten suchen wir noch Unterstüzende! Fragen beantworten hierzu G. Loos oder Birgit Braeske.

 

Von Personen

 

Gestern erreichte mich die Nachricht, dass Heinrich Schüring in seinem Urlaubsquartier gestürzt ist und nun vor Ort einen Oberschenkelhalsbruch behandeln lassen muss. Wir wünschen Dir, Heinrich, gut Besserung und Euch als Ehepaar eine erträgliche Rückreise nach Lippe.

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.deFür Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern. Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden. Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

 

 

 

1 Siehe: Papst Franziskus, Laudato si´. Enzyklika, Leipzig 2015, S. 165 und S.184

2 Leben im Anthropozän hrsg. v. Brigitte Bertelmann u. Klaus Heidel, München 2018

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Donnerstag, den 16. Juli 2020

Liebe Glieder und Freunde der Immanuelkirche in Detmold,

liebe Glieder und Freunde der Erlöserkirche in Lage,

liebe mit den Gemeinden Verbundene,

 

findige Köpfe und geschickte Hände werden in diesen Wochen gebraucht. Claus Härtner fand für die Schulen und Ausbildungsstätten in Cambine / Mosambik eine Lösung, wie jede und jeder zum Schutz für sich und andere auf gute Handhygiene achten kann. Er legte eine neue Wasserleitung, die aus dem neuen Brunnen gespeist wird, vor die Gebäude der Universität, schweißte einen Rahmen für Wasserbecken und Anschluss und baute mit den Teilen aus einer defekten Waschmaschine einen Fussschalter, der die Wasserpumpe betätigt und sicheres Händewaschen ermöglicht. Die StudentenInnen und Auszubildenden sind begeistert von diesem öffentlichen Händewaschplatz, besonders von dem großen Spiegel. Nun sollen auch vor dem Theologischen Seminar und einer weiteren Einrichtung Waschplätze entstehen.

Wie heißt es im Gesangbuch, Nr. 579: „Gott gab uns Hände, damit wir handeln. / ( ) Gott will mit uns die Erde verwandeln. / Wir können neu ins Leben gehn.“ Gott sei Dank für die begabten Mitchristen, die überall auf der Welt in diesen Wochen zu Problemlösern werden.

 

Predigtgedanken zu 5. Mose 7,6-12

6 Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. 7 Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, 8 sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat der HERR euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. 9 So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, 10 und vergilt ins Angesicht denen, die ihn hassen, und bringt sie um und säumt nicht, zu vergelten ins Angesicht denen, die ihn hassen. 11 So halte nun die Gebote und Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, dass du danach tust. 12 Und wenn ihr diese Rechte hört und sie haltet und danach tut, so wird der HERR, dein Gott, auch halten den Bund und die Barmherzigkeit, wie er deinen Vätern geschworen hat. (Luther 2017)

 

Wer bist Du?

Im letzten der fünf Bücher des Mose wird noch mal zusammengefasst, neu erklärt und ergänzt, worauf es ankommt, um zu den Leuten Gottes zu gehören. Wer man ist, das sucht man sich in der Regel nicht aus, aber wer man sein will, dafür bekommen wir viele Ideen und Möglichkeiten mit auf unseren Weg durchs Leben.

Diese Sätze in der Bibel wagen es, für eine größere Gemeinschaft den Rahmen und die markanten Zeichen zu setzen, in dem jede und jeder seine Antwort auf die „Wer-bin-ich“-Frage finden kann. Die Liste dieser Erkennungszeichen der Leute Gottes ist beeindruckend:

  • Sie sind heilig, weil Gott sich für diese Menschen entschieden ist. Sie gehören zu ihm. (V.6)

  • Sie sind nicht mächtig und groß, sondern machtlos und klein. Doch für Gottes Liebe sind diese Attribute unwichtig. Wichtig ist diesem Gott Abrahams, Jakobs und Isaaks, dass man sich auch nach vielen Generationen sich auf sein Wort verlassen kann (V.7).

  • Gott hat seine Leute aus der Tyrannei und Abhängigkeit in Ägypten befreit und macht diese Erfahrung von Befreiung zum zentralen Orientierungspunkt seiner Beziehung mit seinem Volk (V.9).

  • Weil die Freiheit nicht wieder verloren gehen darf, verpflichtet Gott seine Leute, Regeln und Gebote einzuhalten, die vor neuer Sklaverei schützen. Diese Regeln sperren nicht ein, sondern schaffen den Raum für echte Gottesbeziehung und Gottvertrauen (V.11+12).

Ich bin, in diesem von Gott aufgespannten Feld lebendig, wenn ich in Beziehung mit Gott bleibe und die Geschichte seiner Leute nicht vergesse, die Gott in Befreiungserfahrungen kennengelernt haben und diese Freiheit für das eigene Leben nicht mehr verlieren wollen.

 

Die ganz grundsätzliche Antwort: nur in Gott bin ich

Vor 75 Jahren schrieb der Theologe und evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer in seiner Haftzelle in Berlin Tegel sein „Wer-bin-ich“ Gedicht. Er bringt darin seine innere Zerrissenheit zum Ausdruck, dass man ihn von außen als selbstbewusst und willensstark wahrnimmt, aber innerlich ist er voller Sorgen und Angst. Dieses Gespräch um die Frage, wer er denn nun sei, der Mensch mit festem Gottvertrauen oder der zweifelnde Skeptiker endet mit den Sätzen:

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!
1

Solche extremen Situationen der inneren Zerrissenheit erleben wir nicht oft, aber sie gehören zum Leben. Im heute-Journal wurde in dieser Woche ein Student vorgestellt, der in Hongkong in den vergangenen Wochen gegen die neuen Sicherheitsgesetze demonstriert hatte und nun aus Furcht vor Verhaftung nach London geflohen ist. Aus Gesprächen mit Schwerkranken kenne ich die Beschreibung, wie die fortschreitende Krankheit auch seelisch immer weiter eigene Gewissheiten und Glaubensüberzeugungen zerfrisst und man an den Punkt kommt, wo man nicht mehr weiß, was trägt und wer man dabei selbst ist.

Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir an solchen Bruchlinien im eigenen Leben wenigstens noch diesen Satz von Bonhoeffer sprechen und glauben können: „..Dein bin ich, o Gott!“ Ganz persönlich übersetzen wir mit diesem Bekenntnis für uns, was im 5.Buch Mose für eine ganze Gemeinschaft Identitäts-stiftend aufgeschrieben wurde.

In unseren schwachen Tagen brauchen wir den Zuspruch, dass Gott uns nicht wie einen wertlosen Besitz entsorgt, sondern besonders dann sich um uns als sein geliebtes Geschöpf kümmert. Wir gehören ihm.

Ich bin ein suchender Mitmensch

Es trifft einen die Frage nach dem „Wer bin ich?“ auch überraschend. Wir stehen abends in der Nachbarschaft zusammen. Einer bekennt, dass Religion und die Sache mit den Geboten für ihn nichts ist. Ein Mitarbeiter der Polizei fragt nach und wir reden davon, dass biblische Gebote Hilfen für ein freies Leben sind. Wie funktioniert das, wenn der Partner untreu ist oder ein Freund mich bestiehlt? Schließlich unterstreicht ein Anderer, der viele Jahre in der katholischen Jugendarbeit tätig war, dass es dabei doch immer um Gott geht, nicht nur um kluge menschliche Ideen.

Ich merke im Gespräch, wie wir trotz aller unserer unterschiedlichen Erkenntnisse miteinander nach den richtigen Antworten suchen. Dabei klärt das offene Gespräch Fragen, die ich mir so noch nicht gestellt hatte. Auch das gehört zu unserem alten Bibelwort dazu:

unsere Identität in Gott und der Gemeinschaft seiner Leute braucht die Suchenenden, die Nachfragenden, damit das bei-Gott-Sein immer wieder vom Kopf in unser Herz und unsere ganze Existenz hineinwandern kann. Amen.

 

Wir trauern um Rudolf Remenji

 

Am frühen Dienstagabend wurde Rudolf Remenji in die Ewigkeit gerufen. Rudolf Remenji kam vor über vierzig Jahren nach Detmold und fand als Methodist mit katholischen Wurzeln in der Vojvodina bald Zugang zur hiesigen Gemeinde. Er half mit seinem handwerklichen Geschick an vielen Stellen in der praktischen Gemeindearbeit. Im 93.Lebensjahr nahm er nun Abschied von dieser Welt, wenige Monate nachdem im Januar seine Frau Lidija verstorben ist. Nun darf er sehen, worauf hin er gehofft und geglaubt hat.

Die Trauerfeier wird am Grab auf dem Friedhof Kupferberg / Detmold am Samstag, den 18. Juli, um 10:00 Uhr sein. Die Trauergäste werden sich auf dem Platz vor der Kapelle treffen und dann zum Grab gehen.

 

Termine und Aktivitäten in der EmK in Lage und Detmold

 

Neben den Gottesdienstfeiern am Sonntag laden wir weiter zur Oase am Donnerstag ab 18:00 Uhr ein. Trotz auch widriger Witterung freuen Sich die, die kommen, über die Möglichkeit zur Begegnung und über die geistlichen Impulse.

 

Am Sonntag, 19.Juli, wird Pastor Loos um 15:00 Uhr die Andacht im Detmolder Freilichtmuseum gestalten. Für diese Feier trifft man sich bei gutem Wetter vor der Kapellenschule oder bei Regen unter dem Vordach der Tankstelle.

 

Das Programm für die Einweihung des RepairCafes am 31. August in Lage bekommt langsam erste Bausteine. Geplant ist mit einem Kaffee- und Kuchenbüffet ab 16:00 Uhr anzufangen. Wer kann dafür einen Kuchen spenden?

 

Am 26. Juli laden wir um 11:00 Uhr in das Naturtheater des Umweltzentrums Heerser Mühle / Schötmar zum gemeinsamen Gottesdienst und zur Begegnung ein. Damit Hygiene Regeln besser eingehalten werden können, bitte ich Sie, einen eigenen Picknick-Korb zu packen, wenn sie nach dem Gottesdienst noch länger auf dem Gelände bleiben wollen. Es gibt dort verschiedene Sitz- und Verweilmöglichkeiten. Wer kann noch Menschen in seinem Fahrzeug mit nach Schötmar nehmen? Bitte melden Sie sich bei Pastor G.Loos.

Für die, die sich schon über den Weg dorthin orientieren wollen: die Zufahrt zum Umweltzentrum ist über die Oerlinghauserstr., kurz vor der Einmündung in die B239. Der Parkplatz ist gegenüber der Feuerwehrstation. Die meisten Navis haben Heerser Mühle, Bad Salzuflen gespeichert.

 

Zur Erinnerung: Gottesdienste Sonntags…

      …in Detmold / Mühlenstraße 16, 09:30 Uhr, und

         ...in Lage     / Hindenburgstraße, 10:30 Uhr.

 

Wenn Sie gerne ein Gespräch mit dem Pastor vereinbaren möchten oder den Gemeindebrief nicht bekommen, dann bitte ich Sie um einen kurzen Rückruf unter 0176.23923620 oder eine E-mail an guenter.loos@emk.de.

Für Spenden und Kollektenüberweisungen nutzen Sie bitte eine der unten angeführten Kontonummern.Soweit einige Gedanken und Informationen aus den Gemeinden.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Ihr / Dein Günter Loos!

 

 

 

Jahreslosung 2020 - Ich glaube; hilf meinem Unglauben ! | . Markus 9, 24